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Single-8: Flashing Down Mount Fuji

Single-8: Flashing Down Mount Fuji

Dieser schöne Werbefilm von „FUJIFILM Foto Film“ diente Ende der 60er Jahre dazu, das Single-8 System zu bewerben. Zu sehen ist Skifahrerlegende Yūichirō Miura, wie er im Jahre 1966 seine waghalsige Fuji-Abfahrt mit Bremsfallschirm wagt.
Die vorliegende Kopie wurde in Fujis Technikabteilung wohl eifrig zum Testen verschiedenster Projektoren genutzt, was den lädierten Zustand von Bild und Ton erklärt. Trotzdem: Sehenswert!

Deidesheim, die Erste

Am Samstag, 16. März 2013 fanden sich Freunde des analogen Films aus ganz Europa zusammen, um auf der ersten Filmbörse Deidesheim Geräte, Filmmaterial und Zubehör aller Formate zu bewundern, zu kaufen, zu verkaufen, Fachgespräche zu führen und auch neue Bekanntschaften zu schließen. Die Börse wurde nach über 20 Jahren erstmals nicht mehr in Waghäusel, sondern […]

D-mount-Objektive im Vergleich

D-mount-Objektive im Vergleich

D-mount-Wechselobjektive stecken an vielen klassischen Normal–8-Kameras aus den 50er und 60er Jahren – von Bolex, Yashica, Revere, Keystone und anderen Herstellern. Gegenüber fest eingebauten Zoomobjektiven, wie sie danach bei Super 8-Kameras Standard wurden, haben sie vor allem einen Vorteil: Es gab sie fast nur mit festen Brennweiten. Zumindest in der Theorie liefern hochwertige Festbrennweiten bessere Bilder als Zooms. Doch wie sieht die Praxis aus?

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Festival der Künstler-Filmlabore in Colorado

Festival der Künstler-Filmlabore in Colorado

Chromaflex, experimentelle Farbfilmentwicklung mit Richard Tuohy vom australischen Nanolab - und Mottobild des diesjährigen TIE in Colorado

Chromaflex, experimentelle Farbfilmentwicklung mit Richard Tuohy vom australischen Nanolab – und Mottobild des diesjährigen TIE in Colorado

Seit einigen Jahren boomen künstlerische Selbstmacher-Werkstätten für handentwickelten 8- und 16mm-Film. Die Website filmlabs.org verzeichnet 27 von ihnen auf der ganzen Welt, darunter im deutschsprachigen Raum das LaborBerlin, die filmkoop wien und die Hannoveraner Filmwerkstatt Sector 16.

Das renommierte Experimentalfilmfestival TIE im amerikanischen Colorado Springs widmet sich deshalb in diesem Jahr ausschließlich den „artist-run film labs“ mit einem fünftägigen Programm. Filmvorführungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Installationen und Workshops sind geplant.

Die Festivalmacher schreiben (im Original auf Englisch):

Mit unseren künftigen Aktivitäten und Publikationen möchten wir die Wahrnehmung von Film als einer veralteten künstlerischen Darstellungsform anfechten und etwas dagegen tun, dass der Zugang zu etablierten Filmlabors und Techniken deswegen verloren geht. Doch statt diesen status quo zu beklagen, sieht das TIE eine große Chance für alle Betroffenen, sich die Mittel filmischer Produktion vollständig selbst anzueignen – und zwar auf eine nicht-elitäre und revolutionäre Weise. Um [den Experimentalfilmmacher] Nicolas Rey zu zitieren: ‚Jetzt, da die Filmindustrie Stück für Stück das Medium Film aufgibt, gehen die technische Ausrüstung, das Wissen und die Praktiken in Künstlerhände über‘.

Filmemacher, die Filme in einer künstlerischen Filmwerkstätte produziert haben, können diese noch fürs TIE einreichen. Die Kontaktadresse hierfür lautet: film@experimentalcinema.org.

Scharfe Vision: 200T und 500T in Super 8

Der spanische Werbe- und Modefotograf José Luis Villar zeigt, was Super 8 so alles kann – wenn man nur Negativ genug denkt! Gefilmt hat er während eines Photoshootings im Frühjahr 2013 mit einer Canon 1014 XL-S Super 8-Kamera auf den Filmen Kodak Vision3 200T und 500T. Die wirklich ausserordentlich gute Abtastung des Negativmaterials wurde von […]

Lego Technic Super-8 Projektor

Lego Technic Super-8 Projektor

Lego Technic ist das beste Spielzeug der Welt. Mit Lego ist nämlich eigentlich alles möglich, zumindest konzeptionell. In den letzten 20 Jahren hat sich ein guter Kubikmeter dieser etwas spezialisierteren Legosteine bei mir angesammelt und wird zwar zu selten, aber doch regelmässig ausgekippt und verwendet. In der letzten Zeit war es mein Technik- und Schmalfilmbegeisterter Sohn Kalle, der mich vermehrt zu Legoabenden überredete.

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King Creole – Mein Leben ist der Rhythmus (1958)

King Creole – Mein Leben ist der Rhythmus (1958)

King Creole - Mein Leben ist der Rhythmus

In seinem vierten Kino-Film spielt Elvis den jungen Danny Fisher. Da sein Vater keine Arbeit findet, muss er für die Familie die Brötchen verdienen. Nachdem er seinen Job in der Kneipe des Gangsters Maxie geschmissen hat, bekommt er vom Besitzer des Clubs „King Creole“ eine Chance als Sänger. Aufgrund seines großen Erfolges will Maxie, dass Danny wieder für ihn arbeitet. Von nun an überschlagen sich die Ereignisse…

Elvis singt in diesem Feature rund 12 Songs (u.a. King Creole, Trouble, Hard Headed Woman, Lover Doll). King Creole gilt unter vielen Elvis-Fans als sein bester Film.

Bild:

Inter-Pathé hat diesen Schwarzweiß-Klassiker auf Azetatmaterial veröffentlicht. Eigentlich müsste jeder Akt einzeln rezensiert werden, da bei der mir vorliegenden Kopie jeder seine eigenen Stärken und Schwächen hat. Bis auf den 3. Akt sind bei den restlichen der insgesamt 6 Akte á 120 Meter sowohl der Kontrast, als auch die Graustufen wirklich sehr gut angelegt. Im angesprochenen Akt 3 ist die Helligkeit etwas zu hoch gewählt. Die Schärfe wiederum ist nur in den Akten 2, 3 und 6 als gut bis befriedigend zu bezeichnen, zeigt aber gerade in Totalen ziemliche Schwächen. Die Akte 1, 4 und 5 sind schärfetechnisch eher mangelhaft bis ausreichend. Hinzu kommt, dass sich der Film bis auf die Akte 4 und 5 als Balkenbild präsentiert. Gerade bei den Aktwechseln ist es jedoch immer nötig, Korrekturen vorzunehmen. Die verwendete Vorlage von Viacom aus den USA war allerdings in einem guten Zustand. Größere einkopierte Störungen oder Laufstreifen sind mir nicht negativ aufgefallen.
Hier muss ich dazu sagen, dass ich allerdings auch nicht danach suche, sondern nur dann darauf eingehe, wenn die Laufstreifen o.ä. störend wirken. Es wurde recht grobes Filmmaterial verwendet, da durchweg ein leichtes Krisseln sichtbar ist. Bei kleineren Projektionen dürfte dies aber nur bedingt sichtbar sein. Auch könnten da die Schärfeschwächen nicht so stark auffallen.

Ton:

Die deutsche Mono-Tonspur ist bis auf ganz wenige Ausnahmen lippensynchron aufgespielt. In Akt 5 wiederum liegt er aber um rund eine halbe Sekunde vor dem Bild. Dies wirkt teilweise etwas störend, gerade in der Schlägereiszene. Der Pegel ist sehr gut und der Sound für einen Film aus den 50er-Jahren ebenfalls in Ordnung. Richtig gut wird der Ton dann, wenn man einen Verstärker mit Equalizer anschließt und Bässe reindreht. Dann jagt einem z.B. „Trouble“ einen Schauer nach dem anderen über den Rücken und es fällt einem schwer, die Füsse still zu halten.

Fazit:

Ob einen diese Schärfe-Schwächen stören oder nicht ist natürlich sehr subjektiv. Für mich hat dieser Film sowieso ideellen Wert: es war meine allererste Komplettfassung! Wenn man vorher weiß, was auf einen zukommt, dann kann man diese Komplettfassung grundsätzlich empfehlen.

[alert type=“info“]Lauflänge: ca. 108 min., Darsteller: Elvis Presley, Walter Matthau, Carolyn Jones u.a.
Projektor: Revue Lux Sound 80 Stereo, Objektiv: Revuenon Zoom Lens 1:1,3/15-30mm
Projektionsgröße: 1,87 m x 1,40 m[/alert]

Szenenbilder

Back to the roots mit Normal-8

Back to the roots mit Normal-8

Vollmechanisch, voll manuell, voll analog: Filmen mit klassischen Normal-8-Kameras macht Spaß, gerade heute.

Als Kodak 1965 Super 8 auf den Markt brachte, gab es 8mm-Schmalfilm schon 33 Jahre lang: als klassischer Normal–8-Film (auch Doppel–8 genannt) auf der Spule und kleiner Bruder des 16mm-Films. Mit Super 8 kamen Kassetten statt Spulen, Batterie-Elektrik statt der verbreiteten Aufziehmotoren, Belichtungsautomatiken statt Blendenringen, Zoomobjektive statt Festbrennweiten, Plastik statt Metall. Die Technik sollte vor allem einfacher werden und einen Massenmarkt schaffen. Doch wenn man heute noch auf echtem Film dreht – warum dann nicht gleich richtig klassisch? Komplett manuell, mit den zeitlosen, vollmechanischen, beinahe unverwüstlichen Normal–8-Kameras? So retro, dass sie heute von App-Designern imitiert werden, tatsächlich aber zeitlos gute Technik. Gebraucht gibt’s die Kameras oft zum Spottpreis, nicht selten mit hervorragenden Objektiven. Mit kreativen Extras, die Super 8 nicht drauf hat. Und das alles funktioniert einfacher, als man denkt.

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George Kuchars 8mm-Manifest

George Kuchars 8mm-Manifest

George Kuchar in seinem Film "Hold Me While I'm Naked", 1966

George Kuchar in seinem Film „Hold Me While I’m Naked“, 1966

Im September 2012 starb der amerikanische Underground-Filmer George Kuchar, ein Pionier der Camp-Kultur. Seine Travestien alter Hollywood-Melodramen drehte er auf Normal-8, später auf Video. Filmregisseure wie John Waters waren maßgeblich von ihm beeinflusst.

1964 saß Kuchar auf dem Podium einer New Yorker Experimentalfilmer-Diskussion zum Thema „8mm.: Avant-Garde of the Future?“. Neben ihm saß Lenny Lipton, der kurz darauf Schmalfilm-Fachautor wurde und das Standardwerk The Super 8 Book schrieb. Vor ’64 hatten amerikanische Experimental- und Untergrundfilmer nur auf 16mm gedreht. Kuchar, der nicht aus der Künstlerszene kam, sondern als Jugendlicher in der Bronx zu filmen begann, hatte als Außenseiter das Wort. Sein Plädoyer fürs 8mm-Filmen hätte niemand anders so formulieren können. Wir veröffentlichen es hier zum ersten Mal auf Deutsch.

8mm-Manifest

Ja, 8mm ist eine Verteidigungswaffe in dieser Gesellschaft automatisierter Korruption, weil wir uns mit 8mm und seinen mickrigen Abmessungen den Dimensionen des Atoms annähern.

Wir, in dieser modernen Welt geologischer Inaktivität, erleben jetzt eine Evolution, die um Ministrösitäten evolviert. Wir denken nicht mehr in großen Dimensionen außer bei Atombombardements, und deshalb kommt man jetzt öfters Menschen mit kleinen Dingern entgegen. Acht mm ist eines dieser kleinen Dinger, doch 8mm wird riesig, wenn der Kegel einer Projektorlampe psychotische Abnormalitäten groß zum Erleuchten bringt.

In den Händen jedes potentiellen Perverslings wird dieses Medium zur Tonskulptur mit Hefesockel. Besprengt man sie mit ein paar Spritzern Flüssigkeit, bläht sie sich zu sagenhaften Ausmaßen auf. Doch dabei sieht man, wie die Tonhülle, die das ganze ummantelt, auseinanderbricht und alles dreckig macht.

Es zeigt sich die innere Schönheit des Werks, während der Filmemacher durchknallt und sich am Ende umbringt. Wenn Du Deinem eigenen Bösen ins Auge schaust, gibt das Deinen Innereien, die bislang nur Buttermilch gewöhnt waren, Acid-Saures.

Dass 8mm die neue Avantgarde wird, ist ansteckend wie ein Krankheitsherd, weil wir alle Avantgarde bis zur Vernichtung sind. Und nur wenn wir uns mit den Folgen totaler Verunstaltung konfrontieren, können wir klarer denken und weinen, weil wir uns nicht mehr moralisch abkapseln können.

Was erlaubt uns denn überhaupt zu fragen, ob 8mm die künftige Avantgarde ist, wenn nur Gott und der Vatikan die sichere Antwort wissen? Moralische Fragen dieser Art sollte man niemals den Schmutzfingern von Beatniks überlassen, die daraus Brezeln der Verderbtheit flechten. Sollen doch Beatniks und frustrierte leitende Angestellte 8mm-Film zu ihren Ebenbildern verdrehen und damit andere Leute in die Welt der Betäubungsmittel und des geistigen Totalzusammenbruchs hineinriechen lassen.

Seit zwölf Jahren habe ich auf 8mm gedreht und gesehen, was es einem Menschen antut. Der schöpferische Intellekt durchläuft eine Großrevolte, die Fenstergitter des guten Benehmens springen aus den Flügelrahmen geistiger Gesundheit, bis alles ein Wirbelstrom lampenglimmenden Breis wird. Acht mm hat mich gelehrt, klarer zu denken und mich direkter auszudrücken. Ich wurde in diese 8mm hineingeboren wie in meine Kirchenzugehörigkeit, weil mir meine Tante ihre Filmkamera lieh und mir meine Mutter später eine zu Weihnachten schenkte. Jetzt werde ich einen 16mm-Spielfilm namens Corruption of the Damned drehen, und ich drehe ihn auf 16mm, weil ich ihn nicht auf 7mm drehen kann. Statt runter – bislang der übliche Gang der Dinge in meinem Leben lasterhafter Sinnesfreuden – gehe ich diesmal rauf. Ich habe gerne auf 8mm gedreht, und jetzt gerne auf 16mm, und würde man mir beide weggenehmen, würde ich gerne dahinvegetieren, weil ein Leben der Stagnation ein Leben der Krankheit ist, und nur durch Krankheit begreifen wir, was Kaputtheit ist.

(Übersetzung aus dem Amerikanischen: Florian Cramer)

Ständer für 15m Laborspulen

Ständer für 15m Laborspulen

Ordnung und Überblick leicht gemacht

Ordnung und Überblick leicht gemacht

Einen 10mm Rundstab, ein Sperrholzplättchen und etwas Leim, ggf. noch ein wenig Farbe – mehr braucht es nicht, um auch die kleinen 15m Spulen ordentlich im Filmregal unterbringen zu können.  Es ist zweckmässig, die Laborspulen auf ihrem Schutzring zu beschriften, um einen gewünschten Film schnell zu finden.


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