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Eastman 7222 Double-X: Umkehrentwicklung

Eastman 7222 Double-X: Umkehrentwicklung

Viele Schmalfilmer wissen gar nicht, dass es zwischen dem mittlerweile eingestellten) Plus-X und dem immer noch sehr beliebten Tri-X auch einen Double-X gibt. Wie der Name vermuten lässt, liegt seine Empfindlichkeit zwischen diesen beiden beliebten Klassikern. Eingeführt wurde er allerdings erst 1959, und zwar nach dem Plus-X (1938) und auch noch nach dem Tri-X (1954). 1964 folgte dann auch noch der höchstempfindliche 4-X, den es immerhin noch bis 1990 gab.

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Agfa Microflex für Provie und E100D fit machen

Agfa Microflex für Provie und E100D fit machen

 

Seit einiger Zeit befindet sich unter meinen Kameras eine Agfa Microflex 100, die offenbar noch ganz fehlerfrei funktioniert. Zumindest haben Testaufnahmen mit abgelaufenem, selbstentwickelten Moviechrome einwandfreie Ergebnisse gebracht.

Die Microflex mit ihrem Metallgehäuse ist sehr wertig verarbeitet und mit Ihren kleinen Abmessungen eine ideale Taschenkamera zum „überall Dabeihaben“. Gerne wollte ich sie daher auch mit aktuellem Farb-Umkehrmaterial mit 100 ASA Empfindlichkeit und Tageslicht-Sensibilisierung benützen, jedoch ist die Agfa Microflex 100 nur für die Verwendung mit 40 ASA-Kunstlichtfilm – dem Standardfilmmaterial seinerzeit – vorgesehen:

Die Filmempfindlichkeit ist mit 40 ASA fest eingestellt, eine Vorrichtung im Kassettenfach zur Empfindlichkeitserkennung oder gar die Möglichkeit der manuellen Einstellung der Filmempfindlichkeit fehlen.

Die Belichtungsmessung erfolgt bei der Microflex 100 nicht durch das Objektiv sondern über einen darüber angeordneten externen Belichtungsmesser. Diesen Umstand habe ich mir zunutze gemacht, um 100 ASA-Filme korrekt belichten zu können: Durch die Verwendung eines Graufilters mit Faktor 2 vor dem Objektiv wird die eintretende Lichtmenge um 50% reduziert, was der Verwendung eines Films mit 50 ASA anstatt 100 ASA entspricht. Dies kommt der kameraseitig eingestellten Empfindlichkeit von 40 ASA nahe genug, um korrekt belichtete Aufnahmen erwarten zu können.

Jedoch hat das Kameraobjektiv kein Filtergewinde und durch den Schiebe-Mechanismus der Schärfeeinstellung gibt es auch keine Möglichkeit einen Aufsteckfilter zu verwenden.

Ich habe mir mit einem Filter mit Durchmesser 35,5 mm geholfen, der verkehrt herum auf das Objektiv gesteckt wird und mit Klebeband so fixiert wird, daß die Schärfeeinstellung weiterhin ungehindert möglich ist.

Ein Filter mit Durchmesser 35,5 mm passt verkehrt herum optimal an das Objektiv der Microflex 100
Der verkehrt herum aufgesteckte Graufilter, noch ohne Klebeband-Fixierung – bei Betätigung der Schärfeeinstellung würde er herunterfallen
Fixierung des Filters mit Klebeband – Schärfe-Markierungen ausgeschnitten

Nun galt es noch, den fest eingestellten „Kunstlichtmodus“ der Kamera zu überlisten bzw. das Tageslichtfilter auszuschwenken. Ein hierfür bei den meisten anderen Kameras vorhandener Schalter fehlt bei der Microflex 100 ebenfalls. Der Filter kann nur auf umständliche Art und Weise ausgeschwenkt werden, wenn mit einer ausreichend langen Schraube ein Kontakt am Boden des Stativgewindes eingedrückt wird. Entsprechende Schrauben sind im Online-Fotozubehörhandel in verschiedenen Ausführungen erhältlich.

Achtung: Die üblichen Stativgewinde-Adapterschrauben sind zu kurz und lösen den Kontakt am Gewindeboden der Kamera nicht aus!

 

 

 

Die 3 Gewindeschrauben links im Bild sind mit jeweils ca. 10 mm Schraubenlänge ausreichend lang. Rechts zum Vergleich eine übliche Stativgewindeschraube mit zu kurzem Gewinde.

Der erste Provie lief mittlerweile erstaunlich reibungslos, ohne die bei diesem Filmmaterial bekannten Filmklemmer durch meine entsprechend umgerüstete Agfa Microflex 100. Nach der Entwicklung des Films durch Frank Bruinsma wird sich zeigen, ob diese Maßnahmen die gewünschte Wirkung gezeigt haben.

Neue Schläuche für den Lomo-Tank

Neue Schläuche für den Lomo-Tank

Die Schläuche der Lomo-Tanks werden mit zunehmendem Alter oft brüchig oder haben Knicks, die nicht mehr rausgehen. Leider haben die Schläuche aller Lomo-Tanks kein Standard-Maß, daher ist Ersatz oft unbefriedigend. Zwar bekommt man einen 1/2″-Gartenschlauch an die kleineren Tanks irgendwie rangefummelt, nur ist dieser eigentlich viel zu steif und macht ein kontrolliertes Ausgießen der Chemie schwer.

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Workshop: Basics der analogen Filmproduktion

Im einem dreimoduligen Workshop „Filmproduktion Basics: der analoge Workflow“ der Filmwerkstatt Münster wird interessierten Filmemacher*innen die Möglichkeit geboten, die analoge Filmproduktion von der Vorbereitungsphase bis zur Endfertigung kennenzulernen. Dabei wird mit der Super16-Kamera Aaton S16 gedreht, Töne mit der Nagra 4L aufgenommen und das Material am Schnittplatz Steenbeck 6000 gesichtet und geschnitten.

An drei Wochenenden von März bis Mai 2019 finden Workshops statt, bei dem die Grundlagen der analogen Filmproduktion vermittelt werden.

Im ersten Modul  (Freitag 15.3. – Sonntag 17.03.) werden theoretische Grundlagen vermittelt und die technischen Geräte vorgestellt, Gefilmt wird auf Super 16mm.

Im zweiten Modul (Freitag 12.04 – Sonntag 14.04.) heißt es ‚hands on‘. Eine kurze vorgegebenen Szene wird von der Gruppe gedreht. Neben der Auflösung der Szene in einzelne Einstellungen wird die 16mm-Technik vorbereitet und geprüft, das Material eingelegt und das Tonequipment bereitgestellt.

Der Fokus des Workshops liegt hier nicht auf der dramaturgischen Arbeit, sondern im Kennenlernen des analogen Filmworkflows, Filmtechnik, und der produktionstechnischen Implikationen. Nur durch eine gezielte Auseinandersetzung mit den einzelnen Schritten ist ein Verständnis für die einzelnen Gewerke und Schritte möglich.

Das dritte Modul (Freitag 10.05. – Sonntag 12.05.) befasst sich mit der Postproduktion. Der entwickelte (Positiv-) Film und die auf Cordband überspielten Töne werden auf dem Schneidetisch gesichtet, Ton und Bild synchronisiert und geschnitten. Im Weiteren werden die einzelnen Arbeitsschritte (Negativschnitt, Tonmischung, 0-Kopie, Lichtkorrektur, Korrekturkopie, Vorführkopie) thematisiert. Zum Abschluss wird die Aufnahme auf einem Zweibandprojektor auf die Leinwand projiziert und besprochen.

Ziel ist es, die Technik, den Workflow und die ästhetischen Implikationen der analogen Filmproduktion zu vermitteln. Der Unterschied zwischen der analogen und digitalen Filmarbeit liegt im Wesentlichen in der Handhabung und der Beschaffenheit des Materials und nicht auf der erzählerischen oder dramaturgischen Ebene. Einige Berufsfelder in der analogen Produktion sind weggefallen bzw. haben sich massiv verändert. Analoge Produktionen finden industriell gar nicht oder nur noch am Rande statt. Im Bereich der ‚Bildenden Kunst’ hat der spezielle ‚Look‘ des fotografierten Materials häufig noch Anwendungsmöglichkeiten.

Die Dozenten sind Kameramann Peter Csaba und der ehemalige WDR-Produktionsgruppenleiter Wolfgang Schälte.

Veranstaltungsort ist der Seminarraum der Filmwerkstatt Münster, Am Hawerkamp 31, 48155 Münster.

Es werden mindestens 7, max. 10 Teilnehmer*innen gesucht. Die Teilnahmegebühr: 400,00, ermäßigt 380,00 Euro. Anmelden kann man sich hier.

Montagsseminar „Renaissance des Analogen – Film is back!“

Montagsseminar „Renaissance des Analogen – Film is back!“

Am 25. Februar 2019 von 18:00 Uhr bis 21:00 Uhr veranstaltet die „Film Commission Region Stuttgart“ (eine Einrichtung zur Wirtschaftsförderung in der Region Stuttgart) eines ihrer „Montagsseminare“ – diesmal zum Thema analoger Film. Kameramann Kyrill Ahlvers und der Regisseur und Editor Thomas Bergmann, die 2018 das neue Labor Silbersalz-Film“ gegründet haben (vorgestellt in „Cine 8-16“ Nr. 46, S. 8) zeigen bei dieser Veranstaltug, wie perforierter Film sich in die moderne Produktionslandschaft integrieren lässt und geben Tipps zur händischen Entwicklung von Filmmaterial. Anmeldung erforderlich!

Kostenbeitrag: 15 Euro (Einsammlung in Bar am Abend der Veranstaltung)

Ort: Das Gutbrod, Friedrichstraße 10, 70174 Stuttgart

Kontakt: Petra Hilt-Hägele

Kostengünstig Super-8-Einzelbilder digitalisieren

Kostengünstig Super-8-Einzelbilder digitalisieren

Zum Abfotografieren von Super-8-Einzelbildern wurden „seinerzeit“ verschiedene Spezial-Objektive für Kleinbild-Spiegelreflexkameras angeboten.

Mit diesen speziellen Macro-Objektiven war das formatfüllende Reproduzieren von Super8- und/oder 16mm-Einzelbildern auf Kleinbild-Film möglich. Der Anschluss erfolgt über T2-Gewinde-Adapter an die unterschiedlichen Kamera-Bajonette.

Der Rondo Copy-Tube-8 wird oft im Internet angeboten
Mit diesem Produkt von Fuji lassen sich durch die Verwendung von verschieden langen Verlängerungs-Tuben und auswechselbaren Filmmasken Super8- und 16mm-Einzelbilder abfotografieren. Ohne Maske und mit der 16mm-Verlängerungstube lassen sich 2 Super8-Einzelbilder mit Perforation abfotografieren („Open Gate“)

Ich nutze Einzelbilder aus Super8-Filmen gerne für Flyer oder Film-Cover. Zum Bearbeiten am Computer mit den üblichen Bild- oder Layout-Programmen ist das analoge Kleinbild-Negativ oder -Dia als Grundlage natürlich suboptimal.

Bei Verwendung dieser Objektive an digitalen Kameras mit Wechselobjektivanschluss gibt es jedoch folgendes Problem: Nur bei teueren Kameras mit Vollformat-Sensor, der in seiner Größe dem Kleinbild-Format entspricht wird das Filmbild komplett erfasst.Bei allen anderen Digitalkameras ist mit diesen Objektiven nur eine Ausschnitt-Vergrößerung des einzelnen Filmbildes möglich.

Auch sind diese Objektive recht lichtschwach und benötigen Tageslicht für einigermaßen kurze Belichtungszeiten.

Ich war daher auf der Suche nach einer Möglichkeit mit kostengünstigen Mitteln Filmbilder bzw. Filmstreifen mit einer für diese Zwecke ausreichenden Qualität digital abfotografieren zu können, oder um sie so auf schnelle und einfache Art im Internet veröffentlichen zu können.

Da ich als eingefleischter analoger Fotograf und Filmer keine „anständige“ Digitalkamera besitze habe ich mir für einen zweistelligen Euro-Betrag den Kamera-Body einer etwas älteren digitalen Spiegelreflexkamera besorgt. In meinem Fall war dies eine Nikon D100 – Nikon deshalb, weil mein T2-Adapter für Nikon-Bajonett vorgesehen ist.

Als Reproduktions-Objektiv benutze ich einen Hama-Diaduplikator mit Zoom-Vergrößerungsmöglichkeit, ebenfalls im Internet günstig gebraucht erhältich. Dieser Duplikator war ursprünglich dazu gedacht Ausschnittvergrößerungen von Kleinbild-Dias oder -Negativen anzufertigen.

 

Die Dia-Halterung mit lichtstreuender Milchglas-Scheibe wird entfernt, da sie beim Einlegen von längeren Filmstreifen hinderlich ist.

Ein alter Meopta-Vergrößerer dient als Repro-Stativ. Hierfür gab es früher einen speziellen Reproarm im Fotozubehör, der anstelle des Vergrößerungskopfes angeschraubt wurde und an dem die Kamera befestigt wird.

Der Reproarm für Meopta-Vergrößerer – vor 20 Jahren bei Foto Brenner gekauft

 

Als Leuchtpult nutze ich ein neues aber kostengünstiges Modell von Dörr.

Durch den Vergrößerungs-Faktor des Duplikators zusammen mit dem „Crop“-Faktor des Digitalkamera-Sensors sind theoretisch nun annähernd formatfüllende Aufnahmen von Super8-Einzelbildern möglich.

Theoretisch deshalb, da sich bei meinem „Versuchs“-Aufbau ab einem Zoom-Faktor von ca. 1,6 immer stärker ein Hotspot-Effekt bemerkbar macht.

So belasse ich es bei abfotografierten Filmstreifen mit einer Vergrößerung auf bis zu 3 Super8-Einzelbildern. Gerade diese Aneinanderreihung von Einzelbildern in Verbindung mit der sichtbaren Filmperforation und evtl. Randbeschriftungen bringt die besondere Ästhetik des Schmalfilms auch im Standbild zum Ausdruck. Diese Darstellung wirkt in gewisser Weise „authentisch“.

Die Auflösung ist für die Veröffentlichung im Internet oder für die Verwendung für Flyer/Cover ausreichend. Für gute Vergrößerungen in Foto-Größe reicht diese Geräte-Kombination nicht ganz. Hier abschliessend ein paar Beispiele:

 


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