ORWO C 9165 Entwicklung in nachgebauter Chemie

ORWO C 9165 Entwicklung in nachgebauter Chemie

Es begann vor einen anderthalb Jahren als die verrückte Idee hatte die ORWO C 9165 Chemie selbst anzusetzen. Da gab es nur zwei Probleme:

  1. Da das Rezept auf russisch ist musste ich es übersetzen. Hätte ich nur nicht den doofen Microsofttranslator (BING) genommen… Der übersetzt richtig schlecht. Ein paar Monate später versuchte ich den Google-Übersetzter und siehe da, alle Chemienamen wurden richtig geschrieben.
  2. In dem Prozess wird ein Stoff verwendet, der ugs. CD-1 genannt wird. Der richtige Name ist: Diethyl-p-phenylendiaminsulfat. Das schwer zu beschaffen ist. An dem Punkt gab ich auf… Doch dann (Mrz. 2016) bekam ich es doch…

Als die “CD-1-Quelle“ gesichert war, bestellte ich für rund 110€ Rohchemie. Als alles zusammen war, begann ich damit alles anzusetzen. Als dies getan war, belichtete ich einen ORWO Chrom UT 15 und entwickelte diesen. Er kam blank aus der Entwicklung. Aber davon lies ich mich nicht unterkriegen und belichtete 2 Wochen später noch einen UT 15. Der wurde Perfekt. Seit dem habe ich etliche UT 15, Agfachrome, Revuechrome in diesem Prozess entwickelt. Teilweise gut und schlecht.

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Handgemachte Blenden für Szenenübergänge

Handgemachte Blenden für Szenenübergänge


Im klassisch-analogen Kinofilm wurden Auf-, Ab- und Überblendungen von Szenen und Einstellungen nachträglich im Kopierwerk erstellt.
Für Filmamateure, die den Originalfilm mit Filmprojektor projezieren wollen, stehen solche Möglichkeiten nicht (bzw. nicht mehr) zur Verfügung.
Solche Blenden sind bei Original-Umkehrfilm nur direkt während der Aufnahme möglich – und auch das nur mit Kameras, die diese speziellen Techniken unterstützen.
Oftmals zeigt sich jedoch erst beim späteren Filmschnitt, beim Montieren einzelner Szenen und Einstellungen, wie und wo ein solcher Szenenübergang wünschenswert wäre.

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3 Sonntage im Juli – Die Katakomben von Klattau

3 Sonntage im Juli – Die Katakomben von Klattau

Aufgrund Eishockey-Sommertraining des Sohnes im Eisstadion von Klatovy verbrachte ich vergangenen Juli drei Sonntag-Mittage hintereinander in diesem tschechischen Städtchen, ca. 40 km hinter der Grenze zu Bayern.
Gleich am ersten Sonntag nutzte ich die Trainingszeit meines Sohnes, um die Altstadt mit der Filmkamera zu erkunden.

Ich hatte eine Quarz DS8-M dabei, passenderweise mit tschechischem Fomapan beladen.
Zu meiner Überraschung stieß ich dabei auf die Katakomben.

Vergrößerungen aus dem Originalfilm
Vergrößerungen aus dem Originalfilm

In den zu einem Museum umgebauten Gewölben unter der historischen Jesuitenkirche im Stadtzentrum befinden sich ein paar Dutzend mumifizierte Leichen aus dem Mittelalter, die in gläsernen Särgen präsentiert werden.
Ein lohnendes Motiv – an Filmaufnahmen war jedoch aufgrund der spärlichen Beleuchtung überhaupt nicht zu denken.
So nahm ich am zweiten und dritten Sonntag zusätzlich meine analoge Spiegelreflexkamera (Nikon FM-2) mit über die tschechische Grenze, um zumindest Fotografien in den Katakomben zu machen. Ich verwendete Kodak Tri-X, bei der Entwicklung auf 1600 ASA gepusht. Damit waren gerade noch so Aufnahmen aus der Hand ohne Blitz und zusätzliche Beleuchtung möglich.

Kontaktabzug von Kleinbild-Fotografien in den Katakomben
Kontaktabzug von Kleinbild-Fotografien in den Katakomben

Ich habe nun vor, die Vergrößerungen dieser Fotos abzufilmen und diese Aufnahmen dann in schnellem Schnitt-Rythmus mit den in Klatovy entstandenen Filmaufnahmen zu kombinieren.

Improvisierter Reprotisch - hier werden die Kleinbild-Abzüge abgefilmt. Das Licht der beiden Halogen-Spots reicht für Blende 4.
Improvisierter Reprotisch –
hier werden die Kleinbild-Abzüge abgefilmt.
Das Licht der beiden Halogen-Spots reicht für Blende 4.

Vielleicht gelingt mir auf diese Weise doch noch ein Film über und in den Katakomben.

Super-8 aus zweiter Reihe

Super-8 aus zweiter Reihe

Beaulieu 4008, Canon 1014-XL, Nikon R10 oder Nizo Professional – so heißen einige der Top-Modelle unter den Super-8-Filmkameras, die sich zum Zeitpunkt ihres Erscheinens nur wenige Filmer leisten konnten und auch heute noch einen guten Preis erzielen.
Daneben aber gibt es ein Vielzahl von einfacheren Kameras, die heute oftmals für einstellige Euro-Beträge zu bekommen sind.
Auch mit diesen Kameras lässt sich filmen…oftmals sogar ganz vortrefflich und manchmal auch ungezwungener als mit den Modellen der ersten Garnitur.
Einige dieser Kameras möchte ich in diesem Beitrag kurz vorstellen:

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Abgedreht: Mit der Logmar im Wald

Abgedreht: Mit der Logmar im Wald

Tief im Wald meiner Heimatstadt Frankenberg verborgen, befindet sich ein altes Kriegerdenkmal. Ein unheimliches Gesicht aus Stein mahnt darauf nachfolgende Generationen, das Unheil des Ersten Weltkrieges nicht zu vergessen – Verständigung statt Zwietracht zu üben.

Promt fiel mir ein Gedicht dazu ein: An die Nationen, 1880 von Robert Hamerling für die Sammlung „Blätter im Winde“ geschrieben. Eindringlich blickt er darin in die Menschheitsgeschichte zurück und mahnt zu Frieden und Verständigung. Einst einer der meistgelesensten deutschsprachigen Dichter, ist Hamerling heute wie das Denkmal fast vergessen. Natur und Poesie sind in seinem Werk der Schlüssel für eine bessere Welt. Poesie kann man schreiben – oder in 24 Bildern pro Sekunde verfilmen. Ich mache seit Jahren Gedichtfilme und interessiere mich dabei für Texte, die man mit intensiven Bildern in Beziehung setzen kann.

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Belichtungskorrektur bei der Fujica AX100

Belichtungskorrektur bei der Fujica AX100

Die Belichtungsautomatik der Fujica AX100 (Single-8) liefert in allen Standard-Situationen korrekt belichtete Ergebnisse.
Für spezielle Situationen wie Gegenlicht oder Aufnahmen im Schnee bietet
sie aber leider keinerlei Möglichkeit der Blendenkorrektur.
Da die Belichtungsmessung mittels separater Meßzelle und nicht durch das Objektiv (TTL) erfolgt, kann mit Hilfe eines Provisoriums aus zugeschnittenen Filterfolien einfache, aber wirkungsvolle Abhilfe geschaffen werden.

Es muss dabei kein Graufilter verwendet werden.
Wichtig ist lediglich, daß der Filter einen klar definierten Faktor für den Blenden-Wert besitzt.
Ich habe auf entsprechende Blitzlicht-Filterfolien zurückgegriffen.

AX100 (2)

Für Aufnahmen im Schnee habe ich eine Folie mit dem Faktor 1,5 verwendet.
Das Ergebnis sind perfekt belichtete Einstellungen mit blitzweiß funkelnden Schneeflächen.

LaborBerlin 2.0 – Rettet die Rings-Maschinen!

LaborBerlin 2.0 – Rettet die Rings-Maschinen!

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Die traurige Nachricht ging schon vor einiger Zeit um: Helmu Rings Firma „Film 16“ musste Ende Oktober letzten Jahres nach über 50 Jahren das Gewerbe abmelden und damit weitgehend die Pforten schliessen. Nun plant LaborBerlin, das rührige Kollektiv aus Filmemacher_innen, Künstler_innen und Enthusiasten, die von Herrn Rings entwickelten und bestens gewarteten Entwicklungs- und Kopiermaschinen zu kaufen, um sie in Benutzung zu halten.

Geplant ist es, das benötigte Kapital dafür über Crowfunding einzusammeln.

Jeder Euro hilft dabei!

Und tolle Belohnungen bekommt man als Unterstützer ausserdem.

Also nicht zögern und gleich spenden, um diese einmalige Chance Wirklichkeit werden zu lassen. Wäre das nicht phantastisch, wenn die hervorragenden Rings-Maschinen zukünftig jedem interessierten Filmemacher, Künstler und Kreativen zugänglich werden?

Also los!

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Kunst kommt von Kaffee

Kunst kommt von Kaffee


Im verschlafenen Frankenberg/Sa. erregten am ersten Septemberwochenende fünf mit Super-8-Kameras ausgerüstete Leute viel Aufsehen. Obwohl das populäre Schmalfilmformat in diesem Jahr immerhin sein 50jähriges Jubiläum feiert, sieht man es heutzutage nur noch eher selten. Anlass genug, um mit meinem Kunst- und Kulturverein den Workshop Film‘ dein Frankenberg zu organisieren. 2014 hatte ich selbst an einem Bio-Entwicklungsworkshop von Super-8-Queen Dagie Brundert teilgenommen und war davon begeistert. Seither entwickle ich alle meine Filme und Fotos selbst und gebe mein Wissen gerne weiter.

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So filmt man mit der Nizo S 560 und Nizo S 800

So filmt man mit der Nizo S 560 und Nizo S 800

Der gute Volker hat uns die Anleitung einer seiner geliebten Silberlinge gescannt. Auf 32 Seiten erfährt man alles nötige über den Umgang mit der Nizo. In Deutsch und gut lesbar. Die Anleitung gilt weitgehend auch für die Schwester- und Nachfolgemodelle, nur werden deren zusätzlichen Fähigkeiten (wie zum Beispiel Macro) hier natürlich nicht behandelt.

Praktisch auch die vielen Tabellen und Zeichnungen zur Anschlussbelegung – Wissen, was leicht verloren geht. Hier gehts zum PDF.


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