Abwickelhilfe für den Lomo-Tank

Abwickelhilfe für den Lomo-Tank

Abwickelhilfe1

Wohl jeder Selbstverarbeiter kennt das – einer der hakeligsten Schritte bei der Entwicklung mit dem Lomo-Tank ist das abwickeln des noch nassen Filmes auf die Trockenvorrichtung der Wahl. Die nasse Emulsion flutscht nicht sonderlich willig aus ihrer Spur und gerade die Inneren Lagen bewirken beim Abwickeln doch eine beachtliche Beschleunigung der schweren Spindel.
Bisher hielt ich diese beim Abwickeln in der “hohlen Hand”, in der Tat kein ideales Lager, da aber der Winkel der Spindel zur Trockentrommel möglichst konstant gehalten werden muss um keine Emulsion an den Spulenrändern abzuscheren, irgendwie doch auch die einzig praktikable.

Das hat nun ein Ende: Ich habe mir eine kleine Abwickelhilfe erdacht, die man mit wenig Geschick in einer halben Stunde nachbauen kann.

Benötigt wird:

  • ein (gern altes, gebrauchtes, ausgeschlachtetes) Kugellager – einzige Anforderung ist, dass es noch einigermaßen leicht dreht und der Innendurchmesser größer ist als der des Spindeldorns des Lomo-Tanks (an welchem man während der Entwicklung für Drehung sorgt)
  • Ein paar cm Schrumpfschlauch, der etwa auf den Durchmesser des Spindeldorns gebracht wird
  • Epoxydharz und Powerknete
  • Ein geeignetes “Handstück”, bei mir die alte Verpackung eines Forstner-Bohrers

Zunächst schiebt man den Schrumpfschlauch auf den Spindeldorn und schrumpft ihn mit dem Heissluftföhn so, dass er eine schlüssige Aufnahme für den Spindeldorn wird. Anschliessend befestigt man diese Aufnahme mit Powerknete zentrisch im Kugellager. Nach deren Aushärtung sollte man noch mit Epoxydharz verfüllen, um die Scherkräfte besser aufzunehmen. Dabei darf natürlich keine Kleber ins Kugellager gelangen!

Im zweiten Schritt befestigt man das Kugellager auf dem hohlen Handstück (Auch hier wieder: Zwei-Komponenten-Kleber ist sehr gut geeignet).
Fertig!

Nach der letzten Wässerung lässt sich die gesamte, beladene Lomo-Spirale jetzt einfach kopfüber auf das Handstück stecken und der Film sich ohne Kraftaufwand und wechselnde Zugbelastungen abwickeln.

Abwickelhilfe2

Wirkt Wunder – zur Nachahmung empfohlen!

Das etwas andere Filmformat: SuterScope

Das etwas andere Filmformat: SuterScope

Braucht es in der heutigen Zeit nochmals ein neues Filmformat…?

Bevor man diese Frage beantworten kann, muss man zuerst einmal wissen, um was es sich bei SuterScope überhaupt handelt: Es ist ein zur Zeit in der Realisierung befindliches neues Filmformat, das in erster Linie mithelfen soll, das immer teurer werdende Schmalfilmhobby wieder preiswerter zu machen.

Es sind primär die Rohfilmpreise, die immer höher ansteigen, sowie auch das Verschwinden von geeigneten Umkehrmaterialien, die dem Schmalfilm schwer zu schaffen machen. Zwar gibt es noch ausreichend Rohfilm aller Art zu kaufen, aber die Preise, insbesonders für Super-8 Kassetten sind inzwischen auf einem so hohen Level, dass sich so mancher Filmer sein Hobby kaum noch leisten kann.

Diese Tatsache hat mich inspiriert, nach einem Ausweg aus diesem Dilemma zu suchen. Nach intensivem Nachdenken und Recherchieren entstand dann eine Idee, wie man es hinbekommen könnte, erstens deutlich preiswerter und zweitens auch gleich noch in besserer Bildqualität als in Super-8 filmen zu können.

Viele der preiswerten Filmmaterialien, die ich entdeckt habe, sind lediglich in 35mm als normaler Kinofilm erhältlich. Was lag also näher, als sich dieses 35mm Filmformat einmal etwas genauer anzusehen: Ich spielte also mit einem Stück alten 35mm Film ein bisschen herum und liess meinen Gedanken freien Lauf. Schnell wurde mir klar, wie ich es anstellen muss, um zu preiswertem Rohfilm zu kommen:

Mitteilungszentrale

Mitteilungszentrale-1

Der 35mm Film wird der Länge nach aufgesplittet, sodass daraus zwei Filmstreifen entstehen. 35mm geteilt durch zwei ergibt eigentlich 17,5mm, da aber beidseits ausserhalb der Perforation noch jeweils 1,5mm abgetrennt werden, entsteht also ein 16mm breiter Film mit einseitiger Perforation. Dieser 16mm breite Film soll nun mit einem Greiferhub, der dem Abstand eines Perfoloches (4,75mm) entspricht, transportiert werden. Aus solchem Filmmaterial resultiert nun ein Einzelbild, das über die doppelte Grösse gegenüber Super-8 verfügt und gleichzeitig auch noch modernen Seitenverhältnissen bis hin zu 1:2,5 gerecht wird. Das Seitenverhältnis kann von 16:9 bis hin zu Cinemascope variiert werden, je nach Lust und Laune des Filmers.

Aufnahmeseitig kommt eine entsprechend auf SuterScope umgebaute Bolex H8 RX zum Einsatz. Der Aufwand, eine Bolex auf ein anderes Filmformat umzubauen ist längst bekannt, es wurden schon recht viele dieser Kameras von Normal-8 auf Doppel-Super-8 modifiziert. Es braucht mehr oder weniger dieselben Änderungen an der Kamera wie die für DS-8, lediglich die Maße sind nicht dieselben. So ein Umbau ist nicht ganz billig. Da muss jeder selber entscheiden, ob ihm der Aufwand, eine Kamera und natürlich auch einen Projektor auf dieses Filmformat umbauen zu lassen, es wert ist. Die Kosten-Nutzen-Rechnung richtet sich ganz klar nach der Menge an Film, die mit solchen umgebauten Geräten verdreht werden soll.

Auf der Wiedergabeseite ist der Projektor, der natürlich ebenfalls für das neue Filmformat umgebaut werden muss. Filmer, die ihre Aufnahmen nicht direkt vorführen wollen, sondern digital abtasten lassen möchten, können auf den Projektor verzichten, die haben diesbezüglich einen Vorteil und eine Kostenersparnis. Der Umbau eines 16mm Projektors ist aber neben dem Umbau der Kamera recht überschaubar, da gibts weder einen Sucher noch sonstige „Spezialitäten“, die mitberücksichtigt werden müssen.
Ausserdem wird zumindest noch eine 16mm Klebepresse benötigt, die aber relativ einfach auf SuterScope angepasst werden kann: Entweder, man kauft so ein Gerät neu, oder aber man versieht eine bestehende Klebepresse mit vier anderen Nocken, dem 35mm Film entsprechend und nimmt die 16mm Nocken heraus.

Damit sind fürs erste die allerwichtigsten Gerätschaften beschrieben, die es zwingend braucht, will man mit SuterScope günstig filmen. Natürlich kann man die Umbauten auch noch mit einem Betrachter ergänzen, aber das ist nicht zwingend nötig, ein kleines Leuchtpult und eine Lupe können denselben Zweck erfüllen.

Die Kostenfrage für das Rohmaterial „Film“ war ja bekanntlich der Auslöser für dieses Projekt. Also sehen wir mal, wie dieser Aspekt aussieht. Dazu nehmen wir ganz einfach ein aktuelles Beispiel, den „Agfa Aviphot Chrome 200“ Farbumkehrfilm:

Quellmaterial Länge Preis Laufzeit
Super-8 Kassette = 15m = €23.- = 3’20 bei (18 Frames)
30m 35mm Rolle (gesplittet) = 60m = €50.- = 11,6 Min (18 Frames)

Umgerechnet kostet also das Filmmaterial für eine Laufzeit von 10 Minuten bei18 B/sec:

Super-8 = 69,- € (gerundet) 1 Stunde = €414.-
SuterScope = 44.- € (gerundet) 1 Stunde = €264.-

Auch wenn es bei gewissen Filmemulsionen nicht zu einer Verbilligung gegenüber Super-8 kommt, ist doch davon auszugehen, dass 35mm Filmmaterial wesentlich länger lieferbar sein wird als Super-8 Kassetten. SuterScope Filmer wird man also auch dannzumal hoffentlich noch antreffen, wenn andere Filmer ihre Kassettenkameras längst wegen nicht mehr lieferbaren Kassettenmaterials in ihrer Vitrine stehen lassen müssen.

Viele weitere technische Details und zusätzliche Information aller Art findet man im Filmvorführerforum. Dort wird auch detailliert beschrieben, wie man SuterScope auf recht einfache Weise mit Ton versehen kann, dies trotz fehlendem Platz für eine Tonspur bei voller Cinemascopebreite des Filmbildes.

Der ursprüngliche Name Suter-16 wird neu kontinuierlich in SuterScope umbenannt. Das Wort Scope entspricht eher dem breiten Filmbild des neuen Formats als die blosse Zahl 16, die ja eigentlich nur die Filmbreite angibt.

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Filmkamera-Modell eines Fünfjährigen

Filmkamera-Modell eines Fünfjährigen

Vor kurzem hat mich mein fünfjähriger Sohn mit einem speziellen Geschenk, einer selbstgebastelten Filmkamera überrascht.
Das Modell besticht durch die klare geometrische Grundform von drei waagrecht übereinander angeordneten Zylindern und steht den Design-Qualitäten etwa der Modelle eines Dieter Rams in nichts nach.
Man sieht, die Filmbegeisterung des Vaters ist also wohl auch schon in den Augen des Sohnes etwas besonderes.

Der Filmkamera-Prototyp des Sohnes - mit den technischen Wunschvorstellungen des Vaters

Der Filmkamera-Prototyp
des Sohnes – mit den technischen Wunschvorstellungen des Vaters

Filmsortierbrett für klassischen Filmschnitt

Filmsortierbrett für klassischen Filmschnitt

Zum Sortieren der einzelnen Szenen beim klassischen Filmschnitt mit Schere und Klebepresse kann folgender Eigenbau gute Dienste leisten.
Vor allem bei längeren Filmstreifen hilft er, Filmsalat zu vermeiden.

Man nehme eine Hartfaserplatte, z.B. ein Reststück aus der Grabbelkiste im Baumarkt und
-je nach Größe des Filmsortierers- 15 bis 40 Stück Laborspulen-Plastikringe.
Die einzelnen Reihen der Plastikringe mit Bleistift aufreißen, Plastikringe mit doppelseitigem Klebeband fixieren und die einzelnen Ablageringe mit Zahlen beschriften.
Fertig.

Beim abgebildeten Beispiel wurde als Grundplatte die ausrangierte Rückwand eines Bilderrahmens verwendet

Beim abgebildeten Beispiel wurde als Grundplatte die ausrangierte Rückwand eines Bilderrahmens verwendet

Günter Stark und sein selbstgebauter 35mm Projektor

Günter Stark und sein selbstgebauter 35mm Projektor

In diesem wunderbaren Kurzfilm, den Olaf Carls auf seiner inhaltlich einzigartig lesenswerten Webseite geht es um Günter Stark, der – neben vielen anderen unglaublichen Selbstbauprojekten – auch seinen eigenen, tragbaren 35mm Filmprojektor entworfen und gebaut hat. Das schönste daran: Die Dokumentation wurde 1990 vom Erfinder selbst gedreht. Welch wunderbare Rekursion!

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Lego Technic Super-8 Projektor

Lego Technic Super-8 Projektor

Lego Technic ist das beste Spielzeug der Welt. Mit Lego ist nämlich eigentlich alles möglich, zumindest konzeptionell. In den letzten 20 Jahren hat sich ein guter Kubikmeter dieser etwas spezialisierteren Legosteine bei mir angesammelt und wird zwar zu selten, aber doch regelmässig ausgekippt und verwendet. In der letzten Zeit war es mein Technik- und Schmalfilmbegeisterter Sohn Kalle, der mich vermehrt zu Legoabenden überredete.

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Ständer für 15m Laborspulen

Ständer für 15m Laborspulen

Ordnung und Überblick leicht gemacht

Ordnung und Überblick leicht gemacht

Einen 10mm Rundstab, ein Sperrholzplättchen und etwas Leim, ggf. noch ein wenig Farbe – mehr braucht es nicht, um auch die kleinen 15m Spulen ordentlich im Filmregal unterbringen zu können.  Es ist zweckmässig, die Laborspulen auf ihrem Schutzring zu beschriften, um einen gewünschten Film schnell zu finden.

Konfektionierhilfe für Super-8 Meterware (alt)

Konfektionierhilfe für Super-8 Meterware (alt)

Durch Einsatz von Super-8 Meterware lässt sich einiges an Geld sparen, so kosten 72,5m “Wittner: CHROME 200D” nur €49,90 – was einem Kassettenpreis von gut 10€ entspricht. Neben einer geeigneten Leerkassette und etwas Übung benötigt man dabei auch eine Möglichkeit, vom gelieferten Rohfilmkern Wickel von 15m abzulängen, die dann in die enge, komplizierte Kassette passen.

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Klebepressenturbo

Klebepressenturbo

Die Motorklebepressen von Hähnel und auch die entsprechenden Lizenzbauten sind beliebte Helfer bei Schmalfilmern. Eine gut justierte Klebepresse liefert in Windeseile hervorragende Nassklebestellen, neue Schleifsteine mit extrem hoher Haltbarkeit sind bei Wittner erhältlich. Wenn da nur das Thema mit den Batterien nicht wäre.

Die beliebte Hähnel Motorklebepresse

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Selbst ist der Mann – Teil 2

Selbst ist der Mann – Teil 2

Reparieren von Kameras und Projektoren

Im ersten Teil unserer Serie ging es vor allem um die Vorbereitung, das richtige Werkzeug, das Öffnen und die richtige Herangehensweise. Heute wollen wir uns häufigen mechanischen Defekten und Problemen widmen, die sehr oft schon mit geringem Einsatz behoben werden und für Erfolgsgefühl sorgen können. Read More


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