Günter Stark und sein selbstgebauter 35mm Projektor

Günter Stark und sein selbstgebauter 35mm Projektor

In diesem wunderbaren Kurzfilm, den Olaf Carls auf seiner inhaltlich einzigartig lesenswerten Webseite geht es um Günter Stark, der – neben vielen anderen unglaublichen Selbstbauprojekten – auch seinen eigenen, tragbaren 35mm Filmprojektor entworfen und gebaut hat. Das schönste daran: Die Dokumentation wurde 1990 vom Erfinder selbst gedreht. Welch wunderbare Rekursion!

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Fundstücke verzaubern durch Neuvertonung

Fundstücke verzaubern durch Neuvertonung

Frederic Girardet alias „Grand Marquis“ aus der Bolex-Stadt Yverdon hat ein Hobby, das einem ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert: Er sucht Perlen in ihm zugefallenen Super-8 Privatfilmen, schneidet sie heraus und vertont sie neu.
Fred ist somit nicht nur ein Perlentaucher, er poliert die gefundenen Stücke durch Schnitt und Einfassung in eine neue Tonspur zu ganz eigenen Schmuckstücken auf.

Wir stellen hier drei sechs dieser Juwelen vor, die allesamt durch das Thema Tanz verbunden sind:

Weitere Schmankerl findet man auf Freds Vimeo-Seite oder – in Einzelbildern – auf seiner Webseite.

Maya Deren: Filmer, Eure wichtigste Ausrüstung seid Ihr selbst!

Maya Deren: Filmer, Eure wichtigste Ausrüstung seid Ihr selbst!

Maya Deren mit ihrer Bolex H16, um 1943

Maya Deren mit ihrer Bolex H16, um 1943

„Kameras machen keine Filme; Filmemacher machen Filme. Verbessert Eure Filme nicht durch mehr Ausrüstung“. Dies schrieb die Avantgardefilm-Pionierin Maya Deren allen Amateurfilmern ins Stammbuch, und zwar schon einem halben Jahrhundert.

Maya Deren (1917-1961) war Mitbegründerin des amerikanischen Avantgarde- und Undergroundfilms. 1917 in Kiew als Eleanora Derenkowskaia geboren, wuchs sie ab 1922 in den USA auf. Nach einem Studium der Literaturwissenschaft und Arbeit als Choreographin und Tänzerin fiel ihr 1943 eine Bolex 16mm-Kamera aus elterlichem Erbe in die Hände. Zwischen 1943 und 1948 drehte sie ihre tänzerisch-filmisch choreografierten Experimentalklassiker Meshes of the Afternoon, At Land, A Study in Choreography for the Camera, Ritual in Transfigured Time und Meditation on Violence. An den ersten beiden Filmen wirkte ihr Ehemann Alexander Hammid mit, geboren als Alexander Hackenschmied in Österreich und vor seiner Emigration Berufsfotograf und -kameramann in der Tschechoslowakei. Gemeinsam drehten Deren und Hammid auch einen Privatfilm über ihre Hauskatze, The Private Life of a Cat. Später wandte sich Deren dem Dokumentarfilm zu. Von 1947 bis 1954 drehte sie auf Haiti Divine Horsemen, einen 53minütigen Dokumentarfilm über Voodoo, der erst posthum uraufgeführt wurde.

Deren verstand sich zeitlebens als Amateurfilmerin, die ihre Filme – wie sie es ausdrückte – „mit Budgets macht, die in Hollywood gerade mal für die Lippenstifte reichen“. Sie engagierte sich auch in Amateurfilmvereinigungen. 1959 rief sie im Movie Makers Annual der amerikanischen Amateur Cinema League Filmer dazu auf, sich alle Besessenheit mit Profistandards und Filmausrüstung aus dem Kopf zu schlagen und besseren Gebrauch von ihrer filmerischen Freiheit zu machen.

Ein halbes Jahrhundert später hat Maya Derens Mahnruf nichts von seiner Aktualität verloren. Im Gegenteil, angesichts endloser Technikdebatten und Dauerlamentiererei unter (analogen wie digitalen) Amateurfilmern war er vielleicht noch nie so zeitgemäß wie heute.

Amateur versus Profi

Die größte Hürde, vor der Amateurfilmer stehen, ist ihr Minderwertigkeitsgefühl gegenüber professionellen Filmproduktionen. Schon das Etikett „Amateur“ klingt wie eine Entschuldigung. Doch bezeichnet dieses Wort – abgeleitet vom lateinischen amator, Liebhaber – jemanden, der etwas aus Liebe zur Sache tut anstatt aus wirtschaftlichen Gründen oder Zwängen. Und genau bei dieser Wortbedeutung sollte auch jeder Amateurfilmer beginnen. Statt neidisch auf die Drehbuch- und Dialogschreiber zu schielen, auf die gelernten Schauspieler, die aufwändigen Teams und Sets und auf die enormen Budgets des professionellen Films, sollte der Amateur den großen Vorteil nutzen, um den ihn alle Profis beneiden: Freiheit, sowohl künstlerisch, als auch physisch.

Maya Deren beim 16mm-Filmschnitt

Maya Deren beim 16mm-Filmschnitt

Künstlerische Freiheit bedeutet, dass der Amateurfilmer unter keinem Zwang steht, Drama und Schönheit seiner Bilder einem Schwall von Wörtern, Wörtern und noch mehr Wörtern opfern zu müssen. Keine Erzählhandlung muss erbarmungslos vorangetrieben und dem Zuschauer verständlich gemacht, kein Star oder Sponsorenprodukt ins gute Licht gerückt werden. Auch erwartet niemand von einer Amateurproduktion, dass sie ein gemischtes Massenpublikum neunzig Minuten lang fesselt, damit sich eine enorme Geldinvestition wieder auszahlt. So wie der Amateurfotograf kann sich der Amateurfilmer ganz der Poesie und Schönheit von Orten und Ereignissen widmen, sie festhalten und, da er eine Bewegtbild-Kamera nutzt, die weite Welt der Schönheit von Bewegungen erkunden. (Einer der Filme, die 1958 bei den Creative Film Awards ehrenwert erwähnt wurden, war Round And Square, eine poetische, rhythmische Bearbeitung der tanzenden Lichter von Autos, die eine Autobahn hinunterströmten, unter Brücken hindurch, usw.) Nutzt, statt Euch an einer mitreißenden Erzählhandlung zu versuchen, die Bewegung von Wind oder von Wasser, Kindern, Leuten, Aufzügen, Bällen usw. wie in einem Gedicht. Und nutzt die Freiheit, mit Bildideen zu experimentieren. Niemand kann Euch für Eure Fehler feuern.

Zur physischen Freiheit gehört die Freiheit der Zeit – und von budgetbedingten Abgabeterminen. Vor allem aber besitzt der Amateurfilmer mit seiner kleinen und leichten Ausrüstung eine Unauffälligkeit (für heimliches Drehen) und physische Beweglichkeit, um die ihn die mit ihren tonnenschweren Monsterapparaten, Kabeln und Kameracrews geschlagenen Profis durchaus beneiden. Vergesst nicht, dass noch kein Stativ gebaut wurde, das so wunderbar beweglich ist wie das komplexe System von Sehnen, Gelenken, Muskeln und Nerven namens menschlicher Körper – der, mit etwas Übung, eine enorme Vielfalt von Kameraeinstellungen und visuellen Aktionen ermöglicht. All das besitzt Ihr, und ein Gehirn obendrauf, in einem hübschen, kompakten, mobilen Gesamtpaket.

Kameras machen keine Filme; Filmemacher machen Filme. Verbessert Eure Filme nicht durch mehr Ausrüstung und mehr Mitarbeiter, sondern indem Ihr das, was Ihr schon habt, ausreizt. Die wichtigste Ausrüstung seid Ihr selbst: Eure beweglichen Körper, Euer Einfallsreichtum und Eure Freiheit, beide zu gebrauchen. Bitte gebraucht sie auch.

(Übersetzung aus dem Amerikanischen von Florian Cramer)

Making-Of-Material mit Bolex in Cinemascope

Making-Of-Material mit Bolex in Cinemascope

Im April 2013 wurde an mehreren Sets auf Sizilien eine biblische Filmproduktion gedreht. Die Dreharbeiten des amerikanischen 12 stündigen Spielfilms fanden auf mehreren Arri ST-Kameras auf 35mm in 3-perf statt. Das ST steht hier nicht für Stumm, wie bei den 16mm Pendants sondern bei 35mm-Modellen für Studio, den laufleisen Synchron-Kameras. In den Drehpausen konnte eine kleine Making-Of-Produktion realisiert werden. Das war eine gute Möglichkeit, den Kühlschrank von überlagertem 16mm Vision 2 / 250D Material zu befreien. Also raus mit der Bolex H16Rx4, den Möller 2-fach vors Kern 26mm Makro geschnallt und ab auf die sizilianischen Berge. Der vorliegende Clip zeigt schon mal, welche Vorkehrungen bei Drehs mit Anamorphoten zu beachten sind. Eine genaue Anleitung und einen Test verschiedener Objektivserien von ISCO, Kowa und Möller gibt es demnächst hier. Und nun: Film ab…

Single-8: Flashing Down Mount Fuji

Single-8: Flashing Down Mount Fuji

Dieser schöne Werbefilm von „FUJIFILM Foto Film“ diente Ende der 60er Jahre dazu, das Single-8 System zu bewerben. Zu sehen ist Skifahrerlegende Yūichirō Miura, wie er im Jahre 1966 seine waghalsige Fuji-Abfahrt mit Bremsfallschirm wagt.
Die vorliegende Kopie wurde in Fujis Technikabteilung wohl eifrig zum Testen verschiedenster Projektoren genutzt, was den lädierten Zustand von Bild und Ton erklärt. Trotzdem: Sehenswert!

Deidesheim, die Erste

Am Samstag, 16. März 2013 fanden sich Freunde des analogen Films aus ganz Europa zusammen, um auf der ersten Filmbörse Deidesheim Geräte, Filmmaterial und Zubehör aller Formate zu bewundern, zu kaufen, zu verkaufen, Fachgespräche zu führen und auch neue Bekanntschaften zu schließen. Die Börse wurde nach über 20 Jahren erstmals nicht mehr in Waghäusel, sondern […]

Festival der Künstler-Filmlabore in Colorado

Festival der Künstler-Filmlabore in Colorado

Chromaflex, experimentelle Farbfilmentwicklung mit Richard Tuohy vom australischen Nanolab - und Mottobild des diesjährigen TIE in Colorado

Chromaflex, experimentelle Farbfilmentwicklung mit Richard Tuohy vom australischen Nanolab – und Mottobild des diesjährigen TIE in Colorado

Seit einigen Jahren boomen künstlerische Selbstmacher-Werkstätten für handentwickelten 8- und 16mm-Film. Die Website filmlabs.org verzeichnet 27 von ihnen auf der ganzen Welt, darunter im deutschsprachigen Raum das LaborBerlin, die filmkoop wien und die Hannoveraner Filmwerkstatt Sector 16.

Das renommierte Experimentalfilmfestival TIE im amerikanischen Colorado Springs widmet sich deshalb in diesem Jahr ausschließlich den „artist-run film labs“ mit einem fünftägigen Programm. Filmvorführungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Installationen und Workshops sind geplant.

Die Festivalmacher schreiben (im Original auf Englisch):

Mit unseren künftigen Aktivitäten und Publikationen möchten wir die Wahrnehmung von Film als einer veralteten künstlerischen Darstellungsform anfechten und etwas dagegen tun, dass der Zugang zu etablierten Filmlabors und Techniken deswegen verloren geht. Doch statt diesen status quo zu beklagen, sieht das TIE eine große Chance für alle Betroffenen, sich die Mittel filmischer Produktion vollständig selbst anzueignen – und zwar auf eine nicht-elitäre und revolutionäre Weise. Um [den Experimentalfilmmacher] Nicolas Rey zu zitieren: ‚Jetzt, da die Filmindustrie Stück für Stück das Medium Film aufgibt, gehen die technische Ausrüstung, das Wissen und die Praktiken in Künstlerhände über‘.

Filmemacher, die Filme in einer künstlerischen Filmwerkstätte produziert haben, können diese noch fürs TIE einreichen. Die Kontaktadresse hierfür lautet: film@experimentalcinema.org.

Scharfe Vision: 200T und 500T in Super 8

Der spanische Werbe- und Modefotograf José Luis Villar zeigt, was Super 8 so alles kann – wenn man nur Negativ genug denkt! Gefilmt hat er während eines Photoshootings im Frühjahr 2013 mit einer Canon 1014 XL-S Super 8-Kamera auf den Filmen Kodak Vision3 200T und 500T. Die wirklich ausserordentlich gute Abtastung des Negativmaterials wurde von […]

Lego Technic Super-8 Projektor

Lego Technic Super-8 Projektor

Lego Technic ist das beste Spielzeug der Welt. Mit Lego ist nämlich eigentlich alles möglich, zumindest konzeptionell. In den letzten 20 Jahren hat sich ein guter Kubikmeter dieser etwas spezialisierteren Legosteine bei mir angesammelt und wird zwar zu selten, aber doch regelmässig ausgekippt und verwendet. In der letzten Zeit war es mein Technik- und Schmalfilmbegeisterter Sohn Kalle, der mich vermehrt zu Legoabenden überredete.

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King Creole – Mein Leben ist der Rhythmus (1958)

King Creole – Mein Leben ist der Rhythmus (1958)

King Creole - Mein Leben ist der Rhythmus

In seinem vierten Kino-Film spielt Elvis den jungen Danny Fisher. Da sein Vater keine Arbeit findet, muss er für die Familie die Brötchen verdienen. Nachdem er seinen Job in der Kneipe des Gangsters Maxie geschmissen hat, bekommt er vom Besitzer des Clubs „King Creole“ eine Chance als Sänger. Aufgrund seines großen Erfolges will Maxie, dass Danny wieder für ihn arbeitet. Von nun an überschlagen sich die Ereignisse…

Elvis singt in diesem Feature rund 12 Songs (u.a. King Creole, Trouble, Hard Headed Woman, Lover Doll). King Creole gilt unter vielen Elvis-Fans als sein bester Film.

Bild:

Inter-Pathé hat diesen Schwarzweiß-Klassiker auf Azetatmaterial veröffentlicht. Eigentlich müsste jeder Akt einzeln rezensiert werden, da bei der mir vorliegenden Kopie jeder seine eigenen Stärken und Schwächen hat. Bis auf den 3. Akt sind bei den restlichen der insgesamt 6 Akte á 120 Meter sowohl der Kontrast, als auch die Graustufen wirklich sehr gut angelegt. Im angesprochenen Akt 3 ist die Helligkeit etwas zu hoch gewählt. Die Schärfe wiederum ist nur in den Akten 2, 3 und 6 als gut bis befriedigend zu bezeichnen, zeigt aber gerade in Totalen ziemliche Schwächen. Die Akte 1, 4 und 5 sind schärfetechnisch eher mangelhaft bis ausreichend. Hinzu kommt, dass sich der Film bis auf die Akte 4 und 5 als Balkenbild präsentiert. Gerade bei den Aktwechseln ist es jedoch immer nötig, Korrekturen vorzunehmen. Die verwendete Vorlage von Viacom aus den USA war allerdings in einem guten Zustand. Größere einkopierte Störungen oder Laufstreifen sind mir nicht negativ aufgefallen.
Hier muss ich dazu sagen, dass ich allerdings auch nicht danach suche, sondern nur dann darauf eingehe, wenn die Laufstreifen o.ä. störend wirken. Es wurde recht grobes Filmmaterial verwendet, da durchweg ein leichtes Krisseln sichtbar ist. Bei kleineren Projektionen dürfte dies aber nur bedingt sichtbar sein. Auch könnten da die Schärfeschwächen nicht so stark auffallen.

Ton:

Die deutsche Mono-Tonspur ist bis auf ganz wenige Ausnahmen lippensynchron aufgespielt. In Akt 5 wiederum liegt er aber um rund eine halbe Sekunde vor dem Bild. Dies wirkt teilweise etwas störend, gerade in der Schlägereiszene. Der Pegel ist sehr gut und der Sound für einen Film aus den 50er-Jahren ebenfalls in Ordnung. Richtig gut wird der Ton dann, wenn man einen Verstärker mit Equalizer anschließt und Bässe reindreht. Dann jagt einem z.B. „Trouble“ einen Schauer nach dem anderen über den Rücken und es fällt einem schwer, die Füsse still zu halten.

Fazit:

Ob einen diese Schärfe-Schwächen stören oder nicht ist natürlich sehr subjektiv. Für mich hat dieser Film sowieso ideellen Wert: es war meine allererste Komplettfassung! Wenn man vorher weiß, was auf einen zukommt, dann kann man diese Komplettfassung grundsätzlich empfehlen.

[alert type=“info“]Lauflänge: ca. 108 min., Darsteller: Elvis Presley, Walter Matthau, Carolyn Jones u.a.
Projektor: Revue Lux Sound 80 Stereo, Objektiv: Revuenon Zoom Lens 1:1,3/15-30mm
Projektionsgröße: 1,87 m x 1,40 m[/alert]

Szenenbilder


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