Schmalfilmtiteln – professioneller mit heutiger Technik

Filmtitel nach hier beschriebenem Rezept, Makrofoto eines Super 8-Einzelbilds

Handgemalt, mit Magnetbuchstaben gesetzt oder auf Papier mit Rubbelbuchstaben so entstanden Titel und sonstige Texteinblendungen in klassischen Schmalfilm-Zeiten. Dies gehörte zum typischen handgemachten Charme von Amateurfilmen und hat daher nach wie vor seine Berechtigung. Wer jedoch professioneller aussehende Schmalfilm-Titel anstrebt, die von denen in Super 8-Spielfilm-Kopien nicht zu unterscheiden sind, kommt heute mit Hilfe von Computern und Flachbildschirmen relativ einfach zum Ziel. Eine Praxisanleitung.

Nicht nur das unruhige Schriftbild von Magnet- und Rubbelbuchstaben sorgte für Amateurcharme , sondern auch der geringe Schwarzweiß-Kontrast bei auf Papier gesetzten und davon abgefilmten Titeln. Papier besitzt nur einen Bruchteil des Kontrastumfangs von Film, ungefähr 6 gegenüber 12-13 Blenden. Daher sind auch lasergedruckte und abgefilmte Titel nicht optimal: Statt z.B. zu weißer Schrift auf schwarzem Untergrund führen sie zu hellgrauer Schrift auf dunkelgrauem Untergrund, oft mit sichtbaren Papiertexturen.

Bessere Ergebnisse erzielt heute man mit Titeln, die von einem Flachbildschirm mit der Schmalfilmkamera abgefilmt werden. Hier eine Praxisanleitung:

Benötigte Technik

  • Einfachste Konfiguration: Computer mit Flachbildschirm, mindestens HD-Auflösung.
  • Alternativ, und besser: Laptop mit HDMI-Ausgang + FullHD- oder 4K-Flachbild-Fernseher.
  • Schmalfilmkamera mit manueller Belichtung, Einzelbildschaltung über Fernauslöser und (wenn möglich) mit Zoomobjektiv.

Titel setzen

Typografisch beste Ergebnisse erzielt man nicht mit Textverarbeitungsprogrammen wie Word, sondern mit Layoutprogrammen wie z.B. Adobe InDesign und Adobe Illustrator oder dem kostenlosen, für Windows, Mac und Linux erhältlichen Open Source-Programm Scribus. Layoutprogramme beherrschen nämlich mikrotypografische Feinheiten (wie z.B. Unterschneiden zwischen zwei Buchstaben), Textverarbeitungsprogramme in der Regel nicht. Eine ausgezeichnete Einführung in guten Schriftsatz und Gestaltungsregeln der Typografie bietet das Buch Mut zur Typografie von Jürgen Gulbins und Christine Kahrmann. Noch ein Tip: bei der Schrift nicht den aus Typografen-Sicht scheußlichen Helvetica-Abklatsch Arial oder, schlimmer noch, die Schrift Comic Sans verwenden, sondern z.B. Helvetica Neue, Franklin Gothic oder den Open Source-Font Roboto. Oder man verletzt ganz bewusst die Regeln des guten Geschmacks.

Seitenkonfiguration in 'Scribus'
Seitenkonfiguration in Scribus

So geht’s mit Scribus: Beim Programmstart ein Dokument im Querformat mit dem gleichen Seitenverhältnis wie das Filmbild anlegen, wie z.B. 28x21cm für Super 8 (mit seinem Seitenverhältnis von 5.6×4.2mm). Anschließend einen Textrahmen aufziehen, den Titel setzen, und das Dokument als Bild exportieren (über das Menü Datei Exportieren Als Bild speichern). Dabei das qualitätsverlustfreie PNG als Ausgabeformat wählen und die Größe so wählen, dass die vertikale Pixelzahl optimal für den eingesetzten Flachbildschirm ist. Handelt es sich z.B. um einen FullHD-Fernseher, wären es 1080 vertikale Pixel (bzw. 1440×1080 Pixel bei einem Super 8-äquivalenten Bild). Bei 4K-Fernsehern verdoppeln sich diese Zahlen.

In diesem Beispiel gehen wir übrigens von statischen Titeln aus. Bei bewegten Titeln empfiehlt es sich, das Titelmodul eines Videoschnitt- oder Animationsprogramms statt eines Layoutprogramms zu verwenden und Einzelbild-Sequenzen zu exportieren.

Bei konstantem Timing der Titel (z.B.: 3 Sekunden für jede Texttafel) reicht es, ein Bild pro Titel zu exportieren und sich die Zahl der nötigen Einzelbildaufnahmen pro Titel zu merken (z.B.: 54 Bilder bei 18fps). Haben die Titel jeweils ein individuell verschiedenes Timing, lieber die Bilddateien so kopieren, dass sie 1:1 den Einzelbildern im Schmalfilm entsprechen. (Also z.B. die Bilddatei des ersten Titels 54mal hintereinander kopieren; sollte der zweite Titel nur zwei Sekunden angezeigt werden, ihn 36mal kopieren etc., und dabei die beabsichtigte Reihenfolge in den Dateinamen berücksichtigen.)

Bildschirm konfigurieren

Den Bildschirm auf maximale Leuchtkraft und maximalen Kontrast einstellen, und – bei Farbfilmaufnahme – auf eine Farbtemperatur, die dem Filmmaterial entspricht.

Optimal für maximalen Kontrast und Auflösungsreserven auch bei 16mm-Betitelung sind aktuelle 4K-Fernseher mit HDR (‘High Dynamic Range’)-Unterstützung. Aber auch mit herkömmlichen HD-Fernsehern lassen sich gute Ergebnisse erzielen.

Der Bildschirm muss in einem vollständig abgedunkelten Raum stehen.

Computersoftware konfigurieren

Die exportierten PNG-Bilder in richtiger Reihenfolge in einen Ordner legen und mit einem Programm betrachten, das sie im Vollbild ohne Menüs und Texteinblendungen in pixelgenauer 1:1-Ansicht anzeigen kann. Unter Windows ist das z.B. das kostenlose Programm Irfanview, unter MacOS das mitgelieferte Vorschauprogramm, unter Linux der Bildbetrachter geeqie.

Belichtung ermitteln

Richtig zu belichten ist die größte Herausforderung: Denn eine konventionelle Belichtungsmessung einer schwarz-auf-weißen Schrifttafel würde z.B. das Hintergrundweiß als Mittelgrau unterbelichten, und bei einer weiß-auf-schwarzen Tafel den schwarzen Hintergrund überbelichten. Ideal wäre, wenn schwarz unter- und weiß zugleich überbelichtet würde. Das gelingt allerdings nur bei extrem kontrast- und leuchtstarken Flachbildschirmen.

Zum besten Ergebnis kommt man nach meiner Erfahrung mit dem folgenden Trick: mit einer digitalen Kamera, die ein vollmanuelles Belichtungsprogramm besitzt (und ggfs. auch eine Smartphone-Kamera sein kann), eine Belichtungsreihe fotografieren, am Computerbildschirm sichten und die Blende der Schmalfilmkamera gemäß der Blendeneinstellung des besten Digitalbilds einstellen.

Dafür muss die Digitalkamera auf ihr Standard-Bildprofil und JPEG-Aufnahme gesetzt werden, ihre ISO auf denselben Wert wie beim verwendeten Schmalfilm, die Belichtungszeit auf 1/40 bei 18 Bildern pro Sekunde und auf 1/50 bei 24 Bildern pro Sekunde. Bleibt bei Offenblende das Bild zu dunkel, dann ist der eingesetzte Flachbildschirm zu leuchtschwach, beziehungsweise der verwendete Film nicht lichtempfindlich genug. Mit 100- und 160 ASA-Filmen (inklusive Kodak Tri-X) und einem neun Jahre alten HD-Flachbild-Fernseher habe ich in der Praxis jedoch keine Probleme.

Mit der Digitalkamera eine Blendenreihe aufnehmen, die Bilder auf dem Computer sichten und das Foto wählen, bei dem Schwarz noch nicht in Dunkelgrau ausbrennt und Weiß leuchtet. Die bei diesem Foto verwendete Blende auch an der Schmalfilmkamera – natürlich im manuellen Belichtungsmodus – einstellen.

Kamera einrichten

Bei einem 40-50 Zoll großem Flachbildschirm die Kamera ca. 2,50-3 Meter genau parallel vor dem Bildschirm auf einem möglichst schweren Stativ montieren. Den Laptop (oder die Tastatur des PCs) direkt neben der Kamera aufstellen. Die Kamera so auf den Bildschirm kadrieren, dass im Film später keine Ränder sichtbar sind; dabei berücksichtigen, dass der Kamerasucher das Kamerabild nicht vollständig abdeckt. Durch maximales Einzoomen auf ein Testbild auf dem Bildschirm scharfstellen und wieder in den gewünschten Bildausschnitt herauszoomen. Den Raum verdunkeln.

Faustregel: Lieber die Kamera mit größerem Abstand zum Bildschirm positionieren und mit Telebrennweite aufnehmen, als die Kamera dicht am Bildschirm positionieren und weitwinklig drehen.

Super 8-Titel, Makrofoto eines Einzelbilds

Aufnahme

Die Titel in Einzelbildschaltung aufnehmen, statt mit laufender Kamera. (Bei laufender Kamera kommt es unvermeidlich zu Asynchronizität mit den Bildwechseln des Displays, was Geisterbilder-Überblendungen und halb belichtete Filmbilder zur unschönen Folge hat.) Das heißt: am PC oder Laptop per Tastatur das nächste Bild aufrufen, den Einzelbildauslöser der Schmalfilmkamera drücken, wieder am PC/Laptop das folgende Bild aufrufen, den Einzelbildauslöser drücken etc. – es sei denn, alle Titel haben dieselbe Länge und für jedes PC/Laptop-Bild ist eine feste Zahl von Einzelbildauslösungen an der Schmalfilmkamera nötig.

Das Aufnehmen einer Super 8-Kassette nur mit Titeln erfordert daher ungefähr 3500 Einzelbildauslösungen. Mit Drahtauslösern ist das eine zwar körperlich ermüdende, aber machbare Tätigkeit, für die das Resultat entschädigt.

Elmo Album – die Luxus-Click&Surr. Ein Reparaturbericht

Elmo Album – die Luxus-Click&Surr. Ein Reparaturbericht

Die „Elmo Album“ ist eine recht seltene Super 8 Kamera — und das ist schade, denn sie hat einige wirkliche Besonderheiten. Das besonderste (und zugleich heute irrelevanteste) ist wohl, dass sie zur Familie der „Agfa Family“ Geräte gehört — ein System, das Elmo ja mitentwickelt hat. Was das bedeutet? Um es mit dem damaligen Werbeträger Karl Dall zu sagen: Die Kamera kann „Click und Surr“, also Filmen und auch Fotos machen. Drückt man die gelbe Taste oben auf der Kamera, wird nur ein Einzelbild belichtet. Des weiteren wir das Einzelbild in Perforationsnähe von einer roten LED markiert. Der Agfa Family Betrachter hält so an diesem Einzelbild für ein paar Sekunden an. Soweit ich weiss, ist die Elmo Album die einzige mit diesem System kompatible Kamera, auf der nicht „Agfa Family“ steht.

Eine interessantere Besonderheit ist aber ihre Optik. Das sehr scharfe Fix-Focus-Objektiv (wunderbar falsch und irreführend übersetzt mit „Focus Free“, siehe Bilder) hat nicht nur eine große Lichtstärke von f/1.2, es ist mit seiner Brennweite von 4,6mm auch sehr weitwinklig; nahezu so weitwinklig wie eine Nizo mit montierter UWL. Nur eben viel kleiner, und ausserdem schärfer. Interessant ist, dass der wegklappbare Vorsatz kein Weitwinkelvorsatz, sondern ein Televorsatz ist.

Filmfreund Guy aus Luxemburg lief mit seiner Elmo Album (mit abgebautem Vorsatz, also immer weitwinklig) einige Jahre in Deidesheim über die Börse und dokumentierte das dortige Geschehen. Leider habe ich seine Filme nie gesehen, aber seine Begeisterung für diese kleine Allround-Kamera noch deutlich im Ohr. Trotz Suchauftrag über viele Jahre ist mir bei ebay bis heute nicht eine einzige dieser Kameras begegnet. Auch in Deidesheim habe ich nie eine zum Verkauf gesehen. Nachdem ich diesen Missstand im Forum neulich beklagte, kontaktierte mich ein freundlicher, sammelnder, und leiser Mitforent und bot mir eine Elmo Album zum Kauf an — zu einem ausgesprochenen Freundschaftspreis!

Da beim zum Verkauf angedachten Modell aber die Batteriefachverriegelung fehlte, legte er sogar noch eine zweite, identische Kamera obendrauf — in dieser waren allerdings Batterien ausgelaufen (und steckten auch noch drin), dafür war die Batteriefachverriegelung noch in Takt.

Nach einem temporären Klebeband-Fix und einem erfolgreichen Testeinsatz bei der Filmbörse 2019 in Deidesheim machte ich mich an die Reparatur. Glücklicherweise gelang es mir, beide Kamera wieder voll funktionsfähig zu machen. Hier nun die Dokumentation der erfolgreichen OP!

Genial an der Elmo Album ist der hohle, ergonomische Handgriff, der per Tastendruck komplett verschwindet, indem er sich federgestützt um den Kameraboden legt. Unter ihm liegen die ersten vier Schrauben, die es zu entfernen gilt.
Auf jeder Seite befinden sich zwei dieser Schrauben. Sie sind alle vier identisch.
Voilà, schon lösen sich Handgriff und Batteriefach. Jetzt konnte ich die vier festklemmenden, ausgelaufenen AA-Batterien entfernen und der alkalischen Schmodder entfernen. Ähnlich wie bei den frühen Leicinas, allerdings nicht ganz so dramatisch, ist das Batteriefach der Elmo Album für die heutigen AA-Zellen etwas zu eng. Mit etwas ausprobieren findet man aber Zellen, die gut passen — meine weissen Eneloops machten zum Beispiel keine Probleme.
Vermutlich nicht nötig, aber auch nicht schädlich: Um die Kamera ganz öffnen zu können, habe ich auch den Televorsatz entfernt. Das geht ganz leicht mit einer Schraube, die sich nach wenigen Umdrehungen mit etwas Kraft herausziehen lässt. Wenn man (wie Guy) immer nur Weitwinkel möchte, spart man so Gewicht und hat beim Hantieren keinen abgeklappten Vorsatz im Weg.
Der herausgezogene Stift. Ich habe eine Flachzange verwendet, denn er sitzt recht stramm, damit nichts klappert.
Die nächsten Schrauben verstecken sich unter der Belederung an der Kameraoberseite. Keine Sorge, die lies sich mit einem Spudger aber sehr leicht anheben und entfernen. Der Klebstoff blieb sogar noch klebrig genug, um die Belederung danach einfach wieder aufzubringen.
Vier Schrauben sind zu entfernen…
…und sie will immer noch nicht auseinander. Ebenfalls mit dem Spudger muss noch diese kleine Zierplatte vom Objektiv entfernt werden. Achtung: Möglichst nicht verbiegen.
Man sieht die wenigen Klebepunkte. Ich habe die Platte am Ende mit neuem 3M-Doppelklebeband wieder aufgebracht.
Vier weitere Schrauben werden so freigelegt und sind zu entfernen
Als letztes muss das „ELMO“ Schild noch abgeklipst werden, dann lässt sich die Kamera endlich beidseitig öffnen.
Achtung: Die gelbe Taste fällt einem nebst Zierring entgegen. Kein Problem, aber beim Zusammenbau nicht vergessen, sie wieder einzusetzen!
Dies ist die Seite, die und interessiert. Ganz links unten sieht man ein schwarzes Kabel vom Batteriefach kommen. Obwohl es intakt aussah, bestand kein Kontakt mehr zwischen dem Minuspol (Feder) des Batteriefachs und der Platine, die hier damit verbunden ist.
Ein näherer Blick zeigt es: Das schwarze Kabel bestand nur noch aus Isolation. Das Alkali der leeren Batterei hat sich nicht nur durch deren Zinkbecher, sondern auch durch diese Leitung gefressen. Es ist kein Gramm Kupfer übrig geblieben. Wer genau hinsieht, erkennt, dass sogar die Leiterbahn auf der Platine angegriffen ist. Das untere Ende des schwarzen Kabels hat sich beim Hantieren vom Batteriefach gelöst und baumelt in der Luft.
Flugs ein neues Kabel angelötet und verlegt… das ist nicht schwer. Es ist nur etwa 7cm lang.
Das andere Ende wird an die (gründlich gereinigte) Kontaktfeder des Minuspols angelötet. Diese hatte sich zum Glück noch nicht zersetzt. Ggf. wäre sie aber auch recht leicht zu ersetzen.
Das neue Kabel und die wieder eingesetzte Kontaktfeder. Ich habe sie zusätzlich mit einem Krümel Sugru fixiert (hier nicht sichtbar). Das Sugru brauchte ich später eh noch.
Damit war die erste der beiden Kamera wieder vollständig instand gesetzt!
Hier nun das Batteriefach der zweiten Kamera. Bei dieser musste ich nur die ersten vier Schrauben entfernen, da der Schaden am Batteriefach ist. Es fehlt die Sperrnase, die mit einem ((ebenfalls verlorenen) Daumenrad von aussen drehbar wäre. Den Ersatz habe ich aus FR4 Platinenmaterial gesägt, das dieses sehr stabil ist und mit 1,6mm auch genau die richtige Dicke hat.
Hier ebenfalls zu sehen das aus dem gleichen Material gesägte, angehende Daumenrad. Beide Teile sind passgenau doppelt gelocht (0,8mm), da ich zwischen ihnen eine kraftschlüssige Verbindung herstellen muss. Es ist mir dank Nieten nämlich nicht gelungen, den Batteriefachdeckel so zu zerlegen, dass ein Teil im ganzen einsetzbar wäre.
Hier löte ich „zwei Achsen“ Draht ein, um die Verschlussnase später drehen zu können.
…und verlötet. Das gelbe Kaptonband hielt den Lötzinn davon ab, an der Nase hochzulaufen — sie wäre sonst zu dich geworden.
Zugegebenermaßen eine wacklige Hilfskonstruktion, aber zur Montage hat es absolut gereicht: Die Verschlussnase ist in den Deckel bereits eingesetzt und fixiert. das zukünftige „Daumenrad“ ist aufgelegt, fixiert und wird gleich verlötet. Die überstehenden Drahtenden wurden danach abgeknipst. So ist eine spielfreie, kraftschlüssige Verbindung entstanden.
Der Test: Ausgefahrene Nase, die Klappe ist so verschlossen…
…und nach einem Fimgerdreh ist die Nase zur Seite geklebt, so können die Batterien gewechselt werden.
Da das neue Daumenrad in Kupfer doch sehr auffällig und hässlich ist, kommt ein Kügelchen schwarzes Sugru drauf.
Und damit es wenig auffällt, habe ich hier einen Abdruck des heilen Daumenrades (oben) in das Sugru (unten) gemacht. 24 Stunden später ist das Sugru getrocknet und glänzt. Der nachgefertigte Verschluss fühlt sich fast besser an, als das Original. 🙂

Damit ist auch Kamera #2 vollständig wiederhergestellt.

Aufhellen zu dunkler Schwarzweiss-Filme

Aufhellen zu dunkler Schwarzweiss-Filme

Vielleicht kennen auch andere hier das chronische Problem zu dunkler SW-Umkehrfilme. Zumindest mir geraten SW-FIlme fast nie (durchgängig) zu hell, sondern eher zu dunkel. Vor allem bei Ablaufware und obskurem Russenmaterial etc. passiert das, ebenso bei Nachlässigkeit in der Entwicklung oder fehlendem Kaliumrhodanid-Additiv.

Oft hat man auch einfach mal einen Grundschleier (also schlechte Dmin)… Gründe gibt es viele.

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Simplified Color Processing Formulas

Simplified Color Processing Formulas

Die Photochemielegende Patrick D. Dignan hat 1978, also vor nunmehr 40 Jahren, eine hochinteressante Schrift mit dem Namen
„How to Compound… Simplified Color Processing Formulas“ herausgegeben.

Diese ist leider nur noch sehr schwer antiquarisch zu bekommen, und auch die Dignan-Familie hat keine weiteren Kopien.
Dunkelkamerad Adrian C. aus England war so nett und hat seine Kopie gescannt, Filmkorn stellt sie hier nun den interessierten Selbstverarbeitern zum Download als durchsuchbares PDF zur Verfügung!

Das Dokument ist hochinteressant. Es listet zwar nicht die exakten Rezepte der originalen Rezepturen, die wären aber auch schwer nachbraubar. Es bietet vielmehr eine Vielzahl vereinfachter und erprobter Alternativprozesse mit oft verblüffend guten (oder auch kaum zu unterscheidenden) Ergebnissen.

In der Sammlung zu finden sind Rezepte für Alternativen zu den Prozessen C-41, C-22, E-6, E-4, E3, Agfachrome und auch einigen Papierprozessen (inklusive Split-einem Entwickler für Cibachrome!).

Toller Lesestoff, und er sollte in keinem ambitionierten Labor fehlen. Hier kann man eine Menge lernen.

Agfa Microflex für Provie und E100D fit machen

Agfa Microflex für Provie und E100D fit machen

 

Seit einiger Zeit befindet sich unter meinen Kameras eine Agfa Microflex 100, die offenbar noch ganz fehlerfrei funktioniert. Zumindest haben Testaufnahmen mit abgelaufenem, selbstentwickelten Moviechrome einwandfreie Ergebnisse gebracht.

Die Microflex mit ihrem Metallgehäuse ist sehr wertig verarbeitet und mit Ihren kleinen Abmessungen eine ideale Taschenkamera zum „überall Dabeihaben“. Gerne wollte ich sie daher auch mit aktuellem Farb-Umkehrmaterial mit 100 ASA Empfindlichkeit und Tageslicht-Sensibilisierung benützen, jedoch ist die Agfa Microflex 100 nur für die Verwendung mit 40 ASA-Kunstlichtfilm – dem Standardfilmmaterial seinerzeit – vorgesehen:

Die Filmempfindlichkeit ist mit 40 ASA fest eingestellt, eine Vorrichtung im Kassettenfach zur Empfindlichkeitserkennung oder gar die Möglichkeit der manuellen Einstellung der Filmempfindlichkeit fehlen.

Die Belichtungsmessung erfolgt bei der Microflex 100 nicht durch das Objektiv sondern über einen darüber angeordneten externen Belichtungsmesser. Diesen Umstand habe ich mir zunutze gemacht, um 100 ASA-Filme korrekt belichten zu können: Durch die Verwendung eines Graufilters mit Faktor 2 vor dem Objektiv wird die eintretende Lichtmenge um 50% reduziert, was der Verwendung eines Films mit 50 ASA anstatt 100 ASA entspricht. Dies kommt der kameraseitig eingestellten Empfindlichkeit von 40 ASA nahe genug, um korrekt belichtete Aufnahmen erwarten zu können.

Jedoch hat das Kameraobjektiv kein Filtergewinde und durch den Schiebe-Mechanismus der Schärfeeinstellung gibt es auch keine Möglichkeit einen Aufsteckfilter zu verwenden.

Ich habe mir mit einem Filter mit Durchmesser 35,5 mm geholfen, der verkehrt herum auf das Objektiv gesteckt wird und mit Klebeband so fixiert wird, daß die Schärfeeinstellung weiterhin ungehindert möglich ist.

Ein Filter mit Durchmesser 35,5 mm passt verkehrt herum optimal an das Objektiv der Microflex 100
Der verkehrt herum aufgesteckte Graufilter, noch ohne Klebeband-Fixierung – bei Betätigung der Schärfeeinstellung würde er herunterfallen
Fixierung des Filters mit Klebeband – Schärfe-Markierungen ausgeschnitten

Nun galt es noch, den fest eingestellten „Kunstlichtmodus“ der Kamera zu überlisten bzw. das Tageslichtfilter auszuschwenken. Ein hierfür bei den meisten anderen Kameras vorhandener Schalter fehlt bei der Microflex 100 ebenfalls. Der Filter kann nur auf umständliche Art und Weise ausgeschwenkt werden, wenn mit einer ausreichend langen Schraube ein Kontakt am Boden des Stativgewindes eingedrückt wird. Entsprechende Schrauben sind im Online-Fotozubehörhandel in verschiedenen Ausführungen erhältlich.

Achtung: Die üblichen Stativgewinde-Adapterschrauben sind zu kurz und lösen den Kontakt am Gewindeboden der Kamera nicht aus!

 

 

 

Die 3 Gewindeschrauben links im Bild sind mit jeweils ca. 10 mm Schraubenlänge ausreichend lang. Rechts zum Vergleich eine übliche Stativgewindeschraube mit zu kurzem Gewinde.

Der erste Provie lief mittlerweile erstaunlich reibungslos, ohne die bei diesem Filmmaterial bekannten Filmklemmer durch meine entsprechend umgerüstete Agfa Microflex 100. Nach der Entwicklung des Films durch Frank Bruinsma wird sich zeigen, ob diese Maßnahmen die gewünschte Wirkung gezeigt haben.

Neue Schläuche für den Lomo-Tank

Neue Schläuche für den Lomo-Tank

Die Schläuche der Lomo-Tanks werden mit zunehmendem Alter oft brüchig oder haben Knicks, die nicht mehr rausgehen. Leider haben die Schläuche aller Lomo-Tanks kein Standard-Maß, daher ist Ersatz oft unbefriedigend. Zwar bekommt man einen 1/2″-Gartenschlauch an die kleineren Tanks irgendwie rangefummelt, nur ist dieser eigentlich viel zu steif und macht ein kontrolliertes Ausgießen der Chemie schwer.

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Kostengünstig Super-8-Einzelbilder digitalisieren

Kostengünstig Super-8-Einzelbilder digitalisieren

Zum Abfotografieren von Super-8-Einzelbildern wurden „seinerzeit“ verschiedene Spezial-Objektive für Kleinbild-Spiegelreflexkameras angeboten.

Mit diesen speziellen Macro-Objektiven war das formatfüllende Reproduzieren von Super8- und/oder 16mm-Einzelbildern auf Kleinbild-Film möglich. Der Anschluss erfolgt über T2-Gewinde-Adapter an die unterschiedlichen Kamera-Bajonette.

Der Rondo Copy-Tube-8 wird oft im Internet angeboten
Mit diesem Produkt von Fuji lassen sich durch die Verwendung von verschieden langen Verlängerungs-Tuben und auswechselbaren Filmmasken Super8- und 16mm-Einzelbilder abfotografieren. Ohne Maske und mit der 16mm-Verlängerungstube lassen sich 2 Super8-Einzelbilder mit Perforation abfotografieren („Open Gate“)

Ich nutze Einzelbilder aus Super8-Filmen gerne für Flyer oder Film-Cover. Zum Bearbeiten am Computer mit den üblichen Bild- oder Layout-Programmen ist das analoge Kleinbild-Negativ oder -Dia als Grundlage natürlich suboptimal.

Bei Verwendung dieser Objektive an digitalen Kameras mit Wechselobjektivanschluss gibt es jedoch folgendes Problem: Nur bei teueren Kameras mit Vollformat-Sensor, der in seiner Größe dem Kleinbild-Format entspricht wird das Filmbild komplett erfasst.Bei allen anderen Digitalkameras ist mit diesen Objektiven nur eine Ausschnitt-Vergrößerung des einzelnen Filmbildes möglich.

Auch sind diese Objektive recht lichtschwach und benötigen Tageslicht für einigermaßen kurze Belichtungszeiten.

Ich war daher auf der Suche nach einer Möglichkeit mit kostengünstigen Mitteln Filmbilder bzw. Filmstreifen mit einer für diese Zwecke ausreichenden Qualität digital abfotografieren zu können, oder um sie so auf schnelle und einfache Art im Internet veröffentlichen zu können.

Da ich als eingefleischter analoger Fotograf und Filmer keine „anständige“ Digitalkamera besitze habe ich mir für einen zweistelligen Euro-Betrag den Kamera-Body einer etwas älteren digitalen Spiegelreflexkamera besorgt. In meinem Fall war dies eine Nikon D100 – Nikon deshalb, weil mein T2-Adapter für Nikon-Bajonett vorgesehen ist.

Als Reproduktions-Objektiv benutze ich einen Hama-Diaduplikator mit Zoom-Vergrößerungsmöglichkeit, ebenfalls im Internet günstig gebraucht erhältich. Dieser Duplikator war ursprünglich dazu gedacht Ausschnittvergrößerungen von Kleinbild-Dias oder -Negativen anzufertigen.

 

Die Dia-Halterung mit lichtstreuender Milchglas-Scheibe wird entfernt, da sie beim Einlegen von längeren Filmstreifen hinderlich ist.

Ein alter Meopta-Vergrößerer dient als Repro-Stativ. Hierfür gab es früher einen speziellen Reproarm im Fotozubehör, der anstelle des Vergrößerungskopfes angeschraubt wurde und an dem die Kamera befestigt wird.

Der Reproarm für Meopta-Vergrößerer – vor 20 Jahren bei Foto Brenner gekauft

 

Als Leuchtpult nutze ich ein neues aber kostengünstiges Modell von Dörr.

Durch den Vergrößerungs-Faktor des Duplikators zusammen mit dem „Crop“-Faktor des Digitalkamera-Sensors sind theoretisch nun annähernd formatfüllende Aufnahmen von Super8-Einzelbildern möglich.

Theoretisch deshalb, da sich bei meinem „Versuchs“-Aufbau ab einem Zoom-Faktor von ca. 1,6 immer stärker ein Hotspot-Effekt bemerkbar macht.

So belasse ich es bei abfotografierten Filmstreifen mit einer Vergrößerung auf bis zu 3 Super8-Einzelbildern. Gerade diese Aneinanderreihung von Einzelbildern in Verbindung mit der sichtbaren Filmperforation und evtl. Randbeschriftungen bringt die besondere Ästhetik des Schmalfilms auch im Standbild zum Ausdruck. Diese Darstellung wirkt in gewisser Weise „authentisch“.

Die Auflösung ist für die Veröffentlichung im Internet oder für die Verwendung für Flyer/Cover ausreichend. Für gute Vergrößerungen in Foto-Größe reicht diese Geräte-Kombination nicht ganz. Hier abschliessend ein paar Beispiele:

 


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