Archives Januar 2017

Wettbewerb der Schmalfilmtage Dresden – ein subjektiver Sehbericht

Wettbewerb der Schmalfilmtage Dresden – ein subjektiver Sehbericht

Den Höhepunkt der 18. Schmalfilmtage in Dresden vom 19. – 21.01.2017 bildete auch dieses Jahr am Samstagabend der Internationale Wettbewerb für Kurzfilme, die auf 8 oder 16 mm breitem Filmmaterial gedreht wurden.

In den beiden Retrospektiven vor dem Wettbewerb liefen ausschliesslich 16mm-Filmkopien. Hier konnte man den Charme der klassischen Filmprojektion mit atmosphärischem Filmkorn und knisternd-sonorem Ton von der Lichttonspur genießen.

Im Wettbewerb dagegen wurden die Beiträge abwechselnd mit Filmprojektor und Beamer vorgeführt.
Von den 13 Filmen im Wettbewerb liefen sieben Stück als digitale Projektion.
Fast ausnahmslos erfolgte bei diesen Filmen Schnitt, Betitelung, Vertonung und die sonstige Post-Produktion im digitalen Work-Flow.
Drei Filme wurden als Super8-Original mit Magnet-Tonspur vorgeführt, ebenfalls drei Filme liefen in 16mm.

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Justage der Empfindlichkeit bei den kleinen Nizos

Justage der Empfindlichkeit bei den kleinen Nizos

Neben den großen Silberlingen von Nizo wie S560 oder der 801 gibt es noch die kleine Baureihe mit kleinen, aber feinen Super8-Kameras wie der 136, S30, S128. Ich liebe meine 156 macro als handliche und leichte Reisekamera. Sie ist hier im Artikel abgebildet.

Das große Manko dieser Kameras ist, dass die Belichtungsautomatik nur für 160/40ASA Kunstlichtfilme ausgelegt ist. Heute sind allerdings 100ASA-Filme am verbreitetsten. Allenfalls der Vision 50D ließe sich halbwegs korrekt mit der Kamera belichten.

Die kleinen Nizos haben nur einen Stift zur ASA-Abtastung. Wird der Stift durch die Kassette gedrückt, wird ein Graufilter vor die Photodiode des Belichtungsmessers geschwenkt. Die Umschaltung zwischen 25/100ASA-Tages- und 40/160ASA Kunstlichteinstellung erfolgt leider auch nur dadurch, dass durch den Tageslichtfilter mitgemessen wird. Es wird zwar durch einen weiteren Stift die Kunstlichkerbe der Kassette ausgelesen, aber es wird dann nur rein mechanisch der Tageslichtfilter ausgeschwenkt gehalten. Es ist nicht so wie bei vielen anderen Kameras, dass durch Wahl der Tageslichteinstellung und gleichzeitigen Ausschwenken des Filters die Kamera auf 100ASA gestellt werden kann. Die Kamera belichtet auf 40/160ASA. So lässt sich keine 100ASA Kassette sinnvoll belichten.

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Das Ende der Leichenfledderei?

Die letzten Jahre waren geprägt von stetig steigenden Preisen für Schmalfilme aller Art, insbesondere für Farbumkehrfilme – wenn es sie denn gerade mal wieder gab. Das führte nicht nur bei einigen Schmalfilmern zum Hamstern, sondern auch zum Kauf von Materialien, die sie vor 10 Jahren noch nicht mal mit einer Kneifzange angefaßt hätten. Die übers Internet besorgten Materialien wurden dabei immer teurer, älter und krobkörniger. Selbst ich war schon am Überlegen, in Bulgarien Orwochrom UT 15 zu kaufen, der erst 1976 abgelaufen war und den ich mangels eigener Dunkelkammer wohl in Russland hätte entwickeln lassen müssen…

Nun scheint eine Rettung in Sicht zu sein. Denn am 5. Januar 2017 kündigte Kodak an, zum Jahresende wieder irgendeinen Ektachrome 🎞️ in der Super8-Kassette anzubieten (und quasi als Abfallprodukt auch als 135-36 Diafilm, vertrieben von Alaris). Laut Alaris wird es ein „E100“ sein, also vermutlich ein Film mit einer Empfindlichkeit von 100 ASA/21 DIN. Allerdings ist es fraglich, ob es wirklich der „gute alte“ E100D von einst sein wird. Denn Kodak schreibt: „…Kodak will be working to reformulate…EKTACHROME…“, also „… Kodak wird daran arbeiten, EKTACHROME nach einer neuen Rezeptur zusammenzusetzen…“. Was das bedeutet, ist unklar. Zum einen könnte es sein, dass sie einige der ursprünglichen Chemikalien aus Gründen des Preises, der Verfügbarkeit und/oder des Umweltschutzes durch andere ersetzen müssen. Zum anderen könnten sie auch den Film feinkörniger machen wollen – schließlich wollen sie ja auch eine Filmabtastung in 4K anbieten. Oder sie wollen dem Zeitgeist entsprechend dem Film einen stärkeren Retrolook verpassen (auffälligeres Korn, wärmere Farben, …). Ja, man kann hier viel ‚rumspinnen! 🕷️ 😉

Unklar ist hingegen der Stand bei FilmFerrania: Einerseits veröffentlichen sie immer noch neue Bilder davon, wie immer mehr Geräte wieder laufen und wie sie zu Testzwecken Schwarzweißmaterialien produzieren, andererseits gibt es von FilmFerrania selbst noch nicht mal einen Hauch eines Zeitplans. So wundere ich mich immer ein wenig über die Leute, die meinen, dass FilmFerrania definitiv noch dieses Jahr die ersten Farbumkehrfilme produzieren und liefern würde. … Zudem ist auch hier unklar, was das Ergebnis sein wird. Denn einerseits wird hier angeblich die Rezeptur des „Scotch Chrome 100“ benutzt, andererseits wird auch hier wieder „re-enginereed“, also der Film u.U. nicht oder nicht mehr ganz dem Original entsprechen.

Aber hoffen wir mal das Beste, und zwar, dass wir uns Ende 2017 zwischen zwei unterschiedlichen Farbumkehrfilmen entscheiden können, auch wenn beide für Tageslicht gedacht sind und eine Empfindlichkeit von 100 ASA/21 DIN haben werden.

ORWO C 9165 Entwicklung in nachgebauter Chemie

ORWO C 9165 Entwicklung in nachgebauter Chemie

Es begann vor einen anderthalb Jahren als die verrückte Idee hatte die ORWO C 9165 Chemie selbst anzusetzen. Da gab es nur zwei Probleme:

  1. Da das Rezept auf russisch ist musste ich es übersetzen. Hätte ich nur nicht den doofen Microsofttranslator (BING) genommen… Der übersetzt richtig schlecht. Ein paar Monate später versuchte ich den Google-Übersetzter und siehe da, alle Chemienamen wurden richtig geschrieben.
  2. In dem Prozess wird ein Stoff verwendet, der ugs. CD-1 genannt wird. Der richtige Name ist: Diethyl-p-phenylendiaminsulfat. Das schwer zu beschaffen ist. An dem Punkt gab ich auf… Doch dann (Mrz. 2016) bekam ich es doch…

Als die “CD-1-Quelle“ gesichert war, bestellte ich für rund 110€ Rohchemie. Als alles zusammen war, begann ich damit alles anzusetzen. Als dies getan war, belichtete ich einen ORWO Chrom UT 15 und entwickelte diesen. Er kam blank aus der Entwicklung. Aber davon lies ich mich nicht unterkriegen und belichtete 2 Wochen später noch einen UT 15. Der wurde Perfekt. Seit dem habe ich etliche UT 15, Agfachrome, Revuechrome in diesem Prozess entwickelt. Teilweise gut und schlecht.

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