Analoger Film triumphal zurück bei den Kurzfilmtagen Oberhausen

Analoger Film triumphal zurück bei den Kurzfilmtagen Oberhausen

16mm-Filminstallation von Sandra Gibson und Luis Recorder

Die Frankfurter Rundschau berichtet begeistert von den diesjährigen Kurzfilmtagen Oberhausen – dem legendären Filmfestival, auf dem man 1962 den Bruch mit „Papas Kino“ wagte. In einer „mitunter sensationellen Themenreihe“, wie Filmkritik Daniel Kothenschulte schreibt, feierten klassische Kinoprojektoren und Schmalfilm ihre Rückkehr:

Vier „leere“ 16mm-Projektoren etwa sind das Instrumentarium der jungen US-Künstler Sandra Gibson und Luis Recorder. Aus den vier Lichtfeldern in lebendigem – und überraschend vielfarbigen – Weiß generieren sie in ihrer Performance „On/Off“ allein durch geschickte Betätigung des Startknopfs frei nach Josef Albers eine Huldigung an das Rechteck: Dessen Proportionen im Verhältnis 1,33:1 sind inzwischen ja auch schon „obsolet“ geworden. Freilich nicht in Oberhausen: Selten hat man auf einem Festival so viel „echten“ Zelluloidfilm im Wettbewerb gesehen, sogar das schon in den Sechzigern ausgemusterte Normal-8-Format war vertreten – wenn auch, der besseren Spielbarkeit halber, umkopiert in Super-8.

Hier der vollständige Artikel.

Französische Doku über Super 8-Amateur-Horrorfilme

Französische Doku über Super 8-Amateur-Horrorfilme
Super 8 Madness

Filmstill aus „Super 8 Madness“ – 80er Jahre Amateursplatter aus Frankreich!

Der französische Filmemacher Fabrice Blin hat einen abendfüllenden Dokumentarfilm über Selbstmacher-Horrorfilme aus den 80er Jahren gedreht. Heute abend hat er, unter dem Titel Super 8 Madness, Premiere.

Super 8 Madness spürt französische Amateurfilmer auf, die vor drei Jahrzehnten besessen ihre eigenen Horror-, Splatter-, Fantasyfilme auf Super 8 drehten, mit selbstgebauten Masken und Requisiten, selbstgekochtem Kunstblut und analogen Spezialeffekten. Gummimonster kamen zum Einsatz und sogar die eigene Großmutter als Regieassistentin für Splatterfilme.

Super 8 Madness - Filmplakat

Super 8 Madness – Filmplakat

Ein Vorschauvideo auf den Film gibt es hier.

Wir hoffen, Super 8 Madness bald auch außerhalb Frankreichs (und mit Untertiteln) sehen zu können!

BBC akzeptiert wieder Super 16

BBC akzeptiert wieder Super 16

Bei Super 16 wird der Filmstreifen in seiner gesamten Breite belichtet und der Ton extern aufgenommen. Das Format ist nicht für die Projektion gedacht.

Bei Super 16 wird der Filmstreifen in seiner gesamten Breite belichtet und der Ton extern aufgenommen. Das Format ist nicht für die Projektion gedacht.

Ab sofort akzeptiert die BBC Super 16mm-Film wieder als Produktionsformat für HD-Sendungen. Wie die Website Televisual.com berichtet, revidiert der Sender damit seinen früheren Beschluss gegen das Filmformat. Prominente britische Filmregisseure – darunter Ken Loach, Sam Mendes, Stephen Frears, Kenneth Branagh und Terry Gilliam – hatten sich damals in einem Protestbrief für Super 16 als kreative Option eingesetzt.

Vor dem Aufkommen digitaler HD-Kameras war Super 16 mit seinem 16:9-Bild Standardformat für Dokumentar- und Fernsehfilme. Auch die Hollywoodfilme The Hurt Locker und Black Swan wurden mit Super 16-Kameras gefilmt. In Deutschland dreht der Regisseur Dominik Graf häufig auf dem Format, unter anderem den Mehrteiler Im Angesicht des Verbrechens und wahrscheinlich auch den gestrigen Tatort Aus der Tiefe der Zeit.

Ursprünglich hatte die BBC Super 16 für HD-Fernsehausstrahlungen abgelehnt, weil das Korn des Filmmaterials die Kompressionsalgorithmen für Digitalvideo überfordere. Laut Televisual.com bietet die BBC nun eine Kompromisslösung an, bei der Super 16 unter Auflagen akzeptiert wird. Die dürften wahrscheinlich die Körnigkeit des verwendeten Materials betreffen und darauf hinauslaufen, dass nur auf feinkörnigen Filmsorten gedreht werden darf.

Dies ist eine gute Nachricht für alle verbliebenen Filmdienstleister, besonders im Großbritannien. Nachdem das traditionsreiche Londoner SoHo Filmlab 2011 seine Pforten schloss, sah die Zukunft des 16mm-Films jenseits des Ärmelkanals zeitweilig düster aus.

Murphy’s Law ausgetrickst: Das 8mm-Filmfestival Kampen 2013

Murphy’s Law ausgetrickst: Das 8mm-Filmfestival Kampen 2013

Wieder gut besucht: Das 8mm-Filmfestival Kampen 2013

Wieder gut besucht: Das 8mm-Filmfestival Kampen 2013

Was schiefgehen konnte, ging schief bei der zehnten Ausgabe des 8mm-Filmfestivals im niederländischen Kampen. Erst fraß der Projektor einen Wettbewerbsfilm, dann fiel auch das Ersatzgerät aus – und die gesamte Freiluft-Vorführung ins Wasser eines plötzlich einsetzenden Dauerregens. Doch Organisatoren und Publikum ließen sich von nichts beirren, improvisierten Ersatz und feierten wieder ein Schmalfilm-Volksfest.

Glücklicherweise gab es noch einen dritten Projektor, glücklicherweise konnte man schnell vom Vorplatz in den Saal des Kulturzentrums ‚t Ukien umziehen, und glücklicherweise saß ein Filmrestaurateur im Publikum, der sich des geschredderten Kurzfilms „Vlucht“ („Flucht“) des Kampener Amateurfilmers Kazim Oçak annehmen wird – obwohl der Unfall ungeplant zu Titel und Thema des Films passte.

Bilder sagen mehr über das Festival und seine besondere Atmosphäre in der historischen Hanse-Kleinstadt Kampen als viele Worte, weshalb filmkorn.org mit der Videokamera dabei war:

(Wen die elektronische Bildaufzeichnung stört, sehe sich stattdessen unseren Super 8-Film des Festivals von 2011 an.)

Mit dreizehn Kurzfilmen lokaler, niederländischer und internationaler Super 8-Filmer plus dem traditionellen, vom Organisatorenteam selbst aufwändig gedrehten Super 8-Spielfilm hatte das Festival diesmal deutlich mehr zu bieten als im Jahr zuvor. Von einer Schmalfilm-Krise war zumindest hier nichts zu merken. Unter den Filmen fand sich wieder alles mögliche und denkbare, von gefilmten Kochanleitungen („Koken met Leon“ von Vorjahressieger Leon Harms), einer Rotkäppchen-Adaption („Cappuccetto Rosso“ von Bernhard André), existentialistischen Selbstreflexionen („Donderdag“ von Tobias Asser) bis hin zu spontanen Dreh- und Kameraexperimenten („Gentlemen“ von Sipke Mellema und „Ramblin‘ On“ von Geert Bloupot).

Neu im Angebot: 8mm-Popcorn

Neu im Angebot: 8mm-Popcorn

Drei Filme stachen künstlerisch heraus: „Les Vampires Font Leur Cinéma“ („Die Vampire machen Kino“) von Chloé Scalvino, „8-en/80“ („Acht-und-achtzig“) von Annemar van Ommen sowie „The Death of the Real“ („Der Tod des Wirklichen“) von Jolien Former. Chloé Scalvino, die in einem Pariser Kino arbeitet, drehte einen expressionistischen Schwarzweiss-Stummfilm über einen Vampir, der sich als Filmvorführer einstellen lässt, das Kinopublikum in seinesgleichen und einen Kinoabend in einen buchstäblichen Tanz der Vampire verwandelt. Der Film, ihr Erstling, wurde chronologisch in der Kamera gedreht und ungeschnitten aufgeführt, hätte aber ein paar Straffungen gut vertragen.

In „8-en/80“ wurde eine achtzigjährige Frau gefragt, was sie heute als Achtjährige tun würde, und ein achtjähriger Junge, was er als Achtzigjähriger täte. Beide wurden unabhängig voneinander gefilmt, ihre Bilder und Aussagen gegeneinander montiert. Zu Recht gewann er den zweiten Preis des Festivals, der wie immer durch Publikumsabstimmung ermittelt wurde.

Conferencier Frank Huser

Conferencier Frank Huser

Der Hauptpreis des „vergeten lensdop“ („vergessenen Objektivdeckels“), diesmal ein Ölgemälde von Festival-Mitorganisator, Filmemacher und bildendem Künstler Martin-Jan van Santen, ging klar und verdient an Jolien Former, die damit das Festival zum dritten Mal gewann. Ihr diesjähriger Animationsfilm war von dem französischen Soziologen Jean Baudrillard beeinflusst, der schon in den 1980er Jahren das Verschwinden der Wirklichkeit durch massenmedial erzeugte Simulation, Ersatz- und Hyperrealität feststellte. Visuell beeindruckend und einfallsreich zeigte er den Zusammenbruch einer Welt und ihre Transformation in eine neue. Wie in ihren früheren Festivalfilmen näherte sich Former dabei dem Niveau von Animationsfilmkünstlern wie Jan Švankmajer und den Brüdern Quay.

Der Hauptpreis "vergeten lensdop" diesmal in Öl.

Der Hauptpreis „vergeten lensdop“ diesmal in Öl.

Wie immer in Kampen, lief der populärste Film ausser Konkurrenz. Der knapp zwanzigminütige Super 8-Spielfilm des Festivalteams von Martin-Jan van Santen, Gertjan Prins, Gwen Mustamu, Roy Bergsma, Daan Jilesen, Frank Huser, Bas Nijhof und Marijke de Boer handelte von Leben und Werk des fiktiven Filmregisseurs Tony Bodd, der sich in seiner kurzen Karriere Schauspieler, Produzenten, Presse und Publikum zu Feinden gemacht hatte. In den fingierten Dokumentaraufnahmen und Filmausschnitten wurden Klischees des Autoren- und Experimentalkinos gekonnt auf die Schippe genommen. Das überdeutliche product placement für die lokalen Kampener Festival-Sponsoren sorgte, wie auch in den Jahren zuvor, für zusätzliche Lacher.

Eintritt frei - Spende willkommen.

Eintritt frei – Spenden willkommen.

Obwohl Murphy’s Law gnadenlos zugeschlagen hatte, entließ das diesjährige Kampener 8mm-Festival sein Publikum gut gelaunt und optimistischer als im Jahr zuvor. Damals gab’s ein arg geschrumpftes Filmprogramm und Fragezeichen hinter der Zukunft von ‚t Ukien. Diesmal jedoch bleibt für Kampen-Fans kein Zweifel, dass man sich jetzt schon ein Wochenende im August 2014 freihalten sollte.

Von der Spule auf die Scheibe: Grandma Lo-Fi

Von der Spule auf die Scheibe: Grandma Lo-Fi

In dieser Kolumne stellen wir 8mm-Filme vor, die auf DVD veröffentlicht wurden. Der Anfang wurde in Schmalfilm (5/2011, 2/2012, 1/2013) gemacht, nun geht es hier weiter.

Grandma Lo-Fi, DVD-Hülle

Grandma Lo-Fi: DVD-Hülle

Grandma Lo-Fi: The Basement Tapes of Sigrídur Níelsdóttir
Island 2011, 63 min.
Regie: Orri Jónsson, Kristín Björk Kristjánsdóttir, Ingibjörg Birgisdóttir

Im Alter von 70 fand die in Island lebende Dänin Sigrídur Níelsdóttir zu ihrer Berufung. Innerhalb von sieben Jahren nahm sie 687 selbstkomponierte Lieder auf Audiocassetten auf, zuhause, mit halbautomatischer Akkord- und Rhythmusbegleitung ihres Casio-Keyboards und Geräuscheffekten aus Küchenutensilien. Insgesamt 59 CDs entstanden so. Daneben gestaltet Níelsdóttir, im selben fröhlichen Hausmacherstil, Fotocollagen. Dies brachte ihr schnell Kultstatus unter Musikern und Künstlern in Island ein, ähnlich dem Berliner Selfmade-Beatle und Super 8-Filmer Klaus Beyer.

Jahre lang begleiteten die Musiker und Künstler Kristín Björk Kristjánsdóttir, Orri Jónsson und Ingibjörg Birgisdóttir „Grandma Lo-Fi“ mit der 16mm- und Super 8-Kamera, rekonstruierten ihren Lebensweg und führten zahlreiche Gespräche. Heraus kam ein gut einstündiger Dokumentarfilm, der nicht nur redende Köpfe zeigt, sondern auch durch zahlreiche Kurzanimationen im bunt-naiven Stil von Níelsdóttirs Collagen aufgelockert ist. In den besten Momenten ufert das in kinderbuchartige Phantastik aus. Zwischendurch singen isländische Musiker in farbenfrohen Kurzvideos Hommagen an die Frau, die 2011 verstarb – noch vor der Uraufführung beim Rotterdamer Filmfestival.

Sigrídur Níelsdóttir beim Musizieren.

Sigrídur Níelsdóttir beim Musizieren.

Wie man im Trailer unten sieht, hat der Film Charme und ist liebevoll gemacht. Die Macherinnen setzten Super 8 und 16mm überzeugend als Äquivalent von Níelsdóttirs Cassettenaufnahmen und analoger Amateurästhetik ein. Auch in der DVD-Fassung ist das Material so digitalisiert, dass Filmkorn und Kratzer sichtbar bleiben. Ton und Filmschnitt sowie Licht und Kameraführung der 16mm-Aufnahmen sind professionell.

Bemängeln kann man jedoch, dass der Film zu weiten Teilen belanglos-nett vor sich hinplätschert. „Nett“ ist auch das passende Attribut für die Musik und die Bilder der Grandma Lo-Fi, denen – wie man am Ende erfährt – freikirchliche Bibellektüre vorausging. Da die Adventisten, denen Níelsdóttir anhing, teilweise zum christlichen Fundamentalismus gezählt werden können, hätte man sich von den Filmemachern etwas weniger Konsenssauce und zumindest leises Nachhaken gewünscht. Außergewöhnlich ist an Níelsdóttirs Schaffen ansonsten die schiere Quantität. Sieht man davon ab, ist trocken festzustellen, dass es interessantere Outsiderkünstler gibt, und zwar auch unter den Naiven und nicht-Psychotikern (wie z.B. den schon genannten Klaus Beyer).

Grandma Lo-Fi: Trailer

Angebracht ist auch ein technischer Warnhinweis an alle Hardcore-Analogfilmer unter unseren Lesern: „Grandma Lo-Fi“ wurde zwar auf Schmalfilmmaterial gedreht, aber digital geschnitten und als HD-Video gemastert und vorgeführt. Bis auf ein paar putzige Super 8-Stoptricks stammen auch die meisten Animationen aus dem Rechner. Störend ist das nicht. Was aber nervt, ist der billige Pseudo-Schmalfilm-Digitalfilter auf den Hommage-Clips der isländischen Musiker.

„Grandma Lo-Fi“ dreht immer noch seine Runden auf zahlreichen kleineren und mittelgroßen Filmfestivals und konnte eine Reihe von Preisen einheimsen. Die hier besprochene DVD-Fassung wurde vom Filmfestival Rotterdam verlegt und ist bislang die einzige, die man kaufen kann. Leider bietet sie nur niederländische Untertitel unter dem dänischen und isländischen Originalton.

Originaltitel: Amma Lo-Fi
Isländisch & Dänisch mit niederländischen Untertiteln
DVD, 2012
Tiger Releases, herausgegeben vom International Film Festival Rotterdam, Distributor: Filmfreak, Amsterdam
Erhältlich für 16,90 EUR u.a. bei bol.com

Film as physical connection: An interview with Pip Chodorov

Film as physical connection: An interview with Pip Chodorov
Pip Chodorov
Pip Chodorov

Pip Chodorov, born 1965, is a ceaseless and omnipresent activist of handmade and experimental film. His label Re:Voir sells avant-garde film classics on video, but also Super 8 cartridges for filmmakers. With the mailing list FrameWorks, he founded the most important international forum for announcements and artistic-technical discussion of experimental filmmaking. He travels around the whole world lecturing on historical and contemporary avant-garde film and screens films that have been made in artist-run film labs. His feature film Free Radicals (2011) documents the history of experimental film since the 1960s – and was shot with a 16mm Bolex.

(Gekürzte deutsche Übersetzung des Interviews hier.)

The first difficulty I would have is to say what you actually do because you are doing so many things..

Sorry about that! (Laughs.) – When I came to France, I was already doing a lot of things and people said „you have to choose, you cannot do everything“ and I said, you know, why not? That was the American way, the Renaissance man. You do everything, you do whatever you do, and the more the better. But they said no, you got to do one thing right, or one thing well. I started making films when I was a kid, and I always wanted to make films. And when I arrived in Paris, in 1988, I wanted to study film theory with Christian Metz because I had studied cognitive science in America which is the science of the mind, the brain and the relationship between them. I was studying that because I didn’t want to study film or music, things I was already doing. I wanted to use my college education to learn things that I wouldn’t otherwise learn. I took random courses that interested me, and it turned out to be this new metier called cognitive science which was artificial intelligence, and neuroscience, and computer vision, and related sorts of things.

But I went to Paris because I had learned French but not all the way, and the real studies of film were happening there. So for a number of reasons I decided to go there for a couple of years, and I stayed there because I got involved with filmmakers cooperatives. I got lots of jobs. Not that I was actively looking for them; people offered me jobs because I was already helping out or volunteering. So I ended up in distribution. I had already worked in distribution in New York at Orion Classics, a company that distributed commercial but arthouse films, European films. And so I was still filmmaking, I was doing distribution, making music. At that time, I started my video company because we had asked one of the filmmakers if she could put out videos so that programmers who came to see the films could see a video copy and not scratch the print. She misunderstood and said: „Yes, oh, maybe it’s good if you distribute videos of the films“. This was from Maya Deren’s films. We thought that’s really important and we should definitely do it.

Jonas Mekas DVD box set published by Re:Voir
Jonas Mekas DVD box set published by Re:Voir

Was that label already called Re:Voir back then?

No, originally I was working at Light Cone, and I started this other company which I thought could be an annex called Light Cone video, the same way Orion Classics in New York had a Orion Video or UGC in Paris had UGC Video. But a few years after I started, Light Cone requested that we change our name. I actually wanted to promote Light Cone’s name because Light Cone is only known to people who program 16mm films in cinemas and not something that everybody knows. But then they thought that I was using their name, exploiting it to get up somewhere. It doesn’t matter why, I changed it, and now it’s a separate company.

And the other thing is: When I first got Internet, around 1995, I was in Paris. But all the people I was communicating with were in America because Internet came to America a bit sooner. So then I was looking for people to communicate with, and looking at mailing lists, and I realized that they were mailing lists on different topics that interested me but none on experimental film. And so I started a list called FrameWorks, which is still very strong and has a thousand people on it.

So all these things just come. We just founded L’Abominable in 1996. We were all going down to Grenoble to develop our films. We learned how to do it down there. I went there in ’92/93, and learned that you could develop your own movie film, I thought that was exciting, and so I started doing it at home in Paris. But a few friends of mine, Nicolas Rey especially, said that we should start our own lab in Paris. We spent about a year looking for places, looking for funding, and thinking where we could do it, and then all of a sudden Grenoble had a big meeting and they said: Everybody who’s coming here – we want you to set up your own labs because we can’t do our own work now since everybody is coming here. They said that they would help us, and seven labs opened in France, in different places. Ten people came back from that meeting in Grenoble, said that they wanted to open a lab and we said: „so do we“, and we joined forces, and opened L’Abominable in 1996.

When did you make the step from distribution and communication to being a filmmaker yourself?

The filmmaking started when I was six years old. I made new films every year and never stopped. Because I was a filmmaker, I got invited to the cooperative and started working there as a volunteer. I had already been working in distribution in New York for one year, it was natural for me to bring my experience and ideas to Light Cone and to work at the Collectif Jeune Cinéma and to start Re:Voir, all these things were natural in terms of doing work to get films seen. But I have been making films all my life.

I think that from Re:Voir distribution, you can also buy – next to video tapes – Super 8 cartridges?

Yeah, Kodak gave us special prices at L’Abominable. And this worked very well. We requested certain discounts from Kodak, from Fuji. But what happened is that Kodak closed their counter in Paris where you could go in and buy film with a discount. Before they closed it, it was like an office. Now you have to go to the main office, and you can’t buy it with cash, and you can’t buy it with a card, you have to have an account. So it was impossible for the filmmakers in Paris to still go there and buy their film. Since none of the other shops in Paris were giving this discount, I decided to become a reseller. It was easy enough to buy film from Kodak in bulk, to buy like twenty Ektachrome, twenty Tri-X, twenty negative, put them on the shelf and offer them to filmmakers at the regular price, particularly with a discount to the lab people, just as a favor. We don’t earn anything from that, but at least the filmmakers can get the film for cheap.

Pip Chodorov editing 16mm film at WORM.filmwerkplaats in Rotterdam
Editing 16mm film at WORM.filmwerkplaats in Rotterdam

What is for you personally the relation between Super 8 and 16mm? Do you have a preference?

I think they’re both interesting, I like them both. I tend to shoot Super 8 more easily. I tend to not be motivated as much to carry the Bolex around. Super 8 you can slip into your pocket and shoot quite a lot, but I am usually not as happy with the results. Not so much because of the quality of the film, but because I don’t really care about and shoot really spontaneously. So more often than not, I get a lot of junk. (Laughs.) But when I shoot 16mm, I’m more careful and so it comes out quite good. It’s more expensive and you’re more careful. And the camera is heavier so it’s steadier. It’s also a give-and-take, because if I shoot in Super 8, I can’t really show it to anybody except in my house. Whereas if I shoot in 16, I can finish it and send it out into the world. And so nowadays, when I shoot Super 8, I have to blow up the things that work to 16 anyway. So if there’s something I really want, I shoot it in 16.

How would you call this film practice? Would you call it experimental film or avant-garde film? That’s a perennial question…

I would first call it film. When I started growing up, I was making documentaries and experimental films and fiction films and projection films, there was never a distinction. The only time I need to make this distinction is when I talk to somebody who doesn’t really know what I am talking about. But in general, I just call it filmmaking.

Would you also say that the difference between artists‘ filmmaking and amateur filmmaking is not important?

No, because I don’t believe in artists. I just believe that some people shoot film, and some people are good at at shooting film so they are filmmakers. When I think of artists‘ films, I think more of artists who make paintings and whatever, and they come to film as a new medium to try and to show in the art fair or in the gallery. Most of those films don’t really interest me. I am talking about films by Tacita Dean or Jonathan Monk, you know what I mean…

Pip Chodorov / Nicolas Rey – Brakhage Benefit Presentation, 2003 (excerpt)

But you could also say that someone like Brakhage was a visual artist…

No, he wasn’t, he was a filmmaker, he does not draw very well. I mean, he could draw okay. He really wanted to be a poet when he started. He found that film was the art form that was given to him and that he would work with. And I tend to think that these filmmakers who we could really think of as the classical avant-garde filmmakers – unless they are also working in painting, sculpture and photography -, they don’t really call themselves artists. Jonas Mekas is against the term, Kubelka also, Brakhage never used it. The ones like Michael Snow for sure, they’re doing sculptures and drawings. He has big art shows in museums and also makes films. But ironically, his films aren’t known as well as his other work. I think that his films are what he has contributed most to humanity, in terms of changing something. His jazz is quite good, and his photographs, he is a very good artist…

His record, too, The Last Record

Yeah, and I also really like his holography, all kinds of things. But when I see his films, I think that they are groundbreaking work, they are really important.

Is this a history you are trying to trace, or even preserve, with Free Radicals?

I made Free Radicals because it was the kind of film I wanted to see, and it didn’t exist. I saw a film in Cannes, in 2003 or 2004, by Wim Wenders called The Soul of a Man, about blues singers. It starts with a satellite going through space, and there’s a voice that says „I died in 1958 without a penny to my name but now my voice is traveling through the solar system, on the Voyager spacecraft, the voice of American blues, and my name is Big Bill Broonzy“.

I thought that’s great to do for the blues singers who died without any money, but they really did change music. Why not make that for the filmmakers who are still alive, barely, and really do something important for film? I wanted to share not only their films but themselves. Those people are good friends, they are funny. And the third thing is, I am often invited to show short films around the world and talk about them.

I thought if I make the feature film, it will go farther than me, it could last longer than me, and how many people could I reach – it could outlive me. For all these reasons, I thought it would be a good idea to make this film. But I never really took it very seriously myself until friends of mine found a producer who hired me to do it. (Laughs.)

You always resisted distributing DVDs. And you even preferred VHS copies to DVDs because you found the compression unbearable.

It’s distinct for experimental film, the compression kills a lot of what is there to watch. I have never liked VHS, but if you make a really good Beta master from the film, and make a really good VHS copy from the Beta master and put it in a good TV, it looks like the film, it’s quite beautiful. It’s quite a good reproduction. But DVD is very flat, and a lot of the colors and nuances are lost, and a lot of the details are lost.

It’s not that I personally hate DVD, it’s more that I was against the industry for having imposed this format on us which was much worse. If you are gonna put out an optical disc, put out BluRay. It’s much better. I’m just against brainwashing. Every time there is a new progression in technology, where people say it’s the new great thing, and you look at it, it’s actually cheaper and worse, and we lose. From vinyl to CD to mp3, it’s obvious, we’re getting less and less information.

And that is also true for digital cinema?

You mean DCP?

Yes, that mainstream cinemas phase out 35mm for DCP, and that many mainstream films are no longer shot on 35mm, but on cameras like the Arri Alexa.

Most studios that spend millions of dollars to shoot a film, still shoot on film because they know they are capturing more, and in the future don’t need to go to 8k or whatever. They only will have to go back to the film, and it’s better preservation material. So studios that usually make a choice, still shoot on film or they copy their digital masters on film stock. The Library of Congress in America just got few dozens 35mm printers in order to do all their preservation work. So film is far from dead or gone.

I think it’s again the media, the press and the big corporations that are trying to brainwash people to believe that film is dead. I see articles every day about this. And I think that the more people read this, the more will think that it’s too late and in fact, they are bringing about the death that way. It’s really not necessary.

Teaser for Free Radicals

This is also one of the main recurring discussion topics on FrameWorks.

Yes, that really annoying! (Laughs.) We should start a new list just for that – the „film is dead“ list. (Laughs.)

But isn’t there a danger that the field of filmmaking that we described here becomes too obsessed with a kind of nostalgia for analog film?

For me, what we are living now is a great golden age in which you have the choice of shooting on film or on digital. Thirty years ago, you had no choice. Everything was film. And those who got their hands on new technology, like Stan Vanderbeek, were very excited. And thirty years from now, maybe if you want to shoot on film, it is gonna be really, really complicated to find film. So you will have to shoot digital. Most people won’t go the extra step to shoot film. But I do believe that it will be around for all of our lifetime.

But anyway, now you can shoot either. You can go to a shop and you can buy film stock, or you can buy a digital camera. So it’s kind of a golden age for people who want to shoot. I am afraid what’s going to happen – let’s say when Kodak, which is a very badly run, very badly managed company, fails, then it’s not because they aren’t selling film stocks.

Even when they stopped making Kodachrome – I met with the head of the company in Cannes, he told me they were selling hundred thousand Euros worth of Kodachrome every year. For me, that’s quite a good business to be in if you are a small company. I would love to sell that much stuff. But as a huge company, they thought that was peanuts. So that’s the danger. They are a badly managed company, and they could fail regardless of how many people are buying film. Which means that one of the other companies making film – Fuji, Orwo, FS – they would have to start making Super 8 cartridges. I don’t know if they want to. But there is a market for it because Super 8 cameras are sold all the time on Ebay. There is a big demand even for young people to start doing it.

So I don’t think of it as a danger that we won’t be able to shoot film. It’s always going to be around. It’s perhaps not that easy to make, but you can make it. The problem is the brainwashing and the huge corporations.

Pip Chodorov

Do you also have an emotional relation to film?

No. Me – no. I think that both technologies are miraculous. You can do different things with them. For me, people who always say that video looks better or video looks worse – it’s not how it looks. It’s not about that it looks like film or doesn’t look like film. It’s about the nature of the material. The nature of the material is completely different. So it’s not just what it looks like, it is what it is.

Would you say that because we are in this comfortable situation of being able to choose between the two media that we can also exploit their particularities better?

Yeah, for sure!

It seems to me as if filmmaking, and not just so-called experimental filmmaking, but even anything that works with film is now working much more with the materiality – even if it’s music clips or commercials being made with Super 8 and they have film burns and they have jitter…

For me, it’s not about film burn and jitter, but the fact that you can communicate something through a medium – through paint, through theater, dance, film, video. And that medium becomes your language, but each language is better for expressing different things. There are certain things that you can express in film that you can’t express in video. I think a good example is the new film by Bela Tarr, Turin Horse. In some of those scenes, there is so much detail in the shadows that on DVD, you wouldn’t see anything. I think that has a lot to do with what he was trying to express about these subtle moments of everyday life where almost nothing is happening, but it’s a life with something, with spirit.

And same with video. You can express things through video that you can’t express through film. So it’s a question of choice. There’s something about film that always attracts me. If I want to film something that moves me, a sunset, a person or anything, I can capture it. When I mean capture, I mean that the emulsion is chemically altered when the light hits it. And when I develop it in a liquid bath, it’s again chemically altered, it becomes transparent or opaque, and when the light from the projector goes through it, the molecules, the photons are also chemically… It’s real material, and it’s physically altered. And when that light hits the screen and bounces into your eyes, and it creates triggers and brainwaves, it’s a direct physical connection with the original event. And there’s no veil of zeros and ones in the way. The actual material is affecting you, was there when it happened and it’s there now. So there’s a direct connection between anything that was filmed in the past. There is a direct physical contact. And that doesn’t happen with digital.

Ein Blick in die Filmwerkstatt L'Abominable
A peek into the artist-run film lab L’Abominable

Returning to L’Abominable, would you say that we now have a network of DIY film labs, and that they work more or less the same way? Or is there something particular that you are doing in Paris that makes it stand apart?

Each lab is unique. And we all have a federation where we all joined. We have a website, filmlabs.org, and we have meetings. We are all unique, we are all different, we work in different ways, we have different philosophies, and we have different ways in which membership works and which equipment we get. But we are all in the same boat. We are all moving into the same direction, and we are all helping each other.

What would you say about the philosophy of your lab?

Our lab – and I don’t totally agree all the time on it – is almost polemically democratic. So people have to meet and decide things together. And we stopped inviting new people. My idea was that anybody should come. But the other people said no, no, that’s too many people, we will only do it three times a year and only five people each time. So it’s very very slow. If somebody wants to join our lab, it takes a year sometimes. Also, I had ideas for raising money, for example bringing in a group of students and charging them money, and doing a workshop. But the lab was against that. Times change, it could happen. But the point is that I have an idea of how our lab could open up to new people and really spread the word, getting people filmmaking. And the people at L’Abominable were more careful to protect the space – that we make our films, that we have our time, that we don’t burn out. And maybe they’re right. That’s L’Abominable.

L'Abonimable, lab equipment
L’Abonimable, lab equipment

So it’s like a group of people. And that’s opposed to a kind of community center model?

In a way, yes. There is another place in Paris called Etna, and that originally was a workshop-driven lab where few times a year, anybody could pay 800 Euros and do a course. I don’t know how long each course was, maybe a week or three weeks. People learned how to use the Bolex, how to shoot Super 8, and how to develop film and end up being able to make their film and join the group.

But L’Abominable would never do that. We are much more careful about who is using the equipment, that they know what they’re doing, that they’re mixing the chemicals right, that nothing goes wrong and then we can make our films. It really depends on a couple of people who are very very good technically: Nicolas Rey and Christopher Goulard who fixed the machines and would even make new machines, who have to deal with problems when there is a problem. It’s not just an open space for people to come in, and things disappear.

Paris has an outstanding reputation for experimental film…

Yes, hopefully it can keep up the reputation (laughs). The reason for that is because the audience in Paris is very serious. In fact, for hundreds of years, French people in general, even if they are peasants, are serious about art, poetry, and that’s unique culturally. It used to be that buses would drive around the country and drop off film prints, and there would be cine clubs in little towns. So everybody growing up watched films and took it very seriously, not just as entertainment. If a group of French people go out to a film, they will discuss the film for a couple of hours afterwards. In America, it’s just that you get food and talk about something else. So coming to France was a revelation. I could show my films there to an audience, people would take it really seriously and invite me here and there. I don’t think that happens in a lot of places.

You think that this is still alive?

I think that is is still alive, but I am not sure how long it will last because France is co-opted culturally by the new media. So kids don’t necessarily eat that food and go to those films that way. You are starting to see French youth looking like youth all over the world. They all want the same things. (Laughs.)

Einleitende Worte vor einer Filmvorführung in Rotterdam.
Introduction for a film screening at WORM, Rotterdam.

So would you say that your film practice, or let’s say the film practice you are connected to, is also resistance against globalization?

I think so. It’s not because I would be making films about that. It’s more our mode of production, our mode of distribution. I like to call it not an economy but an ecology. It’s all grassroots. And we are in a no man’s land. We are not connected to the art world, and we are not connected to the film industry. This means that we are totally on our own. We help each other. We show each other’s films. We help each other make films. Everybody is connected in this sort-of Third World parallel economy. But that doesn’t mean that our films are about anti-globalization.

Would you say that there is a film lab aesthetic?

For L’Abominable, we try not to enforce an aesthetic on the people coming to work there. All we want is a toolbox, a laboratory open to everybody. And if we help them, we help them with technical information – for example, how to read the density of a negative or how to mix the chemical or how to use a particular machine. And then people are free to make any kind of film they want. It doesn’t even have to be experimental, it can be fiction, it can be documentary.

What we want to avoid is that people use our lab just because we are cheap. For example, to do camera tests for a commercial project, and then later use another lab. Everybody has to accept rules of the game where you work slowly, you work by hand, you do everything yourself, you don’t have anybody doing it for you. If somebody calls asking „Can you develop my roll of film“, then we say: „No, come do it yourself, we can show you how“. But again, as I mentioned before, we don’t have so much capacity to bring new people in so fast. So we might tell this person: „You know, if you put your name on a waiting list, maybe in about nine months you can come develop your film“. So it’s not so easy.

But to get back to the question, there is no aesthetic enforced or imposed by us on people to come. Some of the other labs might. I am thinking for example of Etna. I can recognize when a filmmaker comes from Etna because they tend to make films in a similar style. Maybe it’s because they do workshops, and they teach people how to make films, maybe they like a certain style. Some labs are probably really geared towards experimental film – that’s what they want, you know. But that’s not our choice at L’Abominable. But by nature of the machines and the chemicals, the technologies that we use, there will definitely be a similarity between textures and kinds of rhythms and kinds of things people are doing.

The previous question on video: Pip Chodorov – Is there a film lab aesthetic?

And if one would say that there is a certain tendency in films made at labs to also make the filmmaking process part of the eventual film, would that be a fair statement?

For some filmmakers, it would be a fair statement, where their filmmaking process is the subject of their film. Or it is what attracts them to working there at all, and that’s what they are going to play with. But nothing, as I said, is forced. So yeah, some people are really interested in the filmmaking process, and for myself, when I am working with some big incredible heavy machine that I want to learn, I think of an idea: What if you would do it that way, what if you put the film in upside down, what if you do it twice. So obviously, I want to experiment with the process to see what it will give me, and when I get some beautiful image, then I think: „Wow, it’s great“. I will go towards that, try to develop that, and I will come up with something a bit like Nicolas Rey did in „Terminus for You“ with reticulation. He thought „Wow, that’s an amazing mistake, maybe I will try and do that again“.

So the filmmaking process is what we are doing by nature of our techniques. But it doesn’t have to be. And at the program I showed here in Rotterdam, because it’s all of the core members of the lab who are really working in that way. We are all close friends and we all have affinities and we all like each others‘ films. Maybe that’s why these films put together, maybe that’s why these films fit together. We have copies in the lab. But many people came to the lab, made films and left, and we don’t have copies of those films.

Does it have the potential to not just remain a subculture, with the whole economic system crashing?

What I like about our community is that, as long as it is not commercial, we will survive despite commercialization because we are doing what we want to do. And no one really wants to stop. Everyone has to make a living. None of the filmmakers, even the great ones like Brakhage, could make a living from their films. So if you are making films out of your own passion and your own desire and need to do so, nothing can stop you. And even if Kodak stops, then some filmmakers will find their own way to make their own film stock, and we will continue. That’s the beauty of it.

What you are giving is almost a literal definition of amateur, in the sense of someone who loves to do something.

Yes. That’s the sense in which Maya Deren and Stan Brakhage always spoke about amateur filmmaking. But for most people, the word amateur refers more to home movies. So I just use the word that most people use. (Laughs.) But you’re right. That is amateur, in the right sense.

Film als physische Verbindung: Interview mit Pip Chodorov

Film als physische Verbindung: Interview mit Pip Chodorov

Pip Chodorov

Pip Chodorov

Pip Chodorov, Jahrgang 1965, ist unermüdlicher und allgegenwärtiger Aktivist des Selbstmacher- und Experimentalfilms. Über sein Label Re:Voir vertreibt er Film auf Video – und verkauft auch Super 8-Kassetten an Filmemacher. Mit der E-Mail-Diskussionsliste Frameworks begründete das heute wichtigste internationale Diskussionsforum für Ankündigungen, künstlerische und technische Diskussionen rund um den analogen Experimentalfilm. Auf der ganzen Welt gibt er Vorträge über die historische und heutige Filmavantgarde und zeigt Filme, die in selbstorganisierten Filmwerkstätten entstanden sind. Sein abendfüllender Dokumentarfilm Free Radicals (2011) dokumentiert die neuere Geschichte des Experimentalfilms – und wurde mit einer 16mm-Bolex gedreht.

(Dies ist die Kurzfassung eines ausführlichen, auf Englisch geführten Interviews.)

Es nicht einfach, Dich unseren Lesern vorzustellen, weil Du so viele verschiedene Dinge zugleich tust!

Oh, Entschuldigung! (Lacht.) Ich habe als Sechsjähriger meine ersten Filme gemacht und seitdem nicht mehr damit aufgehört. Als Student zog ich aus Amerika nach Paris, weil es da die echte Filmwissenschaft gab. Damals gründete ich eine Firma für Filmveröffentlichungen auf Video, die heute Re:Voir heißt. Und als ich 1995 zum ersten Mal das Internet benutzte, fand ich Diskussionsforen zu allen möglichen Themen, aber nicht zum Experimentalfilm. Daher gründete ich die E-Mail-Liste Frameworks, die heute immer noch sehr lebendig ist, mit rund tausend Mitgliedern. Und 1996 war ich Mitbegründer der Filmwerkstätte L’Abominable in Paris.

Würdest Du Deine eigenen Filme Experimental- oder Avantgardefilme nennen?

Ich würde sie einfach Film nennen. Als Jugendlicher drehte ich dokumentarische, experimentelle und erzählerische Filme und veranstaltete Projektionen – es gab da keine Unterschiede. Ich verwende einen Begriff wie Experimentalfilm nur gegenüber Leuten, die diese Art des Filmemachens noch nicht kennen.

Filmtrailer von Free Radicals

Ist Dein Dokumentarfilm Free Radicals nicht auch ein Versuch, deren Geschichte zu überliefern?

2003 oder 2004 sah ich in Cannes The Soul of a Man, Wim Wenders‘ Dokumentarfilm über Blues-Sänger, die völlig verarmt gestorben waren, aber die Musik wirklich verändert hatten. Da dachte ich mir – sollte man so einen Film nicht auch über Filmemacher drehen, die ähnlich wichtig waren, und noch leben? Ich wollte nicht nur ihre Filme, sondern auch sie selbst dem Publikum vorstellen: gute Freunde, und witzig obendrein. Ein abendfüllender Film über sie würde mehr Leute erreichen als meine Filmvorträge und -vorführungen, und mich überleben.

…sicher auch eine Funktion Deines „Re:voir“-Labels. Interessanterweise weigerst Du Dich, Filme auf DVD herauszubringen und ziehst VHS-Kassetten vor.

Das betrifft vor allem den experimentellen Film. Die Datenkomprimierung der DVD zerstört viel vom Bild. Ich habe VHS nie gemocht, aber wenn man ein wirklich gutes Beta-Videomaster von einem Film herstellt und davon eine VHS-Kopie zieht und auf einem guten Fernseher abspielt, sieht das auch wie der Film aus. DVDs hingegen haben ein sehr flaches Bild, viele Farben, Nuancen und Details gehen verloren. Wenn man sich für einen optischen Bildträger entscheidet, dann bitte gleich für BluRay.

Fast immer, wenn es mal wieder einen technischen Fortschritt gibt, der uns als das nächste große Ding angepriesen wird, stellt man bei genauerer Betrachtung fest, dass es billiger und schlechter ist, und alle dabei verlieren. Bei der Entwicklung von der LP zur CD zu mp3 ist das ja offensichtlich, man hat uns mit immer weniger abgespeist.

Und beim Film wiederholt sich das jetzt. Es sind wieder mal die Medien, die Presse und die großen Konzerne mit ihrer Gehirnwäsche, die uns weismachen wollen, dass Film tot ist. Die Gefahr ist, dass es wirklich passiert, sobald Leute das einmal glauben.

Ein Blick in die Filmwerkstatt L'Abominable

Ein Blick in die Filmwerkstatt L’Abominable

Siehst Du nicht die Gefahr, dass die Filmemacher-Szene, über die wir hier reden, zu sehr in eine Nostalgie für den analogen Film abdriftet?

Ich glaube, dass wir noch in einem goldenen Zeitalter leben, mit der freie Wahl, auf Film oder digital zu drehen. Und ich bin überzeugt, dass es Film noch so lange geben wird, wie wir leben.

Kodak ist eine sehr schlecht geführte Firma. Sollte sie scheitern, dann nicht, weil sie keinen Film mehr verkauft. Als Kodachrome eingestellt wurde, erzählte mir ein Kodak-Chef in Cannes, dass jährlich noch mehrere hunderttausend Dollar mit dem Material umgesetzt wurden. Das ist ein gutes Geschäft für eine kleine Firma. Aber für einen Großkonzern waren das Peanuts. Das Problem sind die Gehirnwäsche und die Großkonzerne.

Würdest Du Deine Filmarbeit, und die Filmkultur, zu der Du gehörst, eine Form von Widerstand gegen die Globalisierung nennen?

Ja, durchaus. Ich drehe zwar keine Filme darüber. Aber es ist unser Weise des Produzierens und des Vertriebs, die ich mehr eine Ökologie nennen würde als eine Ökonomie. Es ist Graswurzelaktivismus. Wir helfen einander, wo immer wir Können. Alle sind miteinander verbunden in dieser Art von Dritter Welt-Parallelwirtschaft.

Jonas Mekas-DVD-Box von Re:voir

Jonas Mekas-DVD-Box von Re:voir

Oft gewinnt man den Eindruck, dass das analoge Filmemachen insgesamt, nicht nur im Experimentalfilm, heute viel mehr mit der Materialität spielt – mit Kratzern, Lichtlecks, Bildzittern…

Für mich geht es nicht um Lichtlecks und Bildzittern, sondern darum, dass man etwas durch ein Medium mitteilen kann – sei es Farben beim Malen, Theater, Tanz, Film, Video. Und ein Medium wird zur Deiner Sprache, wobei jede einzelne Sprache bestimmte Dinge besser ausdrücken kann.

Film hat etwas, das mich immer anziehen wird. Wenn ich etwas filmen will, das mich bewegt, einen Sonnenuntergang, eine Person oder was auch immer, kann ich es damit festhalten. Und zwar so, dass die Emulsion sich chemisch verändert, wenn sie vom Licht getroffen wird, und sich wieder chemisch verändert – durchsichtig oder undurchsichtig wird -, wenn ich sie in einem Flüssigkeitsbad entwickele. Und wenn das Projektorlicht sie durchdringt und auf die Leinwand trifft, in Deine Augen springt und Hirnströme aktiviert, entsteht eine direkte physische Verbindung mit dem ursprünglich aufgenommenen Ereignis. Kein Schleier von Nullen und Einsen liegt dazwischen.

Kann aus alternativen Ökonomien wie Euren Filmlabors mehr als nur eine Subkultur wachsen, gerade in Zeiten, in denen das ganze Wirtschaftssystem einstürzt?

Solange wir nichtkommerziell bleiben, werden wir überleben, weil wir tun, was wir tun wollen, und das gefällt mir. Auch wenn Kodak aufhört, werden einige Filmemacher einen Weg finden, ihr eigenes Filmmaterial herzustellen, und wir machen weiter.

Das ist eine beinahe wörtliche Definition des Amateurs – jemand, der etwas aus Liebe zur Sache tut.

Ja. In diesem Sinne identifizierten sich auch die historischen amerikanischen Avantgardefilmer Maya Deren und Stan Brakhage als Amateurfilmemacher. Die meisten Leute hingegen verbinden damit Familienfilme. Aber was Du sagst, stimmt. Das ist Amateurkultur, aber im richtigen Sinne des Wortes.

Noch eine Interviewfrage auf Video: Pip Chodorov – Is there a film lab aesthetic?

Ferrania ist zurück: Interview mit Macher Nicola Baldini

Ferrania ist zurück: Interview mit Macher Nicola Baldini

Film Ferrania: neu-alter Name und Logo

Film Ferrania: neu-alter Name und Logo

Die Nachricht, dass der italienische Filmhersteller Ferrania wiederbelebt wird, schlägt hohe Wellen in der Schmalfilmszene, denn auch neue 8- und 16mm-Umkehrfilme sind angekündigt. Ein Gespräch, das Bellamy Hunt vom Blog Japan Camera Hunter mit Nicola Baldini, Filmemacher und Mitbetreiber der neu gestarteten FILM Ferrania, führte, beantwortet viele offenen Fragen. Wir veröffentlichen es hier in deutscher Übersetzung, mit freundlicher Genehmigung von Bellamy Hunt!

Nicola, was kannst Du unseren Lesern über Ferrania und Ferrania-Filme berichten?

„Ferrania“ ist immer noch ein gut bekannter Name: So heisst eine berühmte italienische Firma mit einer großen Tradition und einer langen Geschichte exzellenter Industrieprodukte, trotz ihrer Schwierigkeiten in der jüngsten Zeit.

Die Geschichte Ferranias als Teil der italienischen Kinofilmproduktion begann kurz nach dem ersten Weltkrieg, als die Sprengstofffabrik SIPE auf die Herstellung von Zelluloid umgestellt wurde und sich in FILM Ferrania umbenannte. (Die Chemie des damaligen Filmträgermaterials glich der von Sprengstoffen stark.) In diesen frühen Jahren eroberte sich Ferrania schnell die Marktführerschaft im Inland und übernahm 1932 den berühmten Mailänder Fotoplatten-Hersteller Cappelli.

In der Nachkriegszeit des zweiten Weltkriegs feierte Ferrania die größten Erfolge der Firmengeschichte. Man brachte den berühmten „Ferraniacolor“ auf den Markt. Er gesellte sich zum bereits berühmten Ferrania-Schwarzweissfilm, dem Star vieler italienischer Kino-Meisterwerke dieser Zeit – von Pasolini, De Sica und anderen.

1964 ging Ferrania ins Eigentum des multinationalen 3M Ferrania-Konzerns über. Einerseits wurden so neue Märkte erschlossen, andererseits begann damit der schleichende Abschied von der Kinofilmindustrie, weil man sich ausschließlich auf den Massenmarkt für Amateurfotografie konzentrierte.

1996 fiel Ferrania unter die Firma Imation, in die 3M seine Produktion für die graphische und medizinische Industrie ausgliederte. 1999 wurde Ferrania an die Private Equity-Firma Schroder Ventures (Permira) verkauft und ging danach unter dem Namen Ferrania Technologies zurück in italienischen Besitz (der Messina-Industriegruppe aus Genua).

Nach einer Reihe Verkäufe von Firmenimmobilien und -maschinen wegen der Krise des traditionellen fotografischen Films im Würgegriff der Digitaltechnologie, gibt es jetzt uns mit der Firma FILM Ferrania. Neben dem ursprünglichen Firmennamen hat sie die Abteilung Photocolor Ferrania Technologies übernommen und will die historische Marke Ferrania im Bereich des analogen Films wiederbeleben.

Die Ferrania-Fabrik mit ihrem Forschungs- und Entwicklungscampus, zu 3M-Zeiten auf umweltfreundlichen Betrieb umgerüstet

Stimmt es also wirklich? Wird Ferrania wieder Film herstellen?

Sehr gerne beantworte ich diese Fragen, bitte aber vorab um Entschuldigung, wenn ich manchmal nicht ins Detail gehen kann, weil die ein oder andere Information noch vertraulich ist und wir andere Dinge selbst noch nicht wissen!

Zur ersten Frage, es stimmt absolut, dass in Kürze – und im Gegensatz zum heutigen Trend – ein neuer Filmhersteller auf den Weltmarkt zurückkehrt. Ein Hersteller mit einer Familiengeschichte, die nicht minder stolz ist als die von Kodak oder Agfa. Wie wir auch in unserer ersten Pressemitteilung erklärt haben, sind wir faktisch noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase, weil Ferranias Fabrik die letzten Jahre lang stillgelegen hat und Maschinen neu hergerichtet und kalibriert werden müssen. Dabei fällt zusätzlich ins Gewicht, dass die Herstellungsprozesse bei Ferrania auf tausende von Arbeitern ausgelegt waren – zu Glanzzeiten hatte Ferrania 4000 Angestellte. Doch wenn wir auf dem heutigen Markt konkurrenzfähig sein wollen, brauchen wir einen kleineren, hochoptimierten Arbeitsablauf. Alle Angestellten der Abteilung Ferrania Photocolor wurden entlassen, als die Filmproduktion stoppte. Glücklicherweise waren einige von ihnen für uns noch verfügbar und sind sehr enthusiastisch bei diesem neuen Abenteuer dabei. Und zu guter Letzt sind noch Probleme zu lösen, die nicht an uns liegen, wie zum Beispiel neue EU-Verordnungen zum Chemikaliengebrauch. Trotz all dieser Herausforderungen sind wir optimistisch über die Ergebnisse. Unsere einzige Unsicherheit liegt in der Zeitplanung, aber wir werden unser Bestes dafür tun, dass unsere früheren und künftigen Kunden so bald wie möglich neue, begeisternde Produkte erhalten.

Eines der 9 Stockwerke des mehr als 100 Meter langen Fabrikgebäudes

Wie kam es zur Entscheidung, diese klassische Marke zurückzubringen? Und wie habt Ihr das hingekriegt?

Es war wirklich eine Fügung des Schicksals. Ich bin Filmemacher und -produzent, aber auch leidenschaftlicher Anhänger des analogen Films, besonders in den Schmalfilmformaten. Marco Pagni Fontebuoni, mein Geschäftspartner, betreibt ein Labor für professionelle Kinofilm-Dienstleistungen. Vor ungefähr zwei Jahren nahmen wir Kontakt mit Ferrania auf, um Ausrüstung aufzukaufen, die dort vernichtet werden sollte. Bei dieser Gelegenheit lernten wir die Ferrania-Fabrik besser kennen und schätzen – gerade hinsichtlich der Anlagen und des hochqualifizierten Personals, das dort immer noch arbeitete. So stand am Anfang dieser ganzen Geschichte die Frage: „Was wäre, wenn wir, statt die Technik aufzukaufen und ins Ausland zu bringen, alles hier stehen lassen und versuchen, die Filmherstellung bei Ferrania mit den ehemaligen Angestellten neu zu beginnen?“

Das fabrikeigene Kraftwerk

Welche Filme wollt Ihr zurück auf den Markt bringen?

In dieser ersten Etappe unseres Unternehmens haben wir wenig Alternativen. Unser erstes Ziel ist zu zeigen, dass Ferrania, selbst nach einer Schrumpfkur, wieder Film herstellen kann, auf demselben Qualitätsniveau wie früher. Entscheidend hierbei ist nicht die Qualität unseres Maschinenparks, denn der von Ferrania ist der ausgeklügelste und flexibelste, den es auf der Welt gibt, sondern die Optimierung der chemischen Formeln und Prozesse.

Zum Beispiel können heute einige der alten Chemikalien nicht mehr verwendet werden, weil sie europäischen Umweltgesetzen zuwiderlaufen. Darum ist es logisch, zuerst den modernsten Film, den die alte Ferrania herstellte, neu zu produzieren und so eine objektive Qualitätskontrolle der optimierten Herstellungsprozesse zu gewinnen. Wir wissen, dass der Markt zur Zeit einen guten Farbumkehrfilm vor allem für Schmalfilmformate braucht, und wir sind uns sicher, dass eine überarbeitete Neuauflage unseres klassischen Scotch Chrome 100 die Bedürfnisse der meisten Filmer und Fotografen befriedigen würde.

Der Klassiker bald wieder auch als Schmalfilm: Scotch Chrome 100

Neben dem Chrome werden wir den Farbnegativfilm Solaris FG-100 Plus in möglichst vielen verschiedenen fotografischen Filmformaten auf den Markt bringen. Wir kriegen häufig Fragen nach „ausgemusterten“ Filmformaten wie 126 und 127, und unsere Antwort lautet: Yes, we can! Sobald unser Geschäft gut genug läuft, wollen wir die Konfektionierung für diese Formate beginnen. Es liegt in unserem Interesse, sie herzustellen und zu verkaufen.

Abgesehen davon, gibt es viele wunderbare Produkte aus Ferranias früherer Geschichte, die wir gerne wieder vorstellen möchten. Mit der Unterstützung all der enthusiastischen Leute auf der ganzen Welt werden wir sie sicher wieder herstellen können.

Gibt es auch Zukunftspläne für völlig neue Filmsorten?

Ferrania steht bereit, eine strategische Rolle für die Zukunft des analogen Films zu übernehmen. Das beste, was wir jetzt tun können, ist, dem Markt, neue, frische, aber klassische Produkte anzubieten und damit ein starkes Signal an Verbraucher und Filmlabore zu senden, damit sie in diesen Sektor weiterhin investieren.

Nach dieser Anfangsphase planen wir spannende neue Produkte und Dienstleistungen, die das analoge Bildermachen in diesem Jahrhundert sicher voranbringen werden.

Zweite geplante Neuauflage: der Negativfilm Solaris FG Plus

Welchen Film würdest Du wieder auf den Markt bringen, wenn Ihr Verkaufszahlen ganz außer acht lassen könntet?

Aus meiner eigenen verrückten Sicht, ohne jeden Zweifel: den wunderbaren schwarzweißen Pancro 30-Film, mit dem Pier Paolo Pasolini seine Meisterwerke drehte! Gibt’s mehr als drei oder vier Leute, die ihn gerne wieder haben würden?

Wo wird Deiner Meinung nach die Fotofilm-Industrie in zehn Jahren stehen?

In den nächsten Jahren wird Film ungeeignet für alle sein, die einfach nur Fotos schiessen oder einen Film aufnehmen wollen. Natürlich werden diese Leute Digitaltechnik einsetzen. Sie ist heute ein formidables Werkzeug für den Massengebrauch. In dieser Situation wird Film, so denken wir, ein Mittel der künstlerischen Wahl sein, genauso, wie ein Maler die Wahl hat zwischen Öl- und Aquarellfarben. Wer mit Film gegen die Digitaltechnik ankämpfen will, kämpft eine verlorene Schlacht, einen Kampf gegen diese Zeit. Es geht nicht um Megapixel, und vergesst bitte, wie sich Film äquivalent zu 2K, 4K oder 8K-Auflösungen verhält, sondern es geht ums Gefühl. Manche Leute entscheiden sich für Photoshop als künstlerisches Gestaltungsmittel, andere für spezielle Filme. Was ist daran verkehrt? Würde ein heutiger Michelangelo seinen David mit einem 3D-Drucker ausdrucken? Ja, klar. Aber ich bin mir auch ziemlich sicher, dass der weisse Marmor aus Carrara immer noch das Mittel seiner Wahl wäre.

Eingang zum fabrikeigenen Kraftwerk, das noch in Betrieb ist

Gibt es noch etwas, das Du den Filmfans in aller Welt mitteilen willst?

In den letzten Tagen habe ich dutzende E-Mails persönlich beantwortet und kann Euch nicht genug für Eure wunderbaren und begeisterten Reaktionen danken. Bitte lasst uns weiter Eure Wünsche wissen, und besonders auch Eure Eindrücke und Eure Kritik, wenn unsere Produkte auf dem Markt sind. Wir möchten mit unser Firma nahe bei den Kunden sein, unser Bestes tun und aus Fehlern lernen.

Übersetzung aus dem Englischen: Florian Cramer.
Copyright des Textes und aller Abbildungen bei Japanese Camera Hunter

Modernisierte Nizos aus Paris

Modernisierte Nizos aus Paris

Die Nizo 801, eine der von Re:Voir verkauften Kameras

Die Nizo 801, nun auch im Verkauf bei Re:Voir.

Der französische Filmverlag Re:Voir, bekannt für seine DVD-Editionen von Experimentalfilmklassikern, verkauft ab sofort auch generalüberholte Nizo-Super 8-Kameras.

Die Kameras wurden so eingestellt, dass sie die heutigen Filmsorten Ektachrome 100D, Vision 50D und 500T richtig belichten. Sie werden mit drei Monaten Gewährleistung verkauft. Hinter dem Angebot steht neben Pip Chodorov, Filmemacher und Gründer von Re:Voir, der Filmtechnik-Tüftler Christophe Goulard. Kaufen kann man sowohl vor Ort in Paris, als auch via Internet.

Aus zwei Gründen ist dies uns eine Meldung wert. Erstens ist Re:Voir eng mit den Pariser Filmkunstinitiativen Film Gallery und L’Abominable, einem Künstler-Filmlabor, verbunden. Mit ihren Einnahmen fördert die Firma aktive 8- und 16mm-Filmer. Und zweitens hat Goulard einigen Nizos ein besonderes Extra spendiert: einen Drehknopf, mit dem sich die Filmempfindlichkeit der Kamera manuell zwischen 50 und 500 ASA einstellen lässt. In Zeiten, in denen so viele verschiedene Filmsorten in Super 8-Kassetten abgefüllt werden, vermisst man dies bei anderen Kameras oft schmerzlich!

Nachtrag: Pip Chodorov freut sich über die positiven Reaktionen der filmkorn-Leser und erklärt die technischen Details:

Christophe Goulard von „L’Abominable“ baut diese Kameras um. Er ist ein Genie. Der Einstellknopf klinkt sich in einen bereits vorhandenen Einstellmechanismus (Potentiometer?) in der Kamera, mit dem Techniker die Belichtungsautomatik kalibrieren konnten. Er bohrt ein kleines Loch genau über diesem Bauteil, setzt den Knopf ein und graviert ihm kleine Plus- und Minus-Markierungen für die ASA-Werte ein. Jede Markierung steht für eine Verdoppelung bzw. Halbierung des ASA-Werts. Das kann man einfach überprüfen, indem man die Messwerte eines externen Belichtungsmessers mit den Werten vergleicht, die die Kamera liefert. Dreht man am ASA-Knopf, so ändern sich diese Werte. Gleicht man sie seinem externen Belichtungsmesser an, so funktioniert von nun an die Belichtungsautomatik genau auf dem eingestellten ASA-Wert.

Zweite Aktualisierung:
Re:Voir bietet jetzt auch einen Umbauservice für Kunden an, die bereits ein Nizo-Kamera besitzen. Die Modifikation der kleinen Nizos bis einschließlich zum Modell 156 ist unproblematisch und kostet 65 Euro. Später soll ein Umbauservice für die großen Nizo-Kameras (wie die 801) hinzukommen. Neben einem manuellen ASA-Einstellrad, das die Kassettenerkennung vollständig ersetzen wird, soll der Belichtungsmesser an die normalen Kamerabatterien angeschlossen werden, so dass die PX-Knopfzelle überflüssig wird. Dieser Umbau soll, sobald er ausgetestet ist, für 130 Euro angeboten werden.

Kontakt
Re:Voir / Film Gallery
43 rue du Faubourg Saint Martin, 75010 Paris
Telefon : +33-954-225-111
http://www.re-voir.com
Geöffnet von Montag bis Freitag, 11-18 Uhr


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