Noris – die Marke aus Nürnberg

Noris – die Marke aus Nürnberg

150.000 Laternae Magicae, 80.000 Dampfmaschinen, -lokomotiven und -schiffe. Die Jahresproduktion der Nürnberger Firma des Flaschnermeisters Ernst Plank kann sich 1900 sehen lassen. 130 Mitarbeiter stehen in Lohn und Brot. 1866 hat er 22-jährig seinen Betrieb gegründet, um optische wie technische Spielwaren zu produzieren. 1882 stellt er bereits die erste elektrische Eisenbahn vor. Doch nach dem Ersten Weltkrieg läuft die Fertigung von Spielwaren unter seinem Sohn Karl nur mühsam wieder an. 1929 schließlich die Weltwirtschaftskrise – das stark exportabhängige Unternehmen hat finanzielle Probleme und verkauft an die Gebrüder Schaller in Nürnberg.

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Modernisierte Nizos aus Paris

Modernisierte Nizos aus Paris

Die Nizo 801, eine der von Re:Voir verkauften Kameras

Die Nizo 801, nun auch im Verkauf bei Re:Voir.

Der französische Filmverlag Re:Voir, bekannt für seine DVD-Editionen von Experimentalfilmklassikern, verkauft ab sofort auch generalüberholte Nizo-Super 8-Kameras.

Die Kameras wurden so eingestellt, dass sie die heutigen Filmsorten Ektachrome 100D, Vision 50D und 500T richtig belichten. Sie werden mit drei Monaten Gewährleistung verkauft. Hinter dem Angebot steht neben Pip Chodorov, Filmemacher und Gründer von Re:Voir, der Filmtechnik-Tüftler Christophe Goulard. Kaufen kann man sowohl vor Ort in Paris, als auch via Internet.

Aus zwei Gründen ist dies uns eine Meldung wert. Erstens ist Re:Voir eng mit den Pariser Filmkunstinitiativen Film Gallery und L’Abominable, einem Künstler-Filmlabor, verbunden. Mit ihren Einnahmen fördert die Firma aktive 8- und 16mm-Filmer. Und zweitens hat Goulard einigen Nizos ein besonderes Extra spendiert: einen Drehknopf, mit dem sich die Filmempfindlichkeit der Kamera manuell zwischen 50 und 500 ASA einstellen lässt. In Zeiten, in denen so viele verschiedene Filmsorten in Super 8-Kassetten abgefüllt werden, vermisst man dies bei anderen Kameras oft schmerzlich!

Nachtrag: Pip Chodorov freut sich über die positiven Reaktionen der filmkorn-Leser und erklärt die technischen Details:

Christophe Goulard von „L’Abominable“ baut diese Kameras um. Er ist ein Genie. Der Einstellknopf klinkt sich in einen bereits vorhandenen Einstellmechanismus (Potentiometer?) in der Kamera, mit dem Techniker die Belichtungsautomatik kalibrieren konnten. Er bohrt ein kleines Loch genau über diesem Bauteil, setzt den Knopf ein und graviert ihm kleine Plus- und Minus-Markierungen für die ASA-Werte ein. Jede Markierung steht für eine Verdoppelung bzw. Halbierung des ASA-Werts. Das kann man einfach überprüfen, indem man die Messwerte eines externen Belichtungsmessers mit den Werten vergleicht, die die Kamera liefert. Dreht man am ASA-Knopf, so ändern sich diese Werte. Gleicht man sie seinem externen Belichtungsmesser an, so funktioniert von nun an die Belichtungsautomatik genau auf dem eingestellten ASA-Wert.

Zweite Aktualisierung:
Re:Voir bietet jetzt auch einen Umbauservice für Kunden an, die bereits ein Nizo-Kamera besitzen. Die Modifikation der kleinen Nizos bis einschließlich zum Modell 156 ist unproblematisch und kostet 65 Euro. Später soll ein Umbauservice für die großen Nizo-Kameras (wie die 801) hinzukommen. Neben einem manuellen ASA-Einstellrad, das die Kassettenerkennung vollständig ersetzen wird, soll der Belichtungsmesser an die normalen Kamerabatterien angeschlossen werden, so dass die PX-Knopfzelle überflüssig wird. Dieser Umbau soll, sobald er ausgetestet ist, für 130 Euro angeboten werden.

Kontakt
Re:Voir / Film Gallery
43 rue du Faubourg Saint Martin, 75010 Paris
Telefon : +33-954-225-111
http://www.re-voir.com
Geöffnet von Montag bis Freitag, 11-18 Uhr

Ferrania: Die neue alte Hoffnung am Chemiefilmhimmel

Ferrania: Die neue alte Hoffnung am Chemiefilmhimmel

Historische Ferrania-Werbung aus Holland

Historische Ferrania-Werbung aus Holland

Wie kürzlich schon in allerlei Foren zu vernehmen war, scheint es neue Bewegung unter dem alten Namen Ferrania zu geben: Man plane, so wurde verlautet, dort die Wiederaufnahme von Analogfilmproduktion.

Nach wochenlangen Gerüchten, Mutmaßungen und Vermutungen äußerten sich Ferrania-Vertreter heut erstmals öffentlich:

Hallo und Willkommen zu dieser Versandliste!

Nur ein paar Worte als Dank an alle, die unterzeichnet haben, obschon gegenwärtig nicht mehr als eine Marke auf der Ferrania-Homepage erscheint.

Wir glauben, es ist es wert, einige Fragen zu beantworten, die bei den Diskussionen oft aufkommen, die wir auch verfolgen.

Wie Sie wissen, stellte Ferrania ihre fotografischen Produkte vor einigen Jahren ein und danach sind einige Gebäude und Einrichtungen abgebaut oder verkauft worden, da die Zukunft des Films nach Einführung der Digitaltechnik für immer beschränkt erschien. Offensichtlich träumen wir davon, den Film in ein neues Zeitalter zu tragen, wo er in Eintracht mit digitaler Bildtechnik leben kann.

Nach mehr als einem Jahr Arbeit versuchen wir endlich, eine kleine Filmerzeugung anzufangen. Doch das Anpassen eines Ablaufs ist keine einfache Sache: Einige chemische Produkte sind nicht mehr erhältlich auf dem Markt, frühere Ferrania-Angestellte und Ingenieure müssen wieder mit einbezogen werden in einen vollständig neuen industriellen Vorgang, u. a. m.

Wir beschäftigten uns mit einem Haufen der genannten Dinge und sind nun stolz zu sagen, daß der Zeitpunkt gekommen ist, wirklich Film zu machen.

Gerade jetzt gibt es ein halbjähriges Forschungsprojekt, das darauf abzielt, die erste Großrolle herzustellen. Falls wir während dieser Periode alle verbliebenen technischen Aufgaben lösen können und wenn der Markt uns vernünftiges vorgängiges Interesse anzeigt, werden wir weiter machen und im ersten Quartal 2014 frischen Film verschicken.

Also, nun ist die Frage: was für ein Film? Wir glauben, es ist besser, mit der Wiederaufnahme der zuletzt fabrizierten Emulsionen zu beginnen. Die ersten zwei, die wir machen werden, sind ein Farbnegativfilm, der vom Ferrania Solaris FG-100 Plus abgeleitet ist (nur für Fotobilder), und ein professioneller Farbumkehrfilm in Anlehnung an den Scotch Chrome 100.

Welche Formate? Wir haben die Ausrüstung, um Film in fast allen fotografischen und kinematografischen Formaten zu konfektionieren: 110, 120, 126, 127, 135, 220; Super-8, Doppel-8, 16 mm, 35 mm und 70 mm; aber zunächst werden wir nur das auflegen, was am Markt verlangt wird.

Mehr Einzelheiten folgen, bitte bleiben Sie dran!

Grüße

Das Ferrania-Film-Team

(Übersetzung aus dem englischen von Simon Wyss)

Interessenten sollten sich unbedingt auf der Seite www.filmferrania.it mit Ihrer email-Adresse registrieren, um künftig auf dem Laufenden gehalten zu werden und vor allem, um dadurch ihr Interesse zu bekunden.

Fujifilm stellt Entwicklung von Single-8 ein

Fujifilm stellt Entwicklung von Single-8 ein

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Es ist soweit: Die kostenlose Entwicklung der berühmten Single-8 Filme Fuji R25N und RT200N über die FUJIFILM Imaging Germany GmbH & Co. KG in Willich wird zum 1. August des Jahres eingestellt. Der Kundendienst der genannten Firma liess heute verlauten:

Hiermit möchte ich Ihnen mitteilen, dass wir ab dem 01.08. die Weiterverarbeitung von Single 8 Filmen
eingestellt haben. Dies nur zur Info an Sie falls Sie noch im Besitz von Restbeständen sein sollten.
Leider gibt es diesbezüglich auch keinerlei Alternativen, welche ich Ihnen anbieten könnte.

Wer also noch unentwickelte Single-8 Kassetten hat, sollte diese schnellstmöglich nach Willich senden:

FUJIFILM Imaging Germany GmbH & Co. KG
Siemensring 1
D-47877 Willich

Die Filme können weiterhin bei Frank Bruinsma, Super8 Reversal Lab NL, http://www.super8.nl/ entwicklet werden, allerdings kostenpflichtig.

(Auch Tak Kohyama in Tokyo wird die Filme weiterhin entwickeln, allerdings ist der Versand nach Tokyo natürlich teuer. Tak spricht gut deutsch und kann unter tak@retro8.com erreicht werden.)

Und es geht doch: S8 inkl. Entwicklung für €29,90

Und es geht doch: S8 inkl. Entwicklung für €29,90

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FFR-Film macht es endlich wieder möglich: Die 15m Kassette Super 8 Film kostet hier nun inklusive Entwicklung und Rückversand nur €29,90.
Damit ist nun auch wieder Filmen unterhalb der „30€-Grenze“ möglich – zwar in Schwarzweiss, aber mit einem hervorragenden Material! Zudem ist Filmen in SW eine tolle Sache — wer es noch nicht probiert hat, sollte es tun. Probleme mit Farbtemperaturen und Mischlicht bleiben aussen vor, und das Ergebnis garantiert fantastischen Retrolook.

Super 8-Projektionen im „Offenen Atelier“

Super 8-Projektionen im „Offenen Atelier“

Ein lauschiger Sommerabend im Hinterhaus-Atelier Schwandorfer Str. 1, Regensburg

Ein lauschiger Sommerabend im Hinterhaus-Atelier Schwandorfer Str. 1, Regensburg

Vergangenes Wochenende luden die beiden Regensburger Künstler Alexandra Ries und Sepp Schick wieder ein zum alljährlichen „Offenen Atelier“ in ihren Räumlichkeiten eines idyllisch gelegenen Hinterhauses am Rande der Altstadt.

Am Samstagabend bot sich mir dabei die Gelegenheit, kurze Filme über die Ausstellungen aus den vorangegangenen Jahren zu zeigen.

Im tennenartigen Dachraum des Ateliers wurden die Filme für ein Publikum von 15-20 Personen auf eine etwa 2,20 Meter breite Leinwand projiziert.
Mein Elmo GS1200 mit aufgerüsteter 250 Watt Lichtleistung war dafür die ideale Projektoren-Bestückung.

Der Elmo GS1200 250W während der Projektion zwischen Ausstellungsgästen und Bildern der beiden Künster.

Der Elmo GS1200 250W während der Projektion zwischen Ausstellungsgästen und Bildern der beiden Künstler.

 

Dieses Handy-Foto während der Projektion  kann die Stimmung der Filmvorführung natürlich nur in Ansätzen wiedergeben

Dieses Handy-Foto während der Projektion kann die Stimmung der Filmvorführung natürlich nur in Ansätzen wiedergeben

Zusätzlich wurde im Erdgeschoß ab Einbruch der Dunkelheit eine Endlosschleife vorgeführt. Der Projektor warf Aufnahmen einer mittlerweile von der Künstlerin selbst zerstörten Objektinstallation auf ein weiße Malerleinwand, die zwischen den ausgestellten Gemälden angeordnet war.

Der kleine Revuelux 30a (ein Eumig-Fabrikat) bewährte sich für die Loop-Projektion als zuverlässiges Arbeitstier.

Der kleine Revuelux 30a (ein Eumig-Fabrikat) bewährte sich für die Loop-Projektion als zuverlässiges Arbeitstier.

 

Das bewegte Super8-Bild zwischen statischen Gemälden - Schnappschuss der Endlosschleife.

Das bewegte Super8-Bild zwischen statischen Gemälden – Schnappschuss der Endlosschleife.

Raindance Berlin’s FILMMAKERS‘ FEIERABEND

Raindance Berlin’s FILMMAKERS‘ FEIERABEND

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Am Donnerstag, dem 11. Juli werden Filmemacher und Filmliebhaber im Urban Spree wieder zusammengebracht: Es ist Zeit für den Filmmakers‘ Feierabend!

Zu sehen wird es eine Auswahl an Kurzfilmen Berliner Filmemacher geben, die von diesen auch gleich vorgestellt werden. Treffen kann man dort in gemütlicher Atmosphäre Drehbuchautoren, Produzenten, Schauspieler, Regisseure, Kameraleute und Filmliebhaber aller Art. Eine perfekte Gelegenheit, andere Filmfanatiker kennenzulernen.

Agenda:

20:00 || *FREE* JAMESON’S welcome drink
20:30 || Filmmakers‘ Selected Shorts
21:30 || Networking!

Eintritt €5,-.

Chicago 8-Festival: jetzt Filme einreichen!

Chicago 8-Festival: jetzt Filme einreichen!

Chicago 8-Festivalplakat

Chicago 8-Festivalplakat

Noch bis zum 15. September dieses Jahres können auf Super 8 oder Single 8 gedrehte Experimentalfilme für das dritte Chicago 8 Small Gauge Film Festival eingereicht werden, das vom 18.-20. Oktober stattfindet. In den beiden früheren Ausgaben waren dort mehr als 120 Filme von 85 Filmemachern aus den USA, Kanada, Argentinien, Taiwan, Japan, Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden zu sehen.

Beiträge müssen zur Sichtung erst auf DVD eingereicht werden, und wenn sie angenommen werden, auf Film. Mehr Informationen und das Einreichungsformular stehen auf chicago8fest.org.

Kodak stoppt die Produktion von Acetat-Filmträgern zu Ende Juni

Kodak stoppt die Produktion von Acetat-Filmträgern zu Ende Juni

So richtig überraschend ist es nicht, dass der angeschlagene Kodak-Konzern nun auch noch die Produktion von Tri-Acetat-Filmträgern einstellt. Ende dieses Monats werden etwa 60 Mitarbeiter aus diesem Produktionsbereich entlassen.
Grund ist – nicht überraschend – der geringe und weiter schrumpfende Bedarf. Die Herstellung dieses Filmträgers ist enorm aufwendig und funktioniert ökonomisch nur bei großem Durchsatz, der nun nicht mehr gegeben ist.

Kodaks Bestände sind aber nach eigenen Aussagen erheblich und würden bestimmt noch zehn Jahre reichen. Später wolle man diesen essenziellen Baustein des Analogfilms dann bei Dritten zukaufen, wie es heute auch schon andere Filmhersteller tun.

Einen interessanten Fernseh-Bericht gibt es auf der Rochester Homepage, hier kommt auch der ehemalige Kodak-Mitarbeiter Robert Shanebrook zu Wort, dessen Büchlein „Making Kodak Film“ voller Fotos und Erklärungen zu den Produktionsprozessen ist und jedem Analogfilmfreund ans Herz gelegt sei.

Update

Kodak versichert in einer eigenen Pressemeldung, dass die „signifikanten Vorräte für viele Jahre“ halten würden. Auch recht vorsichtig ist die Formulierung, man „sei zuversichtlich, den Kundenbedarf für die nahe Zukunft weiterhin decken zu können“. Natürlich kann ein derart angeschlagener Konzern nicht ernsthaft weitergehende Versprechungen machen.

Weiter geht’s – vorerst!


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