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Das etwas andere Filmformat: SuterScope

Das etwas andere Filmformat: SuterScope

Braucht es in der heutigen Zeit nochmals ein neues Filmformat…?

Bevor man diese Frage beantworten kann, muss man zuerst einmal wissen, um was es sich bei SuterScope überhaupt handelt: Es ist ein zur Zeit in der Realisierung befindliches neues Filmformat, das in erster Linie mithelfen soll, das immer teurer werdende Schmalfilmhobby wieder preiswerter zu machen.

Es sind primär die Rohfilmpreise, die immer höher ansteigen, sowie auch das Verschwinden von geeigneten Umkehrmaterialien, die dem Schmalfilm schwer zu schaffen machen. Zwar gibt es noch ausreichend Rohfilm aller Art zu kaufen, aber die Preise, insbesonders für Super-8 Kassetten sind inzwischen auf einem so hohen Level, dass sich so mancher Filmer sein Hobby kaum noch leisten kann.

Diese Tatsache hat mich inspiriert, nach einem Ausweg aus diesem Dilemma zu suchen. Nach intensivem Nachdenken und Recherchieren entstand dann eine Idee, wie man es hinbekommen könnte, erstens deutlich preiswerter und zweitens auch gleich noch in besserer Bildqualität als in Super-8 filmen zu können.

Viele der preiswerten Filmmaterialien, die ich entdeckt habe, sind lediglich in 35mm als normaler Kinofilm erhältlich. Was lag also näher, als sich dieses 35mm Filmformat einmal etwas genauer anzusehen: Ich spielte also mit einem Stück alten 35mm Film ein bisschen herum und liess meinen Gedanken freien Lauf. Schnell wurde mir klar, wie ich es anstellen muss, um zu preiswertem Rohfilm zu kommen:

Mitteilungszentrale

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Der 35mm Film wird der Länge nach aufgesplittet, sodass daraus zwei Filmstreifen entstehen. 35mm geteilt durch zwei ergibt eigentlich 17,5mm, da aber beidseits ausserhalb der Perforation noch jeweils 1,5mm abgetrennt werden, entsteht also ein 16mm breiter Film mit einseitiger Perforation. Dieser 16mm breite Film soll nun mit einem Greiferhub, der dem Abstand eines Perfoloches (4,75mm) entspricht, transportiert werden. Aus solchem Filmmaterial resultiert nun ein Einzelbild, das über die doppelte Grösse gegenüber Super-8 verfügt und gleichzeitig auch noch modernen Seitenverhältnissen bis hin zu 1:2,5 gerecht wird. Das Seitenverhältnis kann von 16:9 bis hin zu Cinemascope variiert werden, je nach Lust und Laune des Filmers.

Aufnahmeseitig kommt eine entsprechend auf SuterScope umgebaute Bolex H8 RX zum Einsatz. Der Aufwand, eine Bolex auf ein anderes Filmformat umzubauen ist längst bekannt, es wurden schon recht viele dieser Kameras von Normal-8 auf Doppel-Super-8 modifiziert. Es braucht mehr oder weniger dieselben Änderungen an der Kamera wie die für DS-8, lediglich die Maße sind nicht dieselben. So ein Umbau ist nicht ganz billig. Da muss jeder selber entscheiden, ob ihm der Aufwand, eine Kamera und natürlich auch einen Projektor auf dieses Filmformat umbauen zu lassen, es wert ist. Die Kosten-Nutzen-Rechnung richtet sich ganz klar nach der Menge an Film, die mit solchen umgebauten Geräten verdreht werden soll.

Auf der Wiedergabeseite ist der Projektor, der natürlich ebenfalls für das neue Filmformat umgebaut werden muss. Filmer, die ihre Aufnahmen nicht direkt vorführen wollen, sondern digital abtasten lassen möchten, können auf den Projektor verzichten, die haben diesbezüglich einen Vorteil und eine Kostenersparnis. Der Umbau eines 16mm Projektors ist aber neben dem Umbau der Kamera recht überschaubar, da gibts weder einen Sucher noch sonstige „Spezialitäten“, die mitberücksichtigt werden müssen.
Ausserdem wird zumindest noch eine 16mm Klebepresse benötigt, die aber relativ einfach auf SuterScope angepasst werden kann: Entweder, man kauft so ein Gerät neu, oder aber man versieht eine bestehende Klebepresse mit vier anderen Nocken, dem 35mm Film entsprechend und nimmt die 16mm Nocken heraus.

Damit sind fürs erste die allerwichtigsten Gerätschaften beschrieben, die es zwingend braucht, will man mit SuterScope günstig filmen. Natürlich kann man die Umbauten auch noch mit einem Betrachter ergänzen, aber das ist nicht zwingend nötig, ein kleines Leuchtpult und eine Lupe können denselben Zweck erfüllen.

Die Kostenfrage für das Rohmaterial „Film“ war ja bekanntlich der Auslöser für dieses Projekt. Also sehen wir mal, wie dieser Aspekt aussieht. Dazu nehmen wir ganz einfach ein aktuelles Beispiel, den „Agfa Aviphot Chrome 200“ Farbumkehrfilm:

Quellmaterial Länge Preis Laufzeit
Super-8 Kassette = 15m = €23.- = 3’20 bei (18 Frames)
30m 35mm Rolle (gesplittet) = 60m = €50.- = 11,6 Min (18 Frames)

Umgerechnet kostet also das Filmmaterial für eine Laufzeit von 10 Minuten bei18 B/sec:

Super-8 = 69,- € (gerundet) 1 Stunde = €414.-
SuterScope = 44.- € (gerundet) 1 Stunde = €264.-

Auch wenn es bei gewissen Filmemulsionen nicht zu einer Verbilligung gegenüber Super-8 kommt, ist doch davon auszugehen, dass 35mm Filmmaterial wesentlich länger lieferbar sein wird als Super-8 Kassetten. SuterScope Filmer wird man also auch dannzumal hoffentlich noch antreffen, wenn andere Filmer ihre Kassettenkameras längst wegen nicht mehr lieferbaren Kassettenmaterials in ihrer Vitrine stehen lassen müssen.

Viele weitere technische Details und zusätzliche Information aller Art findet man im Filmvorführerforum. Dort wird auch detailliert beschrieben, wie man SuterScope auf recht einfache Weise mit Ton versehen kann, dies trotz fehlendem Platz für eine Tonspur bei voller Cinemascopebreite des Filmbildes.

Der ursprüngliche Name Suter-16 wird neu kontinuierlich in SuterScope umbenannt. Das Wort Scope entspricht eher dem breiten Filmbild des neuen Formats als die blosse Zahl 16, die ja eigentlich nur die Filmbreite angibt.

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Kodak 1958: Wie Film gemacht wird

Kodak 1958: Wie Film gemacht wird

Ein ursprünglich von Frank Bruinsma digitalisierter Klassiker, den bestimmt schon viele Leser gesehen haben – aber vielleicht ja nicht alle bzw. schon lange nicht mehr?
In jedem Fall auch wiederholt sehenswert ist diese holländische 18-Minuten-Doku, die den Entstehungsprozess der chemischen Filmmaterialien wunderbar detailliert und schematisch erklärt und zeigt, dank englischer Untertitel auch recht gut verständlich.

Beim Betrachten der fünf Stockwerke hohen, 22m tiefen Maschine wird einem auch klar, warum Skalenökonomie bei der Filmherstellung so wichtig ist und zunehmend nicht mehr stattfinden kann…

こんにちは, Retro Enterprises!

こんにちは, Retro Enterprises!

Tak Kohyamas Schmalfilmzauberladen Retro Enterprises Co., Ltd. aus Tokyo wurde kürzlich im japanischen Staatsfernsehen NHL portraitiert.

Auch wenn kaum ein Leser die Tonspur verstehen wird: Interessant sind die Einblicke in den Betrieb, insbesondere die Konfektionierung der SIngle-8 Kassetten hat es mir angetan:

Mit 228,-€ für 60m Fuji Astia 100F, Velvia 50 oder Fujis großartigen T64 (jeweils 5 Kassetten) inklusive zollfreiem Versand, Entwicklung und Rückversand ist Single-8 plötzlich gar nicht mehr so viel teurer als entsprechende Super-8 Kassetten-Angebote.
Also: Ein guter Zeitpunkt, um mal wieder die ZC-1000 o.ä. rauszuholen!

EDIT: Der R25 ist wohl längst ausverkauft, die Filmaufnahmen sind schon etwas her.

Chicago 8-Festival: jetzt Filme einreichen!

Chicago 8-Festival: jetzt Filme einreichen!
Chicago 8-Festivalplakat

Chicago 8-Festivalplakat

Noch bis zum 15. September dieses Jahres können auf Super 8 oder Single 8 gedrehte Experimentalfilme für das dritte Chicago 8 Small Gauge Film Festival eingereicht werden, das vom 18.-20. Oktober stattfindet. In den beiden früheren Ausgaben waren dort mehr als 120 Filme von 85 Filmemachern aus den USA, Kanada, Argentinien, Taiwan, Japan, Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden zu sehen.

Beiträge müssen zur Sichtung erst auf DVD eingereicht werden, und wenn sie angenommen werden, auf Film. Mehr Informationen und das Einreichungsformular stehen auf chicago8fest.org.

Groß: Filmguss im kleinen Stil

Groß: Filmguss im kleinen Stil

Mirko Böddeckers ADOX Fotowerk in Bad Saarow beherbergen so einiges an Hardware-Überraschungen. Besonders reizvoll am angebotenen Tauchbegussmaschine für Probebahnen für sogenanntes Dip & Dunk Coating. Mit diesem Verfahren wurden bis in die 50er Jahre viele berühmte Flme hergestellt, und das Prinzip eignet sich auch heute noch zumindest für klassische Emulsionen im Einschichtverfahren.

Besonders sehenswert und ermutigend ist aber das kleine Video, das einen ersten Probelauf der Maschine zeigt.

Selbst wenn Kodak, Fuji, Mortsel und Foma eines Tages nicht mehr liefern sollten — ADOX wird bestimmt dafür sorgen, dass man weiterhin analog Filmen kann!

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Kodak stoppt die Produktion von Acetat-Filmträgern zu Ende Juni

Kodak stoppt die Produktion von Acetat-Filmträgern zu Ende Juni

So richtig überraschend ist es nicht, dass der angeschlagene Kodak-Konzern nun auch noch die Produktion von Tri-Acetat-Filmträgern einstellt. Ende dieses Monats werden etwa 60 Mitarbeiter aus diesem Produktionsbereich entlassen.
Grund ist – nicht überraschend – der geringe und weiter schrumpfende Bedarf. Die Herstellung dieses Filmträgers ist enorm aufwendig und funktioniert ökonomisch nur bei großem Durchsatz, der nun nicht mehr gegeben ist.

Kodaks Bestände sind aber nach eigenen Aussagen erheblich und würden bestimmt noch zehn Jahre reichen. Später wolle man diesen essenziellen Baustein des Analogfilms dann bei Dritten zukaufen, wie es heute auch schon andere Filmhersteller tun.

Einen interessanten Fernseh-Bericht gibt es auf der Rochester Homepage, hier kommt auch der ehemalige Kodak-Mitarbeiter Robert Shanebrook zu Wort, dessen Büchlein „Making Kodak Film“ voller Fotos und Erklärungen zu den Produktionsprozessen ist und jedem Analogfilmfreund ans Herz gelegt sei.

Update

Kodak versichert in einer eigenen Pressemeldung, dass die „signifikanten Vorräte für viele Jahre“ halten würden. Auch recht vorsichtig ist die Formulierung, man „sei zuversichtlich, den Kundenbedarf für die nahe Zukunft weiterhin decken zu können“. Natürlich kann ein derart angeschlagener Konzern nicht ernsthaft weitergehende Versprechungen machen.

Weiter geht’s – vorerst!

Regensburger Band nutzt Doppel-8 für Musik-Clip

Regensburger Band nutzt Doppel-8 für Musik-Clip
Die beim Musik-Clip  verwendete Canon-Doppel8-Kamera und ihr digitales Gegenüber

Die beim Musik-Clip verwendete Canon-Doppel8-Kamera und ihr digitales Gegenüber

In jungen Jahren arbeitete er mit Super8, bevor Sessil Siffkov mit Videos sein Glück versuchte.
Mittlerweile Sänger und Texter der 2012 gegründeten Regensburger Band 7track, hat ihn die Leidenschaft zum echten Film wohl wieder eingeholt, denn mich erreichte von Sessil folgende Mail:

wir haben letzte woche begonnen unseren song „swomp me, baby“ auf video zu bannen.
dabei hatte ich meine uralt CANON doppel8 kamera dabei.
wir wollten ein bisschen retrolook (70ger) weil wir unseren song „black music“ fanden.
unsere girls sind studentinnen und haben sowas noch nie gemacht,
deshalb -als warm-up sozusagen, hab ich mit der canon rumgefuchtelt.
das alte ding lenkt ab und zog ihre aufmerksamkeit an, ideal gegen die nervosität.
besonders beindruckt hat das federwerk.
dass ein alter „wecker“ den elektromotor ersetzt, war ihnen gänzlich unbekannt.
das besondere an dieser CANON: sie hat eine tolle zeitlupe: 64 B/sek!!!
tanzende mädchen halte ich für ein starkes motiv, die in zeitlupe ihren ganz eigenen reiz hat und die mit ner videocäm gar nicht realisiert werden kann!
ich weiss leider nicht, ob die aufnahmen etwas geworden sind,
denn zuerst muss ich den video schneiden/finalisieren, aber dieser alte japanische wecker wird ab jetzt immer dabei sein!

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Von der Faulheit

Von der Faulheit

Im Filmvorführerforum schrieb Matthias gestern einen wunderbaren, philosophischen Abriss zur Daseinsberechtigung analoger Medien:

Es ist doch nicht nur die Technik allein, es ist auch das Flair, die Atmosphäre, oder?

Einige Beispiele, auch wenn sie vom Film selbst etwas abweichen.
Nehmen wir die Schallplatte oder die Audiotechnik selbst. Jede Richtung erzeugt automatisch eine Gegenrichtung. Zum Beispiel die Audioszene in Japan, dem Land des absoluten High Tech.
Dort bauen Japaner nicht einfach nur Röhrenverstärker selbst, nein es kommt noch härter. Es müssen Trioden aus den 30er Jahren sein, keine Röhren aus den 50ern. Man lötet auch nicht mit Neoprendraht, nein stoffumsponnene Drähte müssen es sein. Kondensatoren werden nicht gekauft, sondern selbst gewickelt. So weit würde ich selbst nie gehen, aber diese Menschen haben Freude daran. Ich habe einen Freund, der eine Riesensammlung aller alten Elektronenröhren hat, die es wohl je gegeben hat. Er sitzt selbst jeden Abend da und lötet. Er sagte zu mir: Du, wenn Du die Rauschwerte betrachtest, das kann heute jeder Conrad-Chip besser, aber das Flair, der Hörgenuß einer Schaltung die „lebt“, das Glühen der Röhren, das ganze Drum Herum, das ist es. Da hat man an Hornlautsprechern Spaß, und nicht an 5.1-Surround-Anlagen.

So bin auch ich zum Schmalfilm gekommen. Mein Onkel hatte eine Leinwand, die immer von selbst wieder zusammen klappte und daher mit einem 40cm Holzlineal gestützt werden musste. Der Projektor, ein WEIMAR 3, hatte diese Riesenglimmlampe mit der man die Geschwindigkeit per Stroposkopeffekt einstellen konnte. Damit haben wir als Kinder Filme von uns selbst angeschaut und auch Trickfilme, „nur“ in SW, aber der Spaß war groß! Wenn der Film rückwärts lief und wir die Geburtstagstorte wieder ausgespuckt und ganz sauber auf dem Teller zusammengefügt haben… Ja, natürlich kann ich das mit einem DVD Player heute auch, sogar ohne Streß nur per Tastendruck… aber es ist nicht das Gleiche.

Auch ich arbeite beruflich mit hochmodernen, professionellen HD-Kameras. Ja, diese Bilder beeindrucken in ihrer Auflösung, sind clean und crisp. Da frage ich mich auch manchmal: Warum gebe ich so viel Geld aus für Filmmaterial aus, dass dann auch noch körnig ist und bei der Projektion ein leicht wackliges Bild erzeugt? Ja, Leute, ich habe einen Knall, aber ich kann es nicht ändern, ich mag auch das andere, auch in Schwarz-Weiß. Das geht mir mit der Photographie genauso. Da quäle ich mich mit 100 ASA herum, benutze einen Dreifach-Blitz, und der anderer erledigt das mit 8000 ISO, ohne Blitz, und die Speicherkarte kann man löschen. Bei einer Session mache ich 36, höchstens mal 72 Bilder und der andere knallt so locker 300-400 Bilder weg. (Oder waren es gar 3000?)

Alles nur Mist oder Spleen? Nein! Der andere hat es nicht einfacher als ich. Ich habe bewußt auf den Auslöser gedrückt, er nur „einfach so“. Ich muß aus 72 Bildern wählen, er muß sich durch 3000 Bilder quälen. Von der Nachbearbeitung reden wir lieber gar nicht erst. Ich sage nur „Vollautomatik“, und jeder weiß was ich meine.

Es stimmt, Schmalfilm liefert keinen 5.1-Surround-Sound. Auch die bildliche Qualität ist nicht mehr über den anderen Medien. Als ich jetzt allerdings mal Velvia auf DS 8 eingescannt habe, mußte ich sagen: Soooo schlecht ist die Qualität nun auch wieder nicht! Von 9,5 oder 16mm rede ich gar nicht erst.
Was fasziniert mich nun noch an Vorgestern? Ich habe ein Medium, das ich anfassen kann und ich habe es als Hardware vor mir. Egal wie alt mein Projektor ist, so lange es noch Strom aus der Steckdose gibt und eine Lampe zum Auswechseln, bin ich dabei. Und wie ist es mit dem anderen Kram? Wenn man Lust hat, zieht man es ja noch von der Karte auf den PC, wenn. Ansonsten wirds gelöscht und ist weg. Ist es dann auf dem PC, verschwindet es in irgend einem Ordner, den man oft nicht wiederfindet. Sind die Aufnahmen „wertvoll“, wandern sie wenigstens noch auf einen externen Datenträger. Wenn nicht – nach dem nächsten PC Crash oder bei einem neuen Gerät sind die Daten einfach nur noch Geschichte, sonst nichts. Wenn man sie dann doch noch irgendwann wiederfinden sollte… mal kurz auf dem PC Monitor angesehen, Fernsehen oder Beamer ist ja schon sooo anstrengend und sooo umständlich. Das war es dann auch. Ja und was bleibt dann von der ach so guten Qualität?

Leute, es ist unsere Faulheit, unsere Dummheit und unsere Bequemlichkeit.
Warum? Schaut doch einfach mal nur auf unsere Autos. Früher haben wir selbst nach dem Ölstand geschaut, nach Kühlwasser usw. Was machen wir heute? Wir warten, bis eine rote Lampe blinkt oder das dämliche Auto gar mit uns redet. Früher haben wir Karten studiert, uns eine Route eingeprägt – und heute schimpfen wir über das dumme Navi. Nein, nicht das Navi ist dumm, wir sind blöd. Früher hatten wir einen Terminplaner, heute muss das dusselige Handy das erledigen, einschließlich Weckruf am Morgen, Wecker sind ja out. Na, und wenn das doofe Ding nicht mehr will, geht die Welt unter. Wirklich? Früher haben wir gezielt nach Wissen gesucht, Bücher studiert usw.
Heute wird gegoogelt und Wikipedia weiß ja eh immer alles besser, stimmt das?

Leute, nicht die Technik ist das Problem, wir sind das Problem. Wir verdummen, verblöden, vergreisen, werden bequem, faul und nachlässig… und wir finden es auch noch toll, es ist ja so schön.

Als es noch keine Handys gab, haben wir da gelebt oder nicht? Haben wir trotzdem Freunde und eine Frau fürs Leben gefunden oder nicht? Als es noch keine leistungsstarken PCs gab, haben wir da nicht gelebt, gearbeitet und unser Leben im Griff gehabt? Nein, ich bin keine Hasser von Fortschritt und Technologie! Aber wir können selbst entscheiden, wie wir damit umgehen.
Die Frage ist doch, lassen wir uns von der Technik beherrschen, oder herrschen wir über die Technik? Wir haben das Hirn, wir haben den Verstand, wir haben die Technik doch erst geschaffen.

Sorry, wenn ich abgeschweift bin. Aber ich denke, die Diskussion, Film oder Video, Schallplatte oder CD, Buch oder iPad, Liebe oder Cyberaex geht tiefer als nur in technischen Fragen. Mit meinem Beitrag möchte ich einfach nur zu etwas anregen. Den Rest muß jeder für sich ganz persönlich selbst entscheiden.

Von der Oberschichtseite.

Von der Oberschichtseite.

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„Wittner hat mal wieder angezogen.“

Die tollen neuen Fuji-Materialien Velvia 100 und Astia 100 kosten jetzt also, genau wie der beliebte Velvia 50, stolze €29,90 pro Kassette. Die 30,5m DS8-Rolle Ektachrome 100D kostet nun auch 10€ mehr, ergo €79,50.

Was sagt die Kundschaft?

Sie spricht empört von Farbe, die jetzt für die schillernde Oberklasse reserviert sei. Material sei schlichtweg nicht mehr bezahlbar. Da wird das Hobby aufgegeben, Kameras werden in die Vitrine verbannt und Wittners Kasse machen moralisch mit Menschenhandel gleichgestellt. Es wird mehr gejammert und lamentiert, als es jede Mehrwertsteuererhöhung in diesem Land provozieren kann.

Klar, Preiserhöhungen sind immer unschön, gerade, wenn sich die Einkommen nicht entsprechend mitentwickeln. Nichtsdestotrotz sind derlei Einwände absurd: Analoges Filmen war und ist ein teures Hobby. Wer annimmt, es werde bei dem seit Jahrzehnten massiv schrumpfenden Markt zukünftig noch mal günstiger, der ist schlichtweg weltfremd oder naiv.

Man setze das mal in Bezug: Da kaufen Leute Kameras für €200,- oder €500,- als Schnäppchen, weil sie seinerzeit ja das zehnfache gekostet haben. Oft sind solche Käufe die dritte, fünfte oder auch zehnte Kamera in der heimischen Sammlung – auch ohne allfällige Wartung sind die ohne merkliches Zögern getätigten Hardware-Investitionen also erheblich.

Aber Film ist ja so teuer. Das mache ich nicht mehr mit.

Nehmen wir an, unser eifriger Kamerasammler verfilmt tatsächlich noch 180 Meter Super 8 Film im Jahr, also allmonatlich eine Kassette oder wöchentlich 45 Sekunden. Seine Materialkosten erhöhen sich durch „Wittners üble Abzocke“ beim Fuji-Material nun um üble €60,-! Wucher!

Für €60,- bekommt man nicht mal eine Tankfüllung oder vier Monate GEZ bezahlt und nur mit Mühe ein Familien-Abendessen beim Italiener um die Ecke (aber ohne Wein). Fast jede Nacht in einem Hotel ist teurer.

Man ist also nicht bereit, die jährlichen Mehrkosten durch Preiserhöhungen zu kompensieren. Was hat die letzte Kamera noch gleich gekostet? Wie viel wurde dieses Jahr schon bei Ebay gelassen? Und wie wäre es, statt 12 nun eben einfach 11 Kassetten im Jahr zu verdrehen? Spart ja auch gleich einmal Entwicklungskosten.

Wer sein Hobby wegen der derzeitigen Filmpreise tatsächlich aufgibt, hat entweder nie gefilmt oder tatsächlich schon länger das falsche Hobby.

Denn wer wirklich filmt, der kann auch wertschätzen, dass und v.a. welche Materialien da noch verfügbar sind. Es ist alles eine Frage der Prioritäten.

Do the Math.

Filmkamera-Modell eines Fünfjährigen

Filmkamera-Modell eines Fünfjährigen

Vor kurzem hat mich mein fünfjähriger Sohn mit einem speziellen Geschenk, einer selbstgebastelten Filmkamera überrascht.
Das Modell besticht durch die klare geometrische Grundform von drei waagrecht übereinander angeordneten Zylindern und steht den Design-Qualitäten etwa der Modelle eines Dieter Rams in nichts nach.
Man sieht, die Filmbegeisterung des Vaters ist also wohl auch schon in den Augen des Sohnes etwas besonderes.

Der Filmkamera-Prototyp des Sohnes - mit den technischen Wunschvorstellungen des Vaters

Der Filmkamera-Prototyp
des Sohnes – mit den technischen Wunschvorstellungen des Vaters


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