ORWO C 9165 Entwicklung in nachgebauter Chemie

ORWO C 9165 Entwicklung in nachgebauter Chemie

Es begann vor einen anderthalb Jahren als die verrückte Idee hatte die ORWO C 9165 Chemie selbst anzusetzen. Da gab es nur zwei Probleme:

  1. Da das Rezept auf russisch ist musste ich es übersetzen. Hätte ich nur nicht den doofen Microsofttranslator (BING) genommen… Der übersetzt richtig schlecht. Ein paar Monate später versuchte ich den Google-Übersetzter und siehe da, alle Chemienamen wurden richtig geschrieben.
  2. In dem Prozess wird ein Stoff verwendet, der ugs. CD-1 genannt wird. Der richtige Name ist: Diethyl-p-phenylendiaminsulfat. Das schwer zu beschaffen ist. An dem Punkt gab ich auf… Doch dann (Mrz. 2016) bekam ich es doch…

Als die “CD-1-Quelle“ gesichert war, bestellte ich für rund 110€ Rohchemie. Als alles zusammen war, begann ich damit alles anzusetzen. Als dies getan war, belichtete ich einen ORWO Chrom UT 15 und entwickelte diesen. Er kam blank aus der Entwicklung. Aber davon lies ich mich nicht unterkriegen und belichtete 2 Wochen später noch einen UT 15. Der wurde Perfekt. Seit dem habe ich etliche UT 15, Agfachrome, Revuechrome in diesem Prozess entwickelt. Teilweise gut und schlecht.

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Yum Yum Soups: Zu Gast bei Dagie

Yum Yum Soups: Zu Gast bei Dagie

Ob Seetang, Magnolien, Rotwein, Flieder, Bier, Erdbeer oder Holunderblüten: Die Experimentalikone und Kreativkraftkünstlerin Dagie Brundert aus Berlin entwickelt Film in nahezu allem, was flüssig ist und begeistert auf Ihren Super 8 Workshops Nachwuchsfilmer von der Magie der unorthodoxen Bio-Entwickler.

Das beste aber: Dagie hat Ihre Rezepte jetzt in einem wunderbaren Blog gesammelt. Dagie sucht Phenole überall und teilt, was Sie schon gefunden hat, sie hat sogar jedes Rezept mit dem passenden Film verlinkt. Wo gibt’s das sonst, Rezepte, die man gleich beim Lesen schon Schmecken kann?

Super 8 Schwarzweiss Umkehrentwicklung selbst gemacht

Super 8 Schwarzweiss Umkehrentwicklung selbst gemacht

Der Filmkorn-Erklärbär war wieder da und hat ein lange gewünschtes Tutorial-Filmchen gemacht! Heute geht es um die SW-Umkehrentwicklung von Schmalfilm in hervorragender Qualität bei geringen Kosten.

Wir setzen die benötigte Chemie an und erklären alle notwendigen Schritte. Der Prozess ist natürlich auch für brillante SW-Dias geeignet.

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Kurzer Prozess: Uralte Ablauffilme gefügig machen

Kurzer Prozess: Uralte Ablauffilme gefügig machen

Auf der Filmbörse in Deidesheim erstand ich dieses Jahr 20 Rollen Kodak DS8-Film für einen mittleren, zweistelligen Betrag. Mehr hätte ich auch nicht bezahlt, denn es war völlig unklar, um was für Material es sich handelte. Die Kodak-typische Verpackung war spärlich beschriftet: „Eastman Ektachrome commercial Film SO-425“ war alles, was der Karton neben der kryptischen DS8-Kennzeichnung „16/8S 2R 1-4“ hergab. Weiterlesen

Doppel Super 8 (DS8) Farbfilm selbst entwickeln

Doppel Super 8 (DS8) Farbfilm selbst entwickeln

Heute im Filmkorn-Kanal:
Ein etwas längeres Titorial-Video für mutige, die 60m Super 8 Film auf einmal im Lomotank entwickeln wollen.

DS8-Material von Foma ist nach wie vor bei Wittner verfügbar.

Nur Mut, es macht Spaß und ist unschlagbar preiswert!

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Filmkorn Video Tutorials: Do it yourself!

Filmkorn Video Tutorials: Do it yourself!

Filmkorn hat jetzt einen eigenen Youtube-Kanal, auf dem zunächst kleine Tutorial-Videos zu Tricks und Kniffen rund um die Selbstverarbeitung von Schmalfilm gezeigt werden.
Durch selbermachen lässt sich eine Menge Geld sparen und das Hobby macht auch gleich noch mal mehr Spaß.

Am besten den Kanal jetzt gleich abonnieren und so keine neuen Produktionen mehr verpassen. 🙂

Bisher im Angebot sind folgende drei Filme:

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[responsive_youtube http://www.youtube.com/watch?v=vacraSt3ZVk]

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Viel Spaß!

Super-8-Kurs für Newbies: Die Kamera

Super-8-Kurs für Newbies: Die Kamera

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Alles Wissenswerte über Super 8: zu lesen im Handbuch SUPER 8

Wer ins „echte Filmen“ einsteigen will, greift gern mal zu Super 8. Schon wegen des körnigen Looks. Aber mit welcher Kamera dreht man heute noch gute Szenen? Die Geräte sind irgendwann zwischen 1965 und 1985 gebaut worden – viele haben längst das Zeitliche gesegnet, für andere gibt’s keine Ersatzteile mehr. Das aktuelle Handbuch SUPER 8  zeigt, worauf man als Einsteiger achten sollte. In diesem Auszug erfährst Du alles über die Wahl der Kamera.

Es gibt zig Millionen Super-8-Kameras auf dieser Welt. In Deutschland wurden von 1966 bis 1980 pro Jahr rund 100.000 Stück produziert. Aus Japan kamen allein im Jahr 1974 stolze 1,5 Millionen Stück, das blieb so bis 1979, danach fiel die Zahl erstmals unter eine Million im Jahr. Aber auch in den USA, in Österreich und in Frankreich wurden Super-8-Kameras hergestellt.

Wenn Super 8 für Dich neu ist, ist die Verlockung groß, gleich mit einer früheren Spitzenkamera einzusteigen. Die gibt es alle eh’ nur noch gebraucht – und bei eBay kosten wenige Modelle deutlich über 100 Euro. Ich rate trotzdem, mit was Kleinem loszulegen. Nimm’ eine Kompakte! Warum? Die großen Kisten haben viele Funktionen. Wenn Du da was falsch einstellst, ist der Ärger hinterher groß.

Nichts törnt mehr ab als ein erster Film, der missraten ist. Schon diese Ergebnisse sollen Dir Spaß machen. Mit einer Kamera aus der Kompaktklasse ist das viel wahrscheinlicher. Die haben keinen Riesenzoom. Die Gefahr von verwackelten oder unscharfen Bildern ist geringer. Und Du bist damit beweglicher. Kompakte machen alles mit, sind leicht und klein. Können überall dabei sein. Wie man das von Camcordern gewöhnt ist.

Kompakt-Klasse
Kompakte lassen sich zum Beispiel prima an Skateboards befestigen, auf Skiern, an Fahrrädern. Skater sind ja große Freunde von Super 8, auch viele Musikvideos werden nach wie vor auf diesem körnigen Filmformat gedreht. Wenn die Kamera da mal was abkriegt, vom Board fällt oder hinknallt, sind nur 5 bis 25 Euro im Eimer. Mehr kosten die Kleinen gebraucht nicht.

Worauf Du achten musst, ist, dass die Kamera mit der Filmempfindlichkeit Deiner gewählten Super-8-Kassette zurecht kommt. Während früher ASA/ISO 40 die Regel war, haben heutige Filme meist ISO 100 oder 200. Damit kann nicht jede Kamera umgehen! Eine Liste zur ISO-Akzeptanz vieler Modelle findest Du im Internet unter:

http://super8wiki.com/index.php/Super_8_EKTACHROME_100D_motion_picture_film_exposed_in_old_cameras

In der Kompakt-Klasse habe ich Dir nachfolgend handliche Kameras aufgelistet, die entweder gar keinen Handgriff haben oder über einen Klappgriff verfügen.Alle haben ein 3- bis 6-fach Zoom, Belichtungsmessung durchs Objektiv (TTL = Through the Lens) und arbeiten mit 18 Bildern pro Sekunde. Damit wären die wichtigsten Funktionen erfüllt. Du musst jetzt schauen, was Du von der Kamera ansonsten noch erwartest:

• Einzelbildschaltung: haben die meisten
• Fernauslöser: manche arbeiten mit mechanischem, ruckelanfälligem Drahtauslöser, viele mit besserem elektrischen Auslöser über Kabel
• „Profigeschwindigkeit“ 24 B/sec.: ist bei einigen anwählbar, wenige in dieser Klasse haben auch Zeitraffer (9 B/sec.) oder Zeitlupe (ab 36 B/sec.). 24 B/sec. sind wichtig, wenn Du den Film scannen und am Computer schneiden willst. Mit 18 Bildern läuft er zu langsam und muss bei der Abtastung interpoliert werden – das geht zu Lasten der Qualität
• Makro: Alle Objektive können Motive ab etwa einem Meter Entfernung scharf stellen, bei sehr guten Lichtverhältnissen ist im Weitwinkel ab 0,5 m alles scharf. Wenn Du näher ran willst, brauchst Du Makro. Da gibt es einige Varianten: manche Objektive, wie bei Bauer, ermöglichen Scharfstellung ab Frontlinse bis 1,5 m; andere, wie bei der Canon 318M, müssen exakt 22,5 cm vom Motiv weg sein – was die Verwendungsmöglichkeiten total beschränkt. Da hilft nur ein Blick in die Bedienungsanleitung.

Super-8-Kompaktkameras
Agfa Microflex 200, Agfa Microflex 300, Bauer C4, Bauer C6, Bauer C104, Bauer C14, Bauer Star 4, Bauer Top Star, Bolex 350 Macro Compact, Braun Motor Zoom Reflex Compact 500 Macro, Canon Auto Zoom 318M, Elmo C 56 Album 3600, Elmo Super 104, (Honeywell) Elmo Super 106, Elmo Traveler, Eumig Mini 3 Servofocus, Eumig Mini 5 Makro Zoom Reflex, GAF 102 A, Hanimex CPM 53, Minolta Pocket Z-8, Nizo S1, Nizo S125, Nizo S126, Nizo S30, Rollei SL86, Sankyo Super ES-44, Silma 6S, Yashica Super 40 K, Zeiss Ikon M 803 electronic

XL-Nachteulen
XL steht für „existing light“. Diese Kameras sollen sich vor allem bei ungünstigen Lichtverhältnissen bewähren. Dafür sind zwei Faktoren maßgeblich: Besonders lichtstarke Objektive mit Öffnungen von 1:1,2 bis 1:1,4 (statt 1:1,8) und ein vergrößerter Hellsektor der Umlaufblende (statt 160–180° bis zu 230°). Dadurch verlängert sich die Belichtungszeit auf rund 1/30 sec., was bei schnellen Motiven zu leichten Bewegungsunschärfen im Einzelbild führen kann. In Verbindung mit hochempfindlichen Filmen (z. B. Kodak Vision3 200T und 500T) lassen sich auch abends interessante Ergebnisse erzielen. Wenn es zu dunkel wird, ist der Blick in den Sucher allerdings schwierig. Im Gegensatz zu hell leuchtenden Monitoren der Camcorder wird bei den meisten Super-8-Kameras ein Teil des Lichts, das ins Objektiv einfällt, abgezweigt und in den Sucher geleitet. Wenn es draußen finster ist, kommt auch im Sucher nichts an.

Besonders empfehlenswert für alle möglichen ISO-Werte der Filme sind die Modelle Canon 310 XL und 514 XL. Was kannst Du von XL-Kameras noch erwarten:

• 9er Gang: Viele haben einen Zeitraffer eingebaut, mit dem die Belichtungszeit der Einzelbilder noch weiter verlängert wird.

Super-8-XL-Kameras
Bauer C 5 XL Makro, Bauer C50 XL macro, Bauer C104XL, Bauer C105 XL, Bauer Top Star XL, Bauer Compact 20 XL, Bauer Compact III XL, Bell & Howell T30XL, Canon 310 XL, Canon 514 XL, Chinon 213, Chinon 133 P XL, Chinon 213 P XL, Elmo 412 XL Macro, Elmo 614 XL macro, Elmo Super 311 Low Light, Kodak XL 33, Kodak XL 55, Kodak XL 320, Kodak XL 330, Kodak XL 360, Minolta XL 250, Minolta XL 400, Minolta XL 401, Minolta XL 601

Spitzen-Modelle
Spitzen-Kameras haben ein 8- bis 12-fach Makro- Zoom, das fest montiert ist und häufig in zwei Geschwindigkeiten motorisch durchfahren werden kann. Es gibt also auch bei diesen Geräten keine Wechseloptik. Das Feature bleibt den System-Kameras vorbehalten, um die wir uns gleich kümmern werden. Außerdem haben Spitzen-Kameras allerlei Spielereien an Bord:

• Auf-, Ab- und Überblendfunktion
• Zeitlupe (meist 48-64 B/sec.)
• Blitzkontakt für Einzelbildbelichtung und Zweibandvertonung mit elektronischen Impulsen
• Intervalltimer für Zeitraffer mittels Einzelbildschaltung
• Langzeitbelichtungsautomatik zwischen 1/10 Sekunde bis zu einem Bild pro Minute mit vorwählbarer Szenenlänge bis 12 sec. (Bauer C Royal und A508/512 sowie Nizo 561-801 und professional)

Super-8-Spitzenkameras
Die besonderen Lieblinge der Super-8-Freunde sind die folgenden Kameras, die gut und gerne für 250 bis 350 Euro über den virtuellen Ladentisch gehen: Canon 814 und 1014XL-S (obwohl mit Sound, aber sehr begehrt), Nikon R8 und R10, Nizo professional, mit einigem Abstand auch Bauer A508/512, Bauer S709/715XL microcomputer (trotz Soundteil), alle Nizo-Modelle 481-801 macro sowie die Nizo 4056 und 6080 (trotz Soundteil).

Echte System-Kameras
Diese Modelle haben einen entscheidenden Vorteil: Du kannst das Objektiv wechseln. Alle aufgelisteten Beaulieu-Kameras verfügen über einen
C-Mount-Anschluss. Damit sind auch die Wechselobjektive von 16-mm-Kameras nutzbar. Bei der Leicina Special ist ein Leica-M-Bajonett vorhanden. Neben der Standardoptik 1:1,8/6-66 mm gibt es für diese Super 8 ein weitwinkliges Macro-Cinegon mit 10 mm, das auch Nahaufnahmen ermöglicht. Außerdem steht die gesamte Palette der Leica M Fotoobjektive offen. Die Brennweite der Foto-Objektive muss natürlich auf das Super-8-Bild berechnet werden. Das geschieht mit dem Faktor 6. Dadurch ergibt sich, dass ein Foto-Normalobjektiv von 50 mm etwa einem 300-mm-Tele an der Filmkamera entspricht. Das ist die 30-fache Vergrößerung der Super-8-Normalbrennweite von 10 mm. Da lässt sich mit extremen Tele-Brennweiten glatt in Mondkrater schauen – aber alles nur vom Stativ.

Beaulieu warb früher mit dem Slogan „100 % Licht im Sucher – 100 % Licht auf dem Film“. Erreicht wird das durch einen Verschluss, der ähnlich wie ein Schwingspiegel bei Profi-Kameras funktioniert. Vorteil ist, dass wirklich das gesamte einfallende Licht für den Film zur Verfügung steht und nichts in den Sucherstrahlengang abgezwackt wird. Nachteil ist, dass es im Sucher flackert, während gedreht wird.

Die hier benannten System-Filmkameras haben aber noch einen gemeinsamen Vorteil: Sie verfügen allesamt über ein Drehrad, um die Filmempfindlichkeit des Materials manuell von außen einzustellen! Da gibt es kein Vertun mit der Erkennung irgendwelcher Kassettenkerben. Extrem empfehlenswert, auf Ewig für alles gewappnet, dafür gern bis 400 Euro teuer!

Super-8-System-Kameras
Beaulieu 2008 S, 4008 ZM II, ZM III, ZM IV, 6008, 7008, 9008 (letztere drei obwohl Sound-Modelle), Leitz Leicina Special

Soundkameras
Vor schweren und klobigen Tonfilmkameras kann man nur warnen. Aber ich muss doch ein paar Ausnahmen schildern. Die erste ist: Wenn Tonfilmkameras Stummfilmtechnik in sich tragen, die für Deine Aufnahmen wichtig ist. Das kann mit den Modellen Canon 814 XL-S oder 1014 XL-S der Fall sein. Sie gehören zu den leistungsfähigen Kameras, die bis kurz vor Schluss der Super-8-Ära 1983 gebaut wurden. Es gibt kaum neuere Geräte. Auch die Soundkameras Nizo 4056 und 6080 sind gerne genommen. Sie sehen topp aus (Braun-Design von Dieter Rams) und sind extrem leise. Außerdem bieten sie viele Funktionen! Tonfilme gibt es aber schon lange nicht mehr. Man kann mit diesen Modellen nur noch stumm drehen.

Unbrauchbare
Vermeide schwere, klobige Kameras, die mit Film und Batterien mehr als 1,3 Kilo wiegen. Vor allem die frühen, unhandlichen Tonfilmklopper von Bauer, Beaulieu (5008), Bolex, Chinon, Copal, Cosina, Elmo, Kodak, Noris, Porst, Revue, Rollei, Sankyo und Yashica sind nicht zu empfehlen. Ignoriere alle Kameras, die eine fette Autofocus- Einheit an der Optik haben. Das hat damals kaum funktioniert und heute sowieso nicht mehr. Die meisten dieser Modelle führen die Bezeichnung „AF“ im Namen. Speziell Bolex, Canon, Chinon, Elmo, Fuji und Sankyo hatten da skurrile Konstrukte am Start.

Es gibt eine Reihe von Kameras, die nur fürs Filmen mit dem früheren Standard ASA-40-Kunstlichtfilm eingerichtet waren. Diese Modelle müssen leider auf den Müll. Oder in die Sammler-Vitrine.

Super-8-Müll
Agfa Microflex Sensor, Agfa Microflex 100 Sensor, Astral T2 Electric Eye, Eumig
Mini, Halina Super Eight, Voyageur Super 8. Besonders primitive Kameras hatten gar keinen Belichtungsmesser eingebaut: Boots Comet 121, Boots Comet S8, Mupi Zeta 1, Muplex MR 3, Universa Junior. Belichtungsmessung, die nicht durch das Zoom-Objektiv, sondern oberhalb der Optik ohne Berücksichtigung des Filmausschnitts erfolgt, ist auch nicht zu empfehlen: Argus 802, Argus 822T, Bentley B-3, Bentley BX-720, Bolex 233 Compact (S), Braun Zoom Reflex S8, Elmo Super 103(T) und 204(T), Eumig Mini Zoom Reflex2, Hanimex MZ 200, viele Kodak Instamatic Modelle.

Handbuch SUPER 8 - zu erstehen bei Amazon oder www.atollmedien.de

Mehr übers Filmen mit Super 8 erfährst Du im Handbuch SUPER 8. Hier zu haben: http://www.amazon.de/Super-Handbuch-Filmformats-digitalen-Zeitalter/dp/3938619031/ref=pd_rhf_se_p_t_2_9Z7T

Völlig Vermessen: Leicina 8SV öffnen und reparieren

Völlig Vermessen: Leicina 8SV öffnen und reparieren

Kürzlich habe ich eine Leicina 8SV geerbt — ein ganz besonderes Modell sogar, denn es wurde einst von einem Tüftler auf Doppel-Super-8 umgebaut. Leider sagte der eingebaute Belichtungsmesser keinen Pieps mehr, was die Kamera unbenutzbar macht, erlaubt sie doch keine manuelle Einstellung der Blende. Wohl aber bietet sie eine umfassende Belichtungskorrektur und natürlich manuelle ASA-Wahl, ist also nicht nur wegen der hervorragenden Angenieux-Optik ausgesprochen interessant.

Im folgenden schildere ich, wie sich die Leicina 8SV öffnen und reparieren lässt. Bestimmt ist es bei anderen Leicina-Doppel-8-Modellen ähnlich oder genau so, diesbezüglich habe ich aber noch keine Erfahrungen sammeln können.

Vorausgesetzt wird gutes Werkzeug (exakt passende, scharfe, hochwertige Schlitzschraubenzieher), ein sauberer, geeigneter Arbeitsplatz sowie etwas Mut und Erfahrung im Umgang mit Feinmechanik. Man kann bei dieser Operation durch kleine Unachtsamkeiten auch eine Menge kaputt machen!

Zunächst wird die Abdeckung des Batteriefachs entfernt. Hier befindet sich neben der Stromversorgung auch der Antriebsmotor.

Zunächst wird die Abdeckung des Batteriefachs entfernt. Hier befindet sich neben der Stromversorgung auch der Antriebsmotor.

Die Blechkappe über dem Antriebsmotor lässt sich nach Lösen der Schraube vorsichtig schräg abziehen. Bei der Gelegenheit sollte man gleich die Isolierung der Motoranschlüsse erneuern, da das dort verwendete Isolierband sich über die Jahre garantiert in Staub aufgelöst hat.

Die Abdeckung lässt sich mit einer Schraube entfernen.

Die Abdeckung lässt sich mit einer Schraube entfernen.

Nun kommt man an die Schraube links oben, die zu lösen ist. Auch diese sitzt ziemlich fest!

Nun kommt man an die Schraube links oben, die zu lösen ist. Auch diese sitzt ziemlich fest!

Ab jetzt sollte man die Kamera unbedingt sicher auf dem Tisch liegen haben, damit sich der sich-lösende Kamerakopf nicht selbständig macht.

Nach entfernen des Filmkammerdeckels kann auch die andere Schraube gelöst werden, die den Kamerakopf mitträgt.

Nach entfernen des Filmkammerdeckels kann auch die andere Schraube gelöst werden, die den Kamerakopf mitträgt.

Zu guter Letzt löst man mit dem 5mm Gabelschlüssel diese Sechskantschraube. Ab jetzt löst sich der Kamerakopf!

Zu guter Letzt löst man mit dem 5mm Gabelschlüssel diese Sechskantschraube. Ab jetzt löst sich der Kamerakopf!

Achtung: Den abgetrennten Kamerakopf darf man auf keinen Fall auf der „Schnittseite“ abstellen, da der Spiegel für das Suchersystem sonst irreparabel beschädigt wird. Ab jetzt ist sehr große Vorsicht geboten, denn auch z.B. der Zeiger des winzigen Drehspulinstruments unterhalb des Prismas ist durch eine falsche Bewegung abgerissen oder verbogen. Also hier ganz besonders behutsam, konzentriert und ungestört vorgehen!

Ich habe bei dieser Gelegenheit gleich auch das Prisma gereinigt, auf dem einige hartnäckige Krümelchen klebten. Hierzu empfiehlt sich ein „Speckgrabber“, viel Gefühl und kleine Mengen Methanol. Auch der Spiegel des Suchersystems profitiert von einer Reinigung, da er aber oberflächenverspiegelt ist, sind nur Methanol und weichte Swabs erlaubt. Auf keinen Fall schubbern!

Die elektrische Verbindung zwischen Kamerabauch und -kopf wird über die Steckkontakte hergestellt, die man am unteren Bildrand sieht.

Die elektrische Verbindung zwischen Kamerabauch und -kopf wird über die Steckkontakte hergestellt, die man am unteren Bildrand sieht.

Genau diese Steckleiste ist das Problem: Die Kontakte korrodieren, verschmieren und leiten nicht mehr ausreichend gut. Nötig ist eine ausgiebige Kontaktkur auf beiden Seiten. Beginnen wir mit der männlichen Seite, zu deren Reinigung ich ich Lederstäbchen empfehle. Für die weibliche Seite werden wir später ein doppelt gefaltetes Blatt Papier benutzen.
Der erste Reinigungs-Gang sollte mit Kontakt 60 erfolgen, durch das Korrosion und Schmutz gelöst werden. Achtung, Sprühnebel ist Gift, also Kontakt-Chemie in sicherem Abstand auf das Lederstäbchen aufbringen und dann damit vorsichtig die Kontakte reinigen! Ein paar Minuten sollte das ganze einwirken. Der zweite Ganz ist Kontakt WL, mit dem das aggressive Kontakt 60 abgewaschen wird. Trocknung vorsichtig mit Druckluft. Bei Verwendung eines Kompressors nicht ohne Ölfilter an der Düse arbeiten! Im dritten Gang wird mittels eines neuen Lederstäbchens hauchdünn Kontakt 61 zur Versiegelung aufgebracht. Weniger ist mehr!

Um die Kontaktleiste im Kamerakopf zwecks Reinigung zu lösen, muss man diese beiden Schrauben (rechts) freilegen. Sie sind unterm Hammerschlaglack versteckt. Achtung: Keinen hohen Druck ausüben, sonst lösen sich die Kontermuttern aus der Buchsenleiste!

Um die Kontaktleiste im Kamerakopf zwecks Reinigung zu lösen, muss man diese beiden Schruaben (rechts) freilegen. Sie sind unterm Hammerschlaglack versteckt.
Achtung: Keinen hohen Druck ausüben, sonst lösen sich die Kontermuttern aus der Buchsenleiste!

Im zweiten Schritt wiederholen wir den Dreiteiligen Waschgang auf der Buchsenseite. Um die winzigen Klammern nicht zu verbiegen, zieht man am besten ein mit der jeweiligen Reinigungschemie benetztes Stück Papier mehrmals von innen durch die Kontakte. Man sieht dabei schön, wieviel Dreck am Papier kleben bleibt.
Achtung: Dieser Reparaturschritt ist erheblich delikater als der vorherige. Es darf keinerlei Chemie oder Dreck ans optische System kommen. Auch sind die vielen Drähte im Kamerakopf extrem fragil, dünn und relativ schlecht gelötet. Also viele Fotos machen und gut aufpassen!

So sieht die Buchsenleiste aus, wenn man sie gelöst hat -- sie lässt sich jetzt gut reinigen

So sieht die Buchsenleiste aus, wenn man sie gelöst hat — sie lässt sich jetzt gut reinigen

Meine 8SV hatte neben der Kontaktschwäche noch ein anderes Problem: Die Verbindung der einen, hauchdünnen Leitung des Drehspulinstruments mit einem der angesteuerten Kabel war nicht verlötet worden, sondern verdrillt und mit Sekundenkleber fixiert. Dies wird kaum von Leitz selber so ausgeführt worden sein; vermutlich hat der DS8-Umbauer so einen entstandenen Schaden behoben. Das anlöten der winzigen, kurzen, lackisolierten Kupferader an die Steuerleitung „fliegend“ im inneren des Kamerakopfes ist nicht ganz ohne (Achtung, Flussmittelspritzer!). Eine gelungene Lötstelle sollte man dann mit Schrumpfschlauch isolieren, den man natürlich vor dem Löten aufstecken muss.

Der Umbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Beim Zusammensetzen unbedingt darauf achten, dass alle Kontaktstifte sauber in die vorgesehenen Buchsen rutschen. Leicht machen sie es sich daneben bequem, was aber keinen zuverlässigen Kontakt herstellt!

Ist die Arbeit beendet, sollte man den Belichtungsmesser z.B. mit Hilfe einer anderen, intakten Kamera auf plausible Werte testen. Bei meiner hat auf Anhieb alles geklappt, der Testfilm kam perfekt belichtet aus der Kamera.


Wem all dies zu viel und zu risikoreich ist, der kann sich gern an mich wenden. Ich übernehme diese Arbeiten gern zu einem günstigen Pauschalpreis — Email reicht.


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