Spulendornadapter Super 8 auf 16mm

Spulendornadapter Super 8 auf 16mm

16mm Umroller sind recht einfach und günstig zu haben – bei Super 8 sieht es leider anders aus. Zwar kann man gelegentlich einen Betrachter zweckentfremden, dieser lässt sich aber nicht einfach standsicher am Tisch befestigen, scheitert bei großen Filmspulen und neigt bei größeren Kräften zum Zusammenklappen. Weiterlesen

Konfektionierungshilfe für 16mm Meterware

Konfektionierungshilfe für 16mm Meterware

Harald Müller aus dem Filmvorführerforum erhielt, wie dieser Tage viele Filmende, kürzlich größere Mengen Agfa Aviphot Chrome 200D aus einer Sammelbestellung. Das ungemein günstige Material muss allerdings noch auf 30,5m Tageslichtspulen konfektioniert werden, natürlich in völliger Dunkelheit. Der Bastler hat sich mit ein paar einfachen Teilen aus der Bastelkiste und dem Baumarkt hierzu eine Konfektionierungshilfe gebastelt, die sogar im (großzügig dimensionierten) Dunkelsack anwendbar ist.

Tolle Sache zur Nachahmung empfohlen!

Dieser Dorn aus einem alten Plattenspieler nimmt dessen Plattenteller und den Rohfilmwickel auf.

Dieser Dorn aus einem alten Plattenspieler nimmt dessen Plattenteller und den Rohfilmwickel auf.

Die Achse für die 30,5m Tageslichtspule ist einem alten Potentiometer entnommen...

Die Achse für die 30,5m Tageslichtspule ist einem alten Potentiometer entnommen…

...auf das ein Vierkant Messingrohr (8mm Kantenlänge) gesteckt wird.

…auf das ein Vierkant Messingrohr (8mm Kantenlänge) gesteckt wird.

Als "Teller" für die aufnehmende Spule dient der Körper einer alten Lochsäge.

Als „Teller“ für die aufnehmende Spule dient der Körper einer alten Lochsäge.

Hier die verleimte Konstruktion mit aufgesetztem  Plattenteller...

Hier die verleimte Konstruktion mit aufgesetztem Plattenteller…

...und – auf gleicher Höhe montiert – der Aufnahmeseite...

…und – auf gleicher Höhe montiert – der Aufnahmeseite…

...welche die Tageslichtspule aufnimmt.

…welche die Tageslichtspule aufnimmt.

Praktisch: Eine Wäscheklammer hält den Anfang des Filmwickels fest.

Praktisch: Eine Wäscheklammer hält den Anfang des Filmwickels fest.

Eine kleine, improvisierte Kurbel erlaubt schnelles und sicheres Umspulen.

Eine kleine, improvisierte Kurbel erlaubt schnelles und sicheres Umspulen.

Je nach Rohware sollte man die Lage der Perforation beachten und ggf. einmal vom Bobby auf eine 360m Filmspule umspulen, damit die Perforation am Ende auch auf der richtigen Seite liegt. Bei 2R Material ist das natürlich kein Problem.

Trockentrommel für 16mm Filme bis 61m

Trockentrommel für 16mm Filme bis 61m

Wer mit 16mm oder auch den 30,5 Rollen DS8-Material filmt und selbstentwickelt, kennt das Problem: Diese unendliche Bandnudel will sauber getrocknet werden. Im folgenden beschreibe ich den Aufbau einer einfachen Trockenvorrichtung, die nicht nur wenig kostet und an einem Nachmittag zusammengebaut ist, sondern die sich auch noch sehr platzsparend – zusammengeklappt – verstauen lässt.

Die Trommel fasst 61m 16mm Film auf einmal, wenn man platzsparend wickelt.

Die Trommel fasst 61m 16mm Film auf einmal, wenn man platzsparend wickelt.

Beginnen wir mit der Einkaufsliste:

[list type=“check“]
[li]Leimholzplatte 80x40cm[/li]
[li]Leimholzplatte 80x20cm[/li]
[li]4 Rundstäbe Buche 18mm[/li]
[li]1 Rundstab Buche geriffelt (6mm, als Holzdübel)[/li]
[li]1 Rundstab Buche als Achse (z.B. 25mm)[/li]
[li]4 Kantholzstäbe Buche (13x18x1000 mm)[/li]
[li]4x1m Heizungsrohr-Isolierung (innen 18mm, aussen etwa 40mm)[/li]
[li]50cm Klavierband (so nennt man diese langen Scharniere)[/li]
[li]Ponal, ein paar Schrauben[/li]
[/list]

Die Materialien, die zur Konstruktion mindestens benötigt werden

Die Materialien, die zur Konstruktion mindestens benötigt werden

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Die Kanthölzer werden abgelängt. Zwei sind etwas länger als die beiden anderen (warum, sieht man unten)

Die Kanthölzer werden abgelängt. Zwei sind etwas länger als die beiden anderen (warum, sieht man unten)

Jeweils zwei gleichlange Kanthölzer werden aufeinander gelegt und senkrecht durchbohrt (6mm). So erhält man später einen gerade Rahmen.

Jeweils zwei gleichlange Kanthölzer werden aufeinander gelegt und senkrecht durchbohrt (6mm). So erhält man später einen gerade Rahmen.

Alle vier Kanthölzer werden auch exakt mittig durchbohrt. Hier kommt später die Achse hin.

Alle vier Kanthölzer werden auch exakt mittig durchbohrt. Hier kommt später die Achse hin.

Nun baut man zwei Rahmen. Die Querstreben sind aus den 18mm Rundhölzern. Die Gesamtlänge des größeren Rahmens sollte so bemessen sein dass sie etwas schmaler ist als die Grundplatte (bei mir ist die Grundplatte 80cm, also der Rahmen 76cm breit). Die Gesamtlänge des inneren Rahmens sollte so bemessen sein, dass er genau in den größeren passt.

Nun baut man zwei Rahmen. Die Querstreben sind aus den 18mm Rundhölzern. Die Gesamtlänge des größeren Rahmens sollte so bemessen sein dass sie etwas schmaler ist als die Grundplatte (bei mir ist die Grundplatte 80cm, also der Rahmen 76cm breit). Die Gesamtlänge des inneren Rahmens sollte so bemessen sein, dass er genau in den größeren passt.

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Ich habe hier mit Ponal vorgeleimt und dann mit eingeleimten Holzdübeln verbunden. Ich mag Holzdübel lieber in Stirnholz als Schrauben... ist aber Geschmacksache.

Ich habe hier mit Ponal vorgeleimt und dann mit eingeleimten Holzdübeln verbunden. Ich mag Holzdübel lieber in Stirnholz als Schrauben… ist aber Geschmacksache.

Hier der eine Rahmen, noch "unten offen". Das ist wichtig, denn vorm Zusammenkleben sollte man die Rohrisolierungen aufschieben. Sie lassen sich sehr leicht mit dem Cuttermesser ablängen.

Hier der eine Rahmen, noch „unten offen“. Das ist wichtig, denn vorm Zusammenkleben sollte man die Rohrisolierungen aufschieben. Sie lassen sich sehr leicht mit dem Cuttermesser ablängen.

Hier die aufgeschobenen Isolierungen kurz vorm Verleimen.

Hier die aufgeschobenen Isolierungen kurz vorm Verleimen.

Voilá! Hier sieht man beide Rahmen fertig verleimt und ineinadner gelegt.

Voilá! Hier sieht man beide Rahmen fertig verleimt und ineinadner gelegt.

Dies wird die Achse. Ich habe mir Muttern in die Enden versenkt, damit ich die Achsauflagen aus einfachen Schlossschrauben machen kann.

Dies wird die Achse. Ich habe mir Muttern in die Enden versenkt, damit ich die Achsauflagen aus einfachen Schlossschrauben machen kann.

Hier sind nun Rahmen und Achse mit den zwei Schlossschrauben miteinander verbunden. Der Rahmen nimmt flach zusammengelegt kaum Platz weg. Faltet man ihn nun auf, kann manden bis zu 61m 16mm Film draufwickeln (Schicht nach aussen natürlich)

Hier sind nun Rahmen und Achse mit den zwei Schlossschrauben miteinander verbunden. Der Rahmen nimmt flach zusammengelegt kaum Platz weg. Faltet man ihn nun auf, kann manden bis zu 61m 16mm Film draufwickeln (Schicht nach aussen natürlich)

Hier sieht man die Halterung entstehen. Die Seitenwände (auf denen die Trommel dann liegen kann) lassen sich einfach umklappen. Die Kurzen Flügel schützen sie einfach vorm umkippen unter Last.

Hier sieht man die Halterung entstehen. Die Seitenwände (auf denen die Trommel dann liegen kann) lassen sich einfach umklappen. Die Kurzen Flügel schützen sie einfach vorm umkippen unter Last.

Die Grundplatte nebst Halterung lässt sich flach zusammenlegen, die „Trommel“ selber eben auch. Beides klässt sich so prima irgendwo verstecken wenn man es nicht braucht — und in einem Müllsack o.ä. auch staubfrei aufbewahren.

Die Trockenvorrichtung zusammengefaltet. So verschwindet sie, in einem Müllsack vor Staub geschützt, leicht unter einem Bett oder hinter einem Schrank.

Die Trockenvorrichtung zusammengefaltet. So verschwindet sie, in einem Müllsack vor Staub geschützt, leicht unter einem Bett oder hinter einem Schrank.

Die Seitenwände aufgestellt, das Trockenkreuz aufgeklappt. Ein bisschen Platz braucht man so auf dem Tisch schon.

Die Seitenwände aufgestellt, das Trockenkreuz aufgeklappt. Ein bisschen Platz braucht man so auf dem Tisch schon.

Diese kleine Klemme hält die "Streben der Trommel zuverlässig im rechten Winkel. Eine kleine Tesakreppschlinge hält sie ggf. fest.

Diese kleine Klemme hält die „Streben der Trommel zuverlässig im rechten Winkel. Eine kleine Tesakreppschlinge hält sie ggf. fest.

Die Trommel fasst 61m 16mm Film auf einmal, wenn man platzsparend wickelt.

Die Trommel fasst 61m 16mm Film auf einmal, wenn man platzsparend wickelt.

Eine Heizung und/oder Motor hat diese Trommel (noch) nicht, geht aber auch gut ohne. Ich verwende eh gern chemische Trocknungshilfen (Mirasol oder ggf. auch mal Drysonal, wenn es schnell gehen soll)

Agfa Moviechrome 40 entwickeln

Agfa Moviechrome 40 entwickeln

In meinem Kellerregal lagert noch eine ansehnliche Zahl abgelaufener AGFA Moviechrome 40 Super 8 Filme, vor allem jener Version in weisser Schachtel mit blauem Streifen. Da diese Filme Ende der 80er als 3er „Economy Pack“ für zusammen ca. DM 30,- verschleudert wurden, sind sie noch relativ häufig anzutreffen. In meinen Vorräten befinden sich mehr als ein Dutzend dieser Filme aus der gleichen Charge, abgelaufen 10/91, Einhaltung der Lagerbedingungen vollständig unbekannt.

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Schwarzweissfilm entwickeln ohne Schwefelsäure

Schwarzweissfilm entwickeln ohne Schwefelsäure

Keine ungefährliche Chemikalie!

Keine ungefährliche Chemikalie!

 

Martha Jurksaitis vom Künstler-Filmlabor Cherry Kino im englischen Leeds hat eine Erfolgsmeldung auf ihrem Blog: Es ist ihr gelungen, Kodak Tri-X-Schwarzweissmaterial ohne klassisches Schwefelsäurebad als Umkehrfilm zu entwickeln. Auf der Website www.photosensitive.ca fand sie einen Alternativprozess mit Natriumhydrogensulfatlösung und Kaliumdichromat. Natriumhydrogensulfat ist eine verbreitete Lebensmittelchemikalie, Kaliumdichromat allerdings laut Wikipedia „sehr giftig, brandfördernd, umweltgefährlich, erbgutverändernd, fortpflanzungsgefährdend und krebserzeugend“. Weil das Natriumhydrogensulfat als Pulver vorliegt, findet Jurksaitis diese Kombination dennoch sicherer als das Schwefelsäurebad, mit dem Schwarzweissfilm beim Umkehrentwickeln normalerweise gebleicht wird.

Hier ihr Rezept:

  • Erstes Entwickelbad: D-19, 7 Minuten
  • Spülen
  • Bleichen: 65g Natriumhydrogensulfat/Liter + 10g Kaliumdichromat/Liter, 3 Minuten
  • Spülen
  • Reinigungsbad: 50g Natriumsulfit/Liter, 1 Minute
  • Spülen
  • Film mit Lichtquelle neubelichten
  • Zweites Entwickelbad: D-19, 4 Minuten
  • Spülen
  • Fixierbad
  • Spülen, 15 Minuten

Und fertig. Übers Ergebnis schreibt Martha Jurksaitis: „It has come out beautifully.“

 

Selbstgebaute Trockner-Vorrichtung für Schmalfilm

Selbstgebaute Trockner-Vorrichtung für Schmalfilm

Für das Selbstentwickeln von Schmalfilm ist der Lomo-Tank ein praktikables Werkzeug.
Das abschliessende Trocknen des Films ist damit jedoch nicht gelöst.

Im Prinzip kann der Film zwar nach Ende des Entwicklungsprozesses im Spiraleinsatz des
Lomo-Tanks verbleiben und darin abtrocknen (ich nehme dazu die obere Spiral-Hälfte ab), der Trocknungsvorgang dauert dabei aber recht lange und die Spirale ist in dieser Zeit für weiteres Filmentwickeln nicht verfügbar.
Zudem besteht nach dem Abnehmen der oberen Spiral-Hälfte vor allem bei 16mm breitem Film die Gefahr, daß der feuchte Film stellenweise zusammenklebt.

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Persönliche Filmsignaturen

Persönliche Filmsignaturen

Die Urlaubsfilme kommen zurück aus dem Labor. Acht kleine, schwarze Spulen. Der Anfang jeder einzelnen Spule wird begutachtet. Und nun beginnt die Sucherei und das ewige Rätselraten. War man nun am dritten oder am vierten Tag auf dem Kamelmarkt und war die Strandszene nun vorher oder nachher? Wenn man sich nur an die Abfolge erinnern könnte. Kommt das jemandem bekannt vor? Mir ging das immer so.

Laborspulenhaufen

Zugegeben, es waren keine unlösbaren Probleme und man hat eigentlich immer spätestens nach einer halben Stunde klar gesehen. Aber in der halben Stunde gab es Verwirrung ohne Ende, die noch größer wurde, wenn Material mehrerer filmender Personen oder aus mehreren Kameras zusammengeschnitten werden sollten, oder wenn der Urlaub länger dauerte und mehr Spulen zusammen kamen. Fast verrückt wurde ich 1995 nach einem längeren USA-Urlaub und irgend etwas um die 30 oder mehr Super8 Kassetten.

Irgendwann sollte dann endgültig Schluss sein mit dem Schlamassel. Ich nahm mir beschriftete Zettel mit, auf die ich das Datum des „Einlegetages“ und eine fortlaufende Nummer schrieb und am Anfang jeder Kassette kurz abfilmte (mit der Zeit wurden aus den einfachen Zetteln dann Infotafeln mit allerhand technischen Details).

Titlechart

Das Problem verringerte sich. Nun musste man einfach jede Spule testweise einmal in den Betrachter einlegen und den abgefilmten Titelzettel lesen und die fortlaufende Nummer dann auf die Spule schreiben, um diese dann in der richtigen Reihenfolge sortieren zu können.

Doch noch einfacher geht es, wenn der Filmstreifen am Anfang bereits eine persönliche Signatur trägt, die sogar mit bloßem Auge und somit ohne jeglichen Betrachter sichtbar ist. Man wickelt dann nur noch den Weißfilmvorspann jeder Laborspule ab und dort wo der belichtete Film beginnt, steht die fortlaufende Nummer in klar lesbaren Zahlen. Wer mag kann auch noch den eigenen Namen oder andere Informationen dazu packen. Und schon ist die Ordnung perfekt. Alles was dazu benötigt wird, ist eine Kamera mit Einzelbildschaltung und ein selbst zusammen gebundenes DIN A4 Heft. In diesem selbstgebastelten Heft befinden sich Blätter auf denen riesig große Buchstaben ausgedruckt sind (ein einziger Buchstabe pro Blatt). Nun werden die Buchstaben und Zahlen der Reihe nach mit der Einzelbildschaltung abfotografiert. Ein Druck auf den Auslöser, umblättern, Auslöser, umblättern, Auslöser, umblättern… fertig. Innerhalb einer oder zwei Minuten hat man eine persönliche Filmsignatur.

persönliche Filmsignierung

Mein erstes Heft war ein universell verwenbares Heft, in welchem einfach das gesamte Alphabet Buchstabe für Buchstabe nacheinander abgedruckt war. Es sollte mir ermöglichen, zu jeder Gelegenheit einen frei wählbaren Text abzufotografieren. Im Frankreichurlaub sollte auf die erste Kassette also „Frankreich 1998 Nr. 01“ belichtet werden, im Italienurlaub „Italien 2002 Nr. 01“ und so weiter. Ich druckte mir so ein Heft aus und stellte dann fest, dass das Hin- und Hergeblättere im Alphabet beim Abfotografieren des Titels mir derart lästig war, dass ich oft beim Einlegen der neuen Kassette keine große Lust mehr verspürte an dieser Methode festzuhalten. Zudem verlor ein Fotogroßlabor zu dieser Zeit mal ein paar Filme (ich bekam meine Papierabzüge in der Labortüte zurück, aber die Negative fehlten und konnten auch nicht mehr gefunden werden). So kam ich darauf, die Filme urlaubsübergreifend immer mit meinem Namen zu beschriften und die Nummerierung durchgängig fortlaufen zu lassen. Im Falle einer Verwechslung von Auftragstüten und Negativen oder Filmen kann das Labor mit Titeln wie „Frankreich 1998“ nicht viel anfangen, wohl aber mit meinem Namen.

Am besten druckt man sich also genau die Buchstaben aus, die man zur Zusammensetzung des eigenen Namens braucht und zwar genau in der Reihenfolge, in welcher sie benötigt werden. Möchte also jemand seinen Namen „Hans Meier“ als Signatur verwenden, druckt man also die Blätter H – A – N – S – Leerseite – M – E – I – E – R – aus. Es ist zwar verlockend mehrfach vorkommende Buchstaben (z.B. „MEIER“ = zwei mal „E“) nur ein einziges mal auszudrucken, aber das Herumblättern ist so lästig, dass es sich viel mehr empfiehlt, mehrfach vorkommende Buchstaben auch wirklich mehrfach auszudrucken. Das erspart lästiges Hin- und Herblättern beim Abfotografieren.

Bevor man sich aber ans Ausdrucken macht, sollte man überlegen, wie die Buchstaben und Zahlen auf dem Film liegen sollen. Sollen sie beispielsweise von der Filmaußenseite (also der Glanzseite) gelesen werden können, oder von der Filminnenseite aus? Soll die Perforation unten liegen, wenn man den Film aus der Spule heraus zieht, oder oben? Diese Parameter entscheiden, wie man die Buchstaben ausdrucken und in welcher Reihenfolge man sie abfotografieren muss. Man kann da nämlich leider auch einiges falsch machen. Dann sind die Buchstaben spiegelverkehrt, oder kommen in falscher Reihenfolge. Es gibt insgesamt 8 Möglichkeiten, von denen aber nur 4 wirklich sinnvoll sind.

filmstreifentiteleibelichtung

Wenn die Schrift beispielsweise in der selben Richtung gelesen werden soll, wie der Film „vorwärts“ transportiert wird, dann müssen die Buchstaben in der normalen Reihenfolge abfotografiert werden. Soll die Leserichtung der Schrift aber entgegengesetzt der Transportrichtung im Projektor sein, muss man die Buchstaben in umgekehrter Reihenfolge abfotografieren. Das erfordert ein höheres Maß an Konzentration beim Abfotografieren. Wichtig ist auch noch, dass die Buchstaben in jedem Fall im Bild „quer“ liegen müssen, damit sie später bei Horizontallage des Films richtig herum erscheinen.

Filmsignierungsheft


Empfehlen kann ich hier eigentlich nur zwei von den vier sinnvollen Methoden.

A) Die Schrift soll von der Schichtseite (Spuleninnenseite des Filmstreifens) aus in Transportrichtung gelesen werden, die Perforation befindet sich unten:

Die Buchstaben in gewünschter, gut lesbarer Schriftart so ausdrucken, dass jeder Buchstabe eine hochformatige DIN A4 Seite belegt. Es wird empfohlen am Drucker den beidseitigen Druck zu deaktivieren. Bei beidseitiger Bedruckung muss man das Heft beim Abfotografieren für jedes Einzelbild neu positionieren. Das macht die Sache unnötig kompliziert. Jedes Blatt wird nur auf einer Seite bedruckt und auf jeder Seite steht nur ein einziger Buchstabe. Nach den ganzen Buchstaben erfolgt der Ausdruck der Zahlen 0 bis 9. Nun ordnet man die Blätter in der richtigen Reihenfolge an, also Deckblatt-Leerseite-H-A-N-S-Leerseite-M-E-I-E-R-Leerseite-0-1-2-3-4-5-6-7-8-9-Leerseite-Deckblatt und legt den Blattstapel querformatig so vor sich, dass der Buchstabenfuss links ist. Der  Buchstabe liegt auf dem Bauch und blickt nach unten.

R unten fuss links

Jetzt wird die obere Kante des querformatigen Stapels gebunden. Dazu gibt es mehrere im Handel erhältliche Systeme. Ich verwende für solche Sachen gerne die ibiClick-Bindung. Sie ist mehrmals korrigierbar (lässt sich immer wieder auf und zu machen, neue Blätter lassen sich einfügen, alte herausnehmen), ist trotzdem stabil, die Blätter lassen sich problemlos 360° um die Kunststoffspirale herumwickeln. Aber natürlich geht auch nahezu jedes andere System. Weniger geeignet sind nur Systeme, bei denen sich das gebundene Heft nicht komplett „umbiegen“ lässt (z.B. Thermobindemappen, Klemmschienen, o.ä.).

Filmsignierungsheft

Wenn man dann so weit ist, legt man das Heft nun auf den Boden oder den Tisch, richtet die Kamera darauf aus, stellt scharf (wobei eine exakte Scharfstellung hier ausnahmsweise mal gar nicht so wichtig ist, da es ja nur um die Lesbarkeit der Buchstaben im unvergrößerten Zustand geht und leichte Unschärfen mit dem bloßen Auge gar nicht sichtbar sind), berücksichtigt bei der Einstellung der Blende die Tatsache, dass das weiße Blatt den Belichtungsmesser normalerweise zur Unterbelichtung führen würde – man also mit absichtlicher Überbelichtung kompensieren muss. Und dann legt man eine Kassette in die Kamera ein, filmt zur Sicherheit eine Sekunde irgend etwas (zur Überbrückung des Burn Outs am Filmanfang), und dann stellt man die Kamera auf Einzelbildaufnahme und fotografiert je Blatt einmal – so lange, bis man den Namen durch hat und bei der fortlaufenden Nummerierung muss man dann eben in den Zahlenseiten herumblättern und sich Bild für Bild seine Nummer zusammen belichten.

B) Wenn die Schrift von der Glanzseite (Spulenaussenseite des Filmstreifens) in Transportrichtung gelesen werden soll und die Perforation sich oben befindet:

Dann verfahre man wie in Fall A, aber mit dem Unterschied, dass die Buchstaben beim Abfotografieren erstens spiegelverkehrt ausgedruckt sein müssen, zweitens quer auf dem Bauch liegen müssen, also mit Blickrichtung nach unten und drittens der Buchstabenfuss auf der rechten Seite sein muss. Alles andere läuft wie oben beschrieben.

r spiegel unten fuss rechts

Man muss nun nur immer das DIN A4 Heft in der Fototasche mit sich führen, um bei Kassettenwechsel wieder die Signatur aufbelichten zu können.

Ich wende diese Methode seit einiger Zeit an und bin sehr zufrieden. Ein Kassettenanfang von mir sieht üblicherweise (meist so aus):

  1. Name (falls im Labor mal was durcheinander kommt, wird die Zuordnung leichter).
  2. Filmkassettennummer (fortlaufende Zahl, wird von mir in einer Excel Liste gepflegt)

Alle weiteren Informationen werden nicht Buchstabe für Buchstabe belichtet, sondern als Ganzes auf jeweils einer Seite, denn diese Informationen muss man nicht unbedingt mit bloßem Auge und unvergrößert lesen können. Es reicht, wenn es im Betrachter lesbar ist:

  1. Kameramodell
  2. optionaler Vermerk (Film aus Meterware, oder aus DS8 geschnitten)
  3. Jahreszahl/Datum der Verfilmung
  4. Filmhersteller (Kodak, Fuji, Agfa, Orwo, Adox, …)
  5. Filmsorte (E100D, 50D, UN54)
  6. sonstige Vermerke, die sich auf die ganze Kassette beziehen (z.B. Polfilter Dauereinsatz, oder ND Filter, Kamera auf „Kunstlicht“ gestellt – was macht die Belichtungsautomatik?)

Wem das Ausdrucken, Binden, Mitführen eines DIN A4 Heftes zu umständlich ist, aber trotzdem seine Urlaubsfilme gerne der Reihe nach signiert hätte, für den hätte ich noch was ganz Simples in petto. Man kann auch einfach einen Tageskalenderblock mitnehmen (also so ein Abreissblöckchen, bei dem jeder Tag ein eigenes Blättchen mit einer großen Zahl drauf hat). Da filmt man dann am Anfang der ersten Kassette einfach die Zahl EINS vom 1. Januar ab (und zwar querliegend, damit die Zahl die gesamte Breite des Bildes einnehmen kann und somit größer ist, als wenn man nur die Höhe des Bildes nutzt). Danach reisst man den 1. Januar ab. Die zweite Kassette wird am Anfang mit dem 2. Januar kurz abgefilmt (wieder querliegend) und so weiter. Man darf jetzt nur nicht mehr als 31 Kassetten in einem Urlaub verfilmen. 😉

Abwickelhilfe für den Lomo-Tank

Abwickelhilfe für den Lomo-Tank

Abwickelhilfe1

Wohl jeder Selbstverarbeiter kennt das – einer der hakeligsten Schritte bei der Entwicklung mit dem Lomo-Tank ist das abwickeln des noch nassen Filmes auf die Trockenvorrichtung der Wahl. Die nasse Emulsion flutscht nicht sonderlich willig aus ihrer Spur und gerade die Inneren Lagen bewirken beim Abwickeln doch eine beachtliche Beschleunigung der schweren Spindel.
Bisher hielt ich diese beim Abwickeln in der „hohlen Hand“, in der Tat kein ideales Lager, da aber der Winkel der Spindel zur Trockentrommel möglichst konstant gehalten werden muss um keine Emulsion an den Spulenrändern abzuscheren, irgendwie doch auch die einzig praktikable.

Das hat nun ein Ende: Ich habe mir eine kleine Abwickelhilfe erdacht, die man mit wenig Geschick in einer halben Stunde nachbauen kann.

Benötigt wird:

  • ein (gern altes, gebrauchtes, ausgeschlachtetes) Kugellager – einzige Anforderung ist, dass es noch einigermaßen leicht dreht und der Innendurchmesser größer ist als der des Spindeldorns des Lomo-Tanks (an welchem man während der Entwicklung für Drehung sorgt)
  • Ein paar cm Schrumpfschlauch, der etwa auf den Durchmesser des Spindeldorns gebracht wird
  • Epoxydharz und Powerknete
  • Ein geeignetes „Handstück“, bei mir die alte Verpackung eines Forstner-Bohrers

Zunächst schiebt man den Schrumpfschlauch auf den Spindeldorn und schrumpft ihn mit dem Heissluftföhn so, dass er eine schlüssige Aufnahme für den Spindeldorn wird. Anschliessend befestigt man diese Aufnahme mit Powerknete zentrisch im Kugellager. Nach deren Aushärtung sollte man noch mit Epoxydharz verfüllen, um die Scherkräfte besser aufzunehmen. Dabei darf natürlich keine Kleber ins Kugellager gelangen!

Im zweiten Schritt befestigt man das Kugellager auf dem hohlen Handstück (Auch hier wieder: Zwei-Komponenten-Kleber ist sehr gut geeignet).
Fertig!

Nach der letzten Wässerung lässt sich die gesamte, beladene Lomo-Spirale jetzt einfach kopfüber auf das Handstück stecken und der Film sich ohne Kraftaufwand und wechselnde Zugbelastungen abwickeln.

Abwickelhilfe2

Wirkt Wunder – zur Nachahmung empfohlen!

Das etwas andere Filmformat: SuterScope

Das etwas andere Filmformat: SuterScope

Braucht es in der heutigen Zeit nochmals ein neues Filmformat…?

Bevor man diese Frage beantworten kann, muss man zuerst einmal wissen, um was es sich bei SuterScope überhaupt handelt: Es ist ein zur Zeit in der Realisierung befindliches neues Filmformat, das in erster Linie mithelfen soll, das immer teurer werdende Schmalfilmhobby wieder preiswerter zu machen.

Es sind primär die Rohfilmpreise, die immer höher ansteigen, sowie auch das Verschwinden von geeigneten Umkehrmaterialien, die dem Schmalfilm schwer zu schaffen machen. Zwar gibt es noch ausreichend Rohfilm aller Art zu kaufen, aber die Preise, insbesonders für Super-8 Kassetten sind inzwischen auf einem so hohen Level, dass sich so mancher Filmer sein Hobby kaum noch leisten kann.

Diese Tatsache hat mich inspiriert, nach einem Ausweg aus diesem Dilemma zu suchen. Nach intensivem Nachdenken und Recherchieren entstand dann eine Idee, wie man es hinbekommen könnte, erstens deutlich preiswerter und zweitens auch gleich noch in besserer Bildqualität als in Super-8 filmen zu können.

Viele der preiswerten Filmmaterialien, die ich entdeckt habe, sind lediglich in 35mm als normaler Kinofilm erhältlich. Was lag also näher, als sich dieses 35mm Filmformat einmal etwas genauer anzusehen: Ich spielte also mit einem Stück alten 35mm Film ein bisschen herum und liess meinen Gedanken freien Lauf. Schnell wurde mir klar, wie ich es anstellen muss, um zu preiswertem Rohfilm zu kommen:

Mitteilungszentrale

Mitteilungszentrale-1

Der 35mm Film wird der Länge nach aufgesplittet, sodass daraus zwei Filmstreifen entstehen. 35mm geteilt durch zwei ergibt eigentlich 17,5mm, da aber beidseits ausserhalb der Perforation noch jeweils 1,5mm abgetrennt werden, entsteht also ein 16mm breiter Film mit einseitiger Perforation. Dieser 16mm breite Film soll nun mit einem Greiferhub, der dem Abstand eines Perfoloches (4,75mm) entspricht, transportiert werden. Aus solchem Filmmaterial resultiert nun ein Einzelbild, das über die doppelte Grösse gegenüber Super-8 verfügt und gleichzeitig auch noch modernen Seitenverhältnissen bis hin zu 1:2,5 gerecht wird. Das Seitenverhältnis kann von 16:9 bis hin zu Cinemascope variiert werden, je nach Lust und Laune des Filmers.

Aufnahmeseitig kommt eine entsprechend auf SuterScope umgebaute Bolex H8 RX zum Einsatz. Der Aufwand, eine Bolex auf ein anderes Filmformat umzubauen ist längst bekannt, es wurden schon recht viele dieser Kameras von Normal-8 auf Doppel-Super-8 modifiziert. Es braucht mehr oder weniger dieselben Änderungen an der Kamera wie die für DS-8, lediglich die Maße sind nicht dieselben. So ein Umbau ist nicht ganz billig. Da muss jeder selber entscheiden, ob ihm der Aufwand, eine Kamera und natürlich auch einen Projektor auf dieses Filmformat umbauen zu lassen, es wert ist. Die Kosten-Nutzen-Rechnung richtet sich ganz klar nach der Menge an Film, die mit solchen umgebauten Geräten verdreht werden soll.

Auf der Wiedergabeseite ist der Projektor, der natürlich ebenfalls für das neue Filmformat umgebaut werden muss. Filmer, die ihre Aufnahmen nicht direkt vorführen wollen, sondern digital abtasten lassen möchten, können auf den Projektor verzichten, die haben diesbezüglich einen Vorteil und eine Kostenersparnis. Der Umbau eines 16mm Projektors ist aber neben dem Umbau der Kamera recht überschaubar, da gibts weder einen Sucher noch sonstige „Spezialitäten“, die mitberücksichtigt werden müssen.
Ausserdem wird zumindest noch eine 16mm Klebepresse benötigt, die aber relativ einfach auf SuterScope angepasst werden kann: Entweder, man kauft so ein Gerät neu, oder aber man versieht eine bestehende Klebepresse mit vier anderen Nocken, dem 35mm Film entsprechend und nimmt die 16mm Nocken heraus.

Damit sind fürs erste die allerwichtigsten Gerätschaften beschrieben, die es zwingend braucht, will man mit SuterScope günstig filmen. Natürlich kann man die Umbauten auch noch mit einem Betrachter ergänzen, aber das ist nicht zwingend nötig, ein kleines Leuchtpult und eine Lupe können denselben Zweck erfüllen.

Die Kostenfrage für das Rohmaterial „Film“ war ja bekanntlich der Auslöser für dieses Projekt. Also sehen wir mal, wie dieser Aspekt aussieht. Dazu nehmen wir ganz einfach ein aktuelles Beispiel, den „Agfa Aviphot Chrome 200“ Farbumkehrfilm:

Quellmaterial Länge Preis Laufzeit
Super-8 Kassette = 15m = €23.- = 3’20 bei (18 Frames)
30m 35mm Rolle (gesplittet) = 60m = €50.- = 11,6 Min (18 Frames)

Umgerechnet kostet also das Filmmaterial für eine Laufzeit von 10 Minuten bei18 B/sec:

Super-8 = 69,- € (gerundet) 1 Stunde = €414.-
SuterScope = 44.- € (gerundet) 1 Stunde = €264.-

Auch wenn es bei gewissen Filmemulsionen nicht zu einer Verbilligung gegenüber Super-8 kommt, ist doch davon auszugehen, dass 35mm Filmmaterial wesentlich länger lieferbar sein wird als Super-8 Kassetten. SuterScope Filmer wird man also auch dannzumal hoffentlich noch antreffen, wenn andere Filmer ihre Kassettenkameras längst wegen nicht mehr lieferbaren Kassettenmaterials in ihrer Vitrine stehen lassen müssen.

Viele weitere technische Details und zusätzliche Information aller Art findet man im Filmvorführerforum. Dort wird auch detailliert beschrieben, wie man SuterScope auf recht einfache Weise mit Ton versehen kann, dies trotz fehlendem Platz für eine Tonspur bei voller Cinemascopebreite des Filmbildes.

Der ursprüngliche Name Suter-16 wird neu kontinuierlich in SuterScope umbenannt. Das Wort Scope entspricht eher dem breiten Filmbild des neuen Formats als die blosse Zahl 16, die ja eigentlich nur die Filmbreite angibt.

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