Alle Beiträge von Jörg Polzfuß

Sayonara, Provie 100D

Wie Retro8 über Facebook mitteilte, wurde die Produktion von Provie100D in den Formaten Super8 und Single8 eingestellt. Grund dafür ist das Fehlen weiterer Masterrollen. In Super8 ist der Film bereits bei Retro8 ausverkauft, für Single8 scheint es noch ein paar restliche Kassetten zu geben.

Filme vom FPP

Vor Jahren haben einige nordamerikanische Filmenthusiasten einen Podcast namens „Film Photography Podcast“ (FPP) ins Leben gerufen. Mittlerweile betreiben sie auch einen Online-Shop, weshalb das Kürzel FPP mittlerweile für „Film Photography Project“ steht. Bislang gab es dort hauptsächlich Filme für Fotokameras zu kaufen, u.a. auch in eher selteneren Formaten, wie z.B. 620. Mittlerweile bieten sie aber ebenfalls Schmalfilme an: https://filmphotographystore.com/collections/movie-film
Der Clou dabei ist, dass sie nicht nur das normale Sortiment von Foma/Kodak/Pro8mm/Orwo im Programm haben, sondern auch eine Eigenmarke. Hauptsächlich handelt es sich dabei um 16-mm-Filme, die es für ältere 16mm-Kameras/-Projektoren auch mit beidseitiger Perforation gibt. Hinzugekommen sind nun einige Normal8-Filme, mit denen man 2019 wohl nicht mehr als Neuerscheinung gerechnet hätte, wie z.B. Farbnegativfilmen:

News: Analoger Film Januar-Juli 2019

Allen Unkenrufen zum Trotz, gibt es auch 2019 noch unzählige Neuigkeiten rund um den perforierten Film. Leider existiert seit diesem Jahr, nach der Einstellung von „Cine 8-16“, kein Print-Medium mehr, das über Neuigkeiten in diesem Bereich informiert. 

Wer mag mithelfen, künftig solche News komprimiert in diesem Blog und einem Newsletter zu „bündeln“?

Eberhard Nuffer

Super-8-Farbumkehr-Entwicklung wieder in Deutschland möglich

Seit Ende Juni ist nun wieder die E6-Entwicklung von Super-8-Farbumkehrfilm (Ektachrome und Cinevia) bei ANDEC-Filmtechnik in Berlin möglich. In den vergangenen Jahren blieb nur noch die Lösung, belichtete Filme ins Ausland zu schicken oder aber selbst zu entwickeln.

http://www.andecfilm.de/d_start_sept_2015.html

Über Jürgen Lossaus Firma „Click & Surr“ sind jetzt außerdem kombinierte Gutscheine für Super-8-Entwicklung und Scan in 2K-Auflösung erhältlich: https://www.super8shop.de/produkt-kategorie/schmalfilm/filme-schmalfilm/

16mm-Ektachrome-Umkehrfilm endlich lieferbar

Seit Ende Mai ist der langersehnte Ektachrome-Umkehrfilm nun auch im 16mm-Format lieferbar. Kodak bietet das neue Farbmaterial in Konfektionierungen zu 30 und 120m an. 

Der Original-Preis liegt bei 60 Dollar für die 30m-Rolle und 240 Dollar in der 120m-Konfektionierung. Leider sind keine Direkt-Bestellungen in USA möglich. Und deutsche Kunden, die bei einem der hiesigen Händler ordern, müssen erwartungsgemäß gleich mal wesentlich tiefer in die Tasche greifen.

Anti-Rotstich-Behandlung für Super-8- und 16mm-Filmkopien

Wertvolle Filmkopien, die plötzlich rotstichig werden, gehören zu den Alpträumen jedes Filmsammlers. Jetzt kommt aus Italien eine sensationelle Meldung: Alberto Vangelisti (jüngst mit seinen neuen Flüssigtonspuren für Super-8- und 16mm-Acetat- und Polyesterfilm bekannt geworden: https://www.filmkorn.org/magnetton-randbespurungen-in-perfektion/) hat offensichtlich ein Verfahren entwickelt, um rotstichige Kopien, die noch Restfarben besitzen, wieder ansehnlich zu machen. Dieses so genannte ORS-System entfernt durch einen subtraktiven chemischen Prozess in einem ersten Arbeitsgang den Rotstich und hebt in der zweiten Phase den Kontrast an. Bislang ist das Verfahren für Kodak- und Fuji-Materialien erprobt.

Im Vergleich zu sonstigen heutigen Kopierwerksleistungen wirken die Preise human: Für die Behandlung einer Rolle mit bis zu 480 Metern Film stellt Vangelisti 50 Euro in Rechnung, Rollen zwischen 480 und 750 Metern kosten 60 Euro. Für Super-8 und 16mm-Film gelten dieselben Preise. 

I.B. Corzos Erfahrungsbericht über die Rotstich-Behandlung: http://mimundoensuper-8.blogspot.com/2019/05/ors-chemical-system-solution-to-red.html?m=1  

MOVIE MAGNETIC
Alberto Vangelisti
Via Don Miliani, 42.
52028 Terranuova
Italia
E-Mail: moviemagnetic@gmail.com  

Vor der Behandlung – Foto: I.B. Corzo
Nach der Behandlung – Foto: I.B. Corzo

Ersatzteile für Noris-Super-8-Projektoren

Nach Auflösung einer Fachwerkstatt für optische Geräte liegt das Ersatzteilelager für Noris-Filmprojektoren beim Oldenburger Medienunternehmer und Gebrauchtwarenhändler Michael Hipp. Der frühere Betreiber der Videotheken-Kette „Video-Hipp“ bietet die Teile im Rahmen seines „Zeitreise“-Webshops über eBay an: https://www.ebay.de/usr/zeitreiseoldenburg2013. Einfach Suchbegriff „Noris“ eingeben.

Fotos: Zeitreiseoldenburg

Filmhändler und Veranstalter der Blackpool-Convention David Guest verstorben

Große Bestürzung in der Sammlerszene löste Ende Januar der Tod des englischen Filmhändlers David Guest aus. Guest hatte erst 2016 den „16mm Film Shop Southport“ in Rufford (West Lancashire, England) eröffnet, in dem es Filmkopien in den Formaten Super-8, 9,5m und 16mm sowie Zubehör wie Spulen oder Projektionslampen zu kaufen gab.

Seit 2011 war Guest außerdem Veranstalter der traditionsreichen, ursprünglich von Derann Films Ltd. ins Leben gerufenen Blackpool Convention. Die Ehefrau Elaine Guest hat angekündigt, die bei Filmsammlern sehr populäre Veranstaltung weiterzuführen. U.a. sollen dort in diesem Jahr Kopien-Restbestände des „Film Shop“ angeboten werden. 

[Informationen zur Blackpool-Convention: siehe unten bei „weitere Veranstaltungen“]

http://8mmforum.film-tech.com/cgi-bin/ubb/ultimatebb.cgi?ubb=send_topic;t=005200;f=8

Neuer Service-Dienstleister für 16mm-Projektoren?  

Eigentlich sollte an dieser Stelle die freudige Nachricht stehen, dass der langjährige Mitarbeiter einer Bildstelle, der jetzt in Ruhestand geschickt wird, künftig von zu Hause aus die Wartung und Reparatur von 16mm-Filmprojektoren für jedermann anbieten will. Zwischenzeitlich hat aber offenbar die Ehefrau ein Veto gegen all die Meßgeräte, Werkzeuge und Ersatzteile eingelegt, die da ins Haus geschafft werden sollten. Und so wird es wohl keinen neuen 16mm-Service geben. Schade! Oder besteht doch noch Hoffnung?

Neue Kinofilme, gedreht auf Super-16 und 65mm-Negativ 

„Ein Gauner & Gentleman“

Im März lief in den deutschen Kinos der Film an, mit dem der bald 83-jährige Robert Redford seine aktive Laufbahn als Schauspieler beenden will: „Ein Gauner & Gentleman“ (The Old Man and the Gun, 2018, R: David Lowery) vermengt reale Erlebnisse aus der Biographie des Ausbrecher-Königs und Gentlemen-Bankräubers Forrest Tucker (1920-2004), der noch als Bewohner einer Seniorenanlage eine „Altherren-Gang“ gründete, mit Elementen aus Redfords Leben und Karriere.

Lowery hat seinen Film auf 16mm-Material gedreht und mit einem sanften Jazz-Soundtrack versehen. Joe Andersons mal grobkörnige, mal Chiaroscuro-eske Breitwandaufnahmen lassen eine längst vergangene Zeit wieder auferstehen, in der noch nicht jede Bank videoüberwacht, panzerglasgeschützt und schwerbewaffnet war. Mit den hypernervösen Schnittgewittern und blutigen Bleiorgien der Gegenwart haben Tuckers Überfälle und Lowerys Inszenierung nichts zu tun“, schreibt Falk Straub auf KINO-ZEIT. 

Zum Einsatz kamen die Arriflex 416 und Kodak Vision 3 200T-Material (7213), entwickelt wurde bei FotoKem und Technicolor in Kalifornien. Mit Super-16-Bildfenster gedreht, wird der Film im Kino im Scope-Bildseitenverhältnis 1:2,35 präsentiert. Weitere „Oldtimer“-Attraktionen des Films – also außer 16 mm und Redford – sind Tom Waits, Danny Glover und Sissy Spacek.

Kameramann (DOP = Director of Photography) Joe Anderson hat in mehreren Interviews ausführlich über die Dreharbeiten, über die Wahl und Belichtung des 16mm-Filmmaterials und die visuelle Ästhetik von „The Old Man and the Gun“ berichtet:

Director of Photography Joe Anderson on the set of THE OLD MAN & THE GUN. Photo by Eric Zachanowich. © 2018 Twentieth Century Fox Film Corporation All Rights Reserved

Fotos: © Fox Searchlight/Foto Dreharbeiten: Erich Zachnovich

Christopher Nolan

Auch Christopher Nolan bleibt, wie erwartet, dem perforierten Film treu. Von seiner aktuellen Produktion, die für Warner Brothers entsteht, sind bislang weder inhaltliche Details noch ein Titel bekannt. Dennoch steht bereits der Premierentermin fest – der 17. Juli 2020 – und dass der Film im IMAX-Format (65mm-Negativ) produziert und ausgewertet wird.

16mm-Filme im Programm der Berlinale 2019

Neben Super-8-Filmen (siehe Klaus Schreiers Beitrag https://www.filmkorn.org/super8-auf-der-berlinale-2019/) fanden sich im Programm der Berliner Filmfestspiele auch in diesem Jahr wieder Beiträge, die auf 16mm-Material gedreht worden sind.

Im Wettbewerb war „Ghost Town Anthology“ (2019, Super-16, Arri 416, Kodak Vision 500T) von Denis Coté zu sehen, dessen Plot – in einem kanadischen Dorf kommt auf mysteriöse Weise ein 21jähriger zu Tode – nicht von ungefähr an David Lynchs „Twin Peaks“ (1990/91, TV) erinnert. Im „Panorama“ lief „Mid 90s“ (2018, 1:1,33, Arriflex 416 Plus)um einen 13-Jährigen zwischen häuslicher Gewalt und einer Skateboarder-Clique – das Regiedebüt des Oscar-nominierten Schauspielers Jonah Hill. Leider standen beide Werke nur digital, als DCP, zur Verfügung.

Anders der 82-minütige Experimentalfilm „Rasendes Grün mit Pferden“ der Berliner Filmemacherin Ute Aurand, der in der Sektion „Forum Expanded“ lief und nach wie vor in allen Stadien – Aufnahme, Bearbeitung und Projektion – auf analoge 16mm-Technik setzte. „Nichtereignisse“ aus ihrem Leben hat die Autorin von 1998 bis 2018 mit ihrer Bolex-Kamera dokumentiert, zuletzt drei Jahre an der Fertigstellung gearbeitet. Der Auswahlkommission des „Forum“ hat Aurand ihren Film am 16mm-Schneidetisch vorgeführt. Nach der Zusage der Berlinale wurde es zeitlich eng, da die DFFB-Absolventin sich für ein Kopierwerk in den USA, das Colorlab in Maryland, entschieden hatte. „Das gesamte Prozedere um die sogenannte Postproduktion bedeutet für mich, dass ein Negativschnitt hergestellt werden muss und eine Mischung, das Ganze muss ins Kopierwerk, was immer lange dauert und unberechenbar ist. Es müssen Korrekturkopien gemacht werden, die werden dann hin und her geschickt“, erzählte Ute Aurand in der Berlinale-Beilage der TAZ. „Die zweite Rolle kam erst einen Tag vor der Premiere, da ist man schon nervös.“

https://taz.de/Filmemacherin-ueber-die-Berlinale/!5569305/

https://www.berlinale.de/de/archiv/jahresarchive/2019/02_programm_2019/02_Filmdatenblatt_2019_201912350.html#tab=filmStills

http://www.uteaurand.de/filme/test.php

Stummfilmvorführungen mit „echter“ Filmprojektion

Insbesondere bei der Vorführung von Stummfilmen kommt bis heute immer wieder perforierter Film zum Einsatz; er ist in diesem Fall einfach das einzig wirklich „authentische“ Präsentationsmedium. Über das 35mm-Stummfilmkonzert mit dem Dupont-Klassiker „Varieté“ (1925) Anfang des Jahres in der Stuttgarter Markuskirche mit rund 800 Besuchern habe ich ja ausführlich berichtet (https://www.filmkorn.org/stummfilmkonzert-in-der-kirche-mit-analoger-35mm-filmprojektion/). Im Mai präsentierte der junge Stummfilmpianist Richard Siedhoff im Dresdner „Kino im Kasten“ den Buster Keaton-Klassiker „Der General“ (1926), Anfang Juni war er zu Gast in Stuttgart und begleitete live in „Eliszis Jahrmarktstheater“ u.a. Murnaus „Nosferatu“ (1922), Harold Lloyds „Why Worry“ (1923) und Kurzfilme mit Chaplin und Keaton. Projiziert wurden 16mm-Kopien aus Siedhoffs Sammlung. In „Cine 8-16“ Heft 41 (März 2017, S. 28-30) erschien ein ausführlicher Artikel von und über Richard Siedhoff. 

Die Termine seiner aktuellen Stummfilm-Konzerte (inklusive Angaben, auf welchem Medium bzw. in welchem Format der entsprechende Film vorgeführt wird) finden sich auf Siedhoffs Webseite: 

https://www.richard-siedhoff.de.ralf-siedhoff.de/index.php?id=116

Wirbel um Tetenal 

Bereits im Herbst 2018 hatte der Traditionshersteller von Photochemie Tetenal Europe GmbH beim Amtsgericht Norderstedt einen Antrag auf Sanierung unter Insolvenzschutz gestellt: Der Einbruch der Analogfotografie in den vergangenen Jahren hatte bei dem Unternehmen zu massiven Umsatzeinbrüchen geführt. Da sich kein Investor fand, wurde im Januar die Schließung zum 1. April 2019 angekündigt.

Unter Analog-Filmern und Fotografen führte dies zu einem Aufschrei; man fürchtete um die Verfügbarkeit von Entwicklerflüssigkeiten schlechthin, da Tetenal nicht „irgendein“ Anbieter entsprechender Chemikalien ist, sondern auch entsprechende Produkte für weitere Unternehmen zuliefert, die sich ebenfalls auf diesem schmalen Marktsegment tummeln.

Dann kam die Rettung aus den eigenen Reihen: Im Rahmen der Initiative „New Tetenal“ verkündeten fünf Führungskräfte und etwa 40 Mitarbeiter die Übernahme der Firma auf eigene Faust. Mit dem Insolvenzverwalter wurden Verträge bezüglich der Übernahme von Produktionsmaschinen, Markenrechten, Rezepturen und Registrierungen geschlossen. Zum 1. April 2019 nahm die „Tetenal 1847 GmbH“, die das Gründungsjahr des Unternehmens im Namen trägt, ihre Geschäftstätigkeit auf.

https://new-tetenal.de/

Super-8-Filmvorführungen von Gerold Westermann

Der Oldenburger Gerold Westermann ist Schmalfilm-Anhänger durch und durch. Seit Jahrzehnten dreht der 77-Jährige vorwiegend dokumentarische Filme auf Super-8, die stets akribisch nachbearbeitet und vertont werden. Als kein farbiger Super-8-Umkehrfilm mehr lieferbar war, stieg er kurzerhand auf Negativmaterial um. 

Gerne präsentiert Herr Westermann seine Filme auch öffentlich in Kultureinrichtungen oder bei Vereinsabenden. Veranstalter können sich aus einem Katalog seines filmischen Schaffens ein passendes Filmprogramm zusammenstellen. Westermann reist dann mit seinem HTI-Projektionsequipment an und führt seine Schätze persönlich vor.

Im April war Herr Westermann im Oldenburger PFL-Kulturzentrum zu Gast. Unter den Gästen: Dragan Jovanovic, Inhaber der Firma DJ-Film, der inzwischen auch ein Schmalfilm-Museum in Geeste (Niedersachsen) betreibt. [Siehe unten: Private Film-Museen]

Gerold Westermann
Gerold Westermann kurz vor der Vorführung
Dragan Jovanovic (links) und Gerold Westermann (rechts)
(Fotos: Eberhard Nuffer)

Nachklapp zum Montagsseminar „Renaissance des Analogen – Film is Back“

Das für den 25. Februar angekündigte Montagsseminar der Film Commission Stuttgart  (https://www.filmkorn.org/montagsseminar-renaissance-des-analogen-film-is-back/) wurde am Veranstaltungstag aufgrund von zu wenigen Anmeldungen abgesagt.

Momentan zieht das Start-up „Silbersalz-Film“ in neue Räumlichkeiten um, hat aber versprochen, als kleine Entschädigung alle, die Interesse bekundet hatten, demnächst zu einer Vor-Ort-Führung ins neu eröffnete Labor einzuladen.   

Neunte Auflage des 72-Stunden-Super-8-Festivals „Exposed“ an der Universität Freiburg

Vom 24.-27. Mai veranstaltete der AKA-Filmclub der Uni Freiburg wieder sein „72-Stunden-Super-8-Festival“. Von Freitagabend, 20 Uhr an trafen sich Interessenten, bildeten Teams, erarbeiteten Konzepte, drehten und entwickelten dann ihr Material selbst. Am Montagabend um 20 Uhr wurden die Filme im Hörsaal projiziert.

http://www.uni-freiburg.de/universitaet/veranstaltungskalender/441

Technicolor- und 70mm-Festival in der Karlsruher „Schauburg“

Wer nicht in Freiburg bei der Veranstaltung des AKA-Filmclub war, konnte am gleichen Wochenende in der Karlsruher „Schauburg“ das dritte „Technicolor“-Filmfestival besuchen. Alle Filme, darunter Klassiker wie „Samson und Delilah“ (1949), „Vera Cruz“ (1954), „Woodstock“ (1970) und die „Redux“-Wiederaufführung von Coppolas „Apocalypse Now!“ (1979/2001) wurden als farbstabile 35mm-Druckkopie gezeigt und in der Regel mit filmhistorischen Einführungen präsentiert. 

https://www.in70mm.com/news/2019/technicolor/index.htm

https://www.filmdienst.de/artikel/26857/passionen-hommage-auf-technicolor

Im Oktober (04.-06.10.19) veranstaltet „Schauburg“-Betreiber Herbert Born das ähnlich konzipierte „15. Todd AO-Festival“, bei dem ausschließlich analoge 70mm-Filmkopien zur Aufführung kommen. Die Zeitkarten (Tages- und Wochenendpässe) beinhalten neben dem Eintritt die Verpflegung und ein farbiges Programmheft. Für alle Filme sind auch Einzelkarten erhältlich.

https://www.in70mm.com/schauburg/festival/2019/index.htm

Technicolor-Festival 2019. Fotos: Eberhard Nuffer

Weitere Veranstaltungen

14. April 2019 – 05. Januar 2020 Ausstellung „Großes Kino. Ein Jahrhundert Film- und Kinogeschichte“

U.a. mit Filmtechnik-Ausstellung und 16mm-Vorführungen im Museumskino

Industriemuseum Lauf
Sichartstr. 5-29
91297 Lauf a. d. Pegnitz
Tel. 09123/99 03-0
Mi.-So. 11:00-17:00 Uhr

08. – 12. August 2019 Filmfest Weiterstadt mit Super-8 und 16mm-Filmen

Das „Woodstock des deutschen Kurzfilms!“ Mit großem Super-8-Wettbewerb und Publikumsabstimmung beim Open-Air im Braunshardter Tännchen am Samstag, 10. August ab 21.30 Uhr. Am Sonntag, 11.08, wird zum ersten Mal seit vielen Jahren auch wieder ein 16mm-Filmblock präsentiert – ab 13.20 Uhr im Filmzelt.

Open-Air Filmfest Weiterstadt
Braunshardter Weg
643331 Weiterstadt
Tel. 06150-121 85
E-Mail: filmfest@weiterstadt.de
https://www.filmfest-weiterstadt.de/

Weiterstadt 2018. Foto: Eberhard Nuffer
Beitrag für Weiterstadt 2019. Foto: Eberhard Nuffer

02. November 2019: 2. Festival Super 8-Festival Neuchâtel/Schweiz

Präsentation des „In-Camera Edition Contests“: Beiträge, die mit einer einzigen Super-8-Cassette gedreht und in der Kamera „geschnitten“ wurden. Auch die „Macher“ sehen ihr Werk bei der Präsentation zum ersten Mal.

ENS8FF
Association Super8.Neuch
Châtelard 19
2022 Bevaix
Suisse
info@ens8ff.ch

08.-10. November 2019: Filmertreffen Berlin 

Treffen der „Schmalfilmer“ aus dem Filmvorführer-Forum: Vorführung selbst gedrehter Filme in 8- und 16mm, gemeinsames Super-8-Filmprojekt.

08.11.19 Anreise, gemeinsames Abendessen im Lokal „Zum Haxnwirt“
09.11.19 Filmertreffen im Lichtkeller der Malzfabrik nach Ansage

https://www.filmvorfuehrer.de/topic/30173-filmertreffen-berlin-herbst-2019/

Anmeldung (erforderlich!) unter: https://doodle.com/poll/nktig9eawv4ntuxv

Kosten:  Die Raumiete (EUR 380,00) wird auf die Teilnehmer umgelegt, zzgl. EUR 10,00 Getränke-/Snack-Umlage pro Person 

15.-17. November 2019: Blackpool Convention

15.11. Friday Night Film Show, 20.00 Uhr
16.11. Saturday Evening Meal mit Quiz, Raffle-Film-Show etc.
17.11. Film Fair mit Händlertischen (Filmkopien und Geräte 8, 16 und 35mm), Auktionen und Film-Shows: 10.00 Uhr (Eintritt 6,00 GBP)

Grand Hotel (ehemals Hilton)
North shore, Blackpool
FY1 2JQ
England

Tischbuchungen und Informationen:
Elaine Guest: +44-7931-45 78 17  

Private Film-Museeen 

Kameramuseum Marburg

Ca. 250 Filmkameras in Normal-8, Super-8, 9,5mm, 16mm und 35mm sowie eine Handvoll Projektoren und Filmbetrachter. In Vorbereitung: Eine spezielle 9,5mm-Sektion.

Kameramuseum Marburg
Inh. Günter Giesenfeld
Am Grün 44
35037 Marburg
Tel. 06421-12170
E-Mail: guenter@giesenfeld.de
Website: http://www.giesenfeld.de/Kameramuseum/Museum.html
Öffnungszeiten: Sonntags 14.00 – 18.00 Uhr und nach Vereinbarung.
Sonntags ab 17.00 Uhr: „Stehkino“ mit Filmen aus der Sammlung.

Fotos: Eberhard Nuffer

Schmalfilmmuseum Dragan Jovanovic

Über 300 Filmkameras und 150 Projektoren in Normal-8, Super-8 und 16mm, Schneidetische, Produktionsfotos etc. 

Schmalfilmmuseum DJ-Film
Inh. Dragan Jovanovic
Gartenstrasse 33
49744 Geeste-Osterbrock
Tel. 05907/5859980
Mobil: 01523/2007207
E-Mail: djfilm@gmx.de 

Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 14.00 – 18.00 Uhr und nach Vereinbarung.

Cine Assist – ein erster Test

Schon seit einiger Zeit bietet Herr Bernhard Kipperer seinen „Cine Assist“ auf seiner Webseite http://cineassist.filmcurl.com/ zum Kauf an. Auf dieser Seite findet man auch zahlreiche Anwendungsbeispiele als Video. Was bislang fehlte, war ein unabhängiger „Test“ durch einen Nutzer. Und so wie es aussieht, darf ich den jetzt schreiben. Bislang habe ich zwar nur eine Funktion des „Cine Assist“ wirklich mit Film in der Kamera genutzt, aber immerhin besser als nichts…

Aber fangen wir doch mal ganz am Anfang an: Der „Cine Assist“ ist eine kleine Platine, die an den elektromagnetischen Fernauslöser der Kamera gehängt wird. Wichtig: Hat Ihre Kamera nur einen Anschluss für einen Drahtauslöser oder gar keinen Anschluss für einen Fernauslöser, dann können Sie das Gerät nicht nutzen. Bei besseren Kameras sollte jedoch ein entsprechender Anschluss vorhanden sein. Für einige Apparate brauchen Sie allerdings noch einen Adapter, z.B. für die Leicina Spezial.

Cine Assist (Mitte) mit USB-Connector (links) – die Batterie darf nicht eingelegt sein, während das Gerät am PC angeschlossen ist.

Die Platine lässt sich im einfachsten Fall per Batterie und über die zwei Knöpfe am Gerät betreiben. In dieser Variante kann man z.B. über den „Cine Assist“ der Kamera „befehlen“, automatisch erst in 10s auszulösen und sich nach 15s wieder auszustellen. Man kann sich so also problemlos auch mal selbst filmen. Falls Ihnen dieses Feature bekannt vorkommt: Einige Schmalfilmkameras hatten so etwas schon fest eingebaut, z.B. die Super8-Kamera „Minolta XL 401“. Und für Kameras mit einem Anschluss für elektromagnetischen Fernauslöser gab es einst kleine, batteriebetriebene „Selbstauslöser“ zu kaufen, z.B. den „Combi Timer“ von hama. Selbst für Kameras mit Drahtauslöseranschluss gab es so etwas – allerdings mit Federwerk, z.B. der „Selbstauslöser Z“ vom VEB Feingerätewerk Weimar oder der „Cinefix“ von Agfa-Gevaert.

Das Gerät lässt sich aber auch für Zeitrafferaufnahmen nutzen, da es auch als externe Zeitschaltuhr für Kameras mit Einzelbildaufnahme fungiert. Ja, auch das ist nicht neu, da es so etwas einst separat zu kaufen gab (z.B. als „Intervall-Timer“ von hama) oder da es in einigen Kameras bereits integriert war, z.B. in der Super8-Kamera Canon 814XL-S.

Was ist nun also neu, bzw. anders? Zum einen funktioniert der „Cine Assist“ quarzgenau, zum anderen ist er deutlich flexibler als die bisherigen Lösungen. Denn seine Fähigkeiten hängen hauptsächlich von der Firmware ab. Und in der neuesten Version ermöglicht diese sogar einen „Speed Ramp“, also eine Änderung der Bildfrequenz während der Aufnahme. Das war bis dato mit keiner Schmalfilmkamera möglich.

Und zum ganz anderen kann man den „Cine Assist“ auch bequem per Bluetooth steuern, jedenfalls sofern man (im Gegensatz zu mir) ein Android-Handy/-Tablet besitzt, das „Bluetooth Low Energy“ unterstützt. Die Software ermöglicht sogar eine parallele Tonaufnahme über das Mikrofon des Handys/Tablets.

Mit der entsprechenden Erweiterung kann man den „Cine Assist“ aber auch an den USB-Port eines Windows-PC anschließen. Mit der entsprechenden Software von Herrn Kipperer kann man so flimmerfrei Videos auf Film überspielen. Denn die Videos werden einzelbildweise wiedergegeben und von der Schmalfilmkamera als Einzelbilder aufgenommen.

Die Nutzeroberfläche der Windows-Software.

Das Überspielen auf Video ist bislang das einzige Feature, das ich mit Film in der Kamera benutzt habe. Ein Problem dabei sind mögliche Reflektionen auf dem Bildschirm. Denn nicht nur der „Cine Assist“ und seine USB-Erweiterung „blinken“, sondern z.T. auch die Kamera selbst, z.B. die „Aufnahmeleuchte“ an der Nizo 4056, die im Handbuch als „Aktionssignal“ betitelt wird. Auch Telefone etc. sollte man weiträumig entfernen.

Ein weiteres Problem ist der Windows-PC: Die Software deaktiviert weder die Energiesparmodi, die bei mir nach 10min den Bildschirm und nach 30min den ganzen Laptop ausgestellt hätten, noch bleibt das Bild sicher im Vordergrund. Damit also kein „es gibt neue Updates“-Fenster plötzlich die Aufnahme ruiniert, habe ich meinen Laptop sicherheitshalber vorher immer in den Flugmodus gestellt.

Wenn der Cine Assist am USB-Port angeschlossen ist, leuchten LEDs und das Display.

Als ein weiteres Problem hat sich die Batterie meiner Kamera, eine Nizo 4056, erwiesen: Wenn man die Kamera stundenlang aktiviert lässt und Einzelbilder aufnimmt, reicht mein Akku nicht für sieben Filmkassetten, sondern noch nicht einmal für eine…

Der Stromverbrauch meiner Nizo 4056 ist bei der Einzelbildaufnahme deutlich höher. Ich empfehle daher den Einsatz eines Netzteils, wenn man eine ganze Kassette belichten will.

Ein weiteres Problem entstand ebenfalls durch meine Kamera: Bei Einzelbildaufnahmen muss der Auslöser mindestens eine halbe Sekunde lang „gedrückt“ werden. Andernfalls blinkt zwar das rote Aufnahmelämpchen, aber es findet keine Belichtung statt! Zum Glück hatte Herr Kipperer schon eine neue Version der Software fertig, bei der man unter „Expose“ die Auslösedauer einstellen kann – bei meiner Nizo 4056 stelle ich hier sicherheitshalber 1s ein.

Die Nizo 4056 bietet einige Einstellmöglichkeiten für die Einzelbildbelichtung an. Am Wichtigsten ist aber der Hinweis mit dem Minimum von einer halben Sekunde.

Ich habe die Kamera zum Überspielen übrigens auf manuelle Belichtung umgestellt, da die Videos einige dunklere Szenen enthielten, die auch dunkel bleiben sollen. Zudem kann man bei der Nizo 4056 über die „Bilder pro Sekunde“-Einstellung die Belichtungsdauer der Einzelbildaufnahmen regulieren. Hier stellte ich die Kamera auf 16 2/3 Bilder pro Sekunde, was am besten zu den Helligkeitseinstellungen und zur Filmempfindlichkeit passte. (Wenn der Auslöser sowieso für eine ganze Sekunde lang betätigt wird, kann man ja ruhig auch mal etwas länger belichten, oder?)

Tja, was gibt es sonst noch zu sagen?

  • Ich habe den „Cine Assist“ auch an anderen Kameras als der Nizo 4056 getestet, allerdings aus Kostengründen bislang immer ohne Film. Er funktionierte überall problemlos, selbst an meiner Fujica P2, bei der der elektromagnetische Fernauslöser nachträglich eingebaut wurde.
  • Ich nutze ein ca. 1,5m langes USB-Kabel, da sich meine Nizo 4056 erst ab 1m scharf stellen lässt.
  • Leider wird das Gerät ohne Gehäuse geliefert.
  • Ein Schwachpunkt des Geräts könnte der USB-Anschluss sein. Er wirkt zwar sehr stabil, aber ist er auch auf Dauer haltbar genug für Grobmotoriker wie mich?
  • Herr Kipperer antwortet extrem schnell auf eMails mit Fragen und hat seit dem Kauf schon einige neuere Firmware- und Windows-Software-Updates geliefert.

Noch Fragen? Dann bitte die „Kommentarfunktion“ nutzen. Ich versuche, so schnell wie möglich zu antworten.

Anamorphotische Aufnahmen

Immer wieder stellen Anfänger die Frage, warum man mit Schmalfilm nicht genauso schön breite Bilder wie im Kino projizieren könne. Die Antwort lautet: Man kann, allerdings leider nicht so einfach. Denn leider haben die Bilder bei den meisten Schmalfilmformaten nur ein Seitenverhältnis von 1,33:1 (Breite zu Höhe).

Doch wie bekommt man nun sein Bild so schön breit im folgenden Foto?

Dafür gibt es zwei Varianten:

Weiterlesen

Das Ende der Leichenfledderei?

Die letzten Jahre waren geprägt von stetig steigenden Preisen für Schmalfilme aller Art, insbesondere für Farbumkehrfilme – wenn es sie denn gerade mal wieder gab. Das führte nicht nur bei einigen Schmalfilmern zum Hamstern, sondern auch zum Kauf von Materialien, die sie vor 10 Jahren noch nicht mal mit einer Kneifzange angefaßt hätten. Die übers Internet besorgten Materialien wurden dabei immer teurer, älter und krobkörniger. Selbst ich war schon am Überlegen, in Bulgarien Orwochrom UT 15 zu kaufen, der erst 1976 abgelaufen war und den ich mangels eigener Dunkelkammer wohl in Russland hätte entwickeln lassen müssen…

Nun scheint eine Rettung in Sicht zu sein. Denn am 5. Januar 2017 kündigte Kodak an, zum Jahresende wieder irgendeinen Ektachrome 🎞️ in der Super8-Kassette anzubieten (und quasi als Abfallprodukt auch als 135-36 Diafilm, vertrieben von Alaris). Laut Alaris wird es ein „E100“ sein, also vermutlich ein Film mit einer Empfindlichkeit von 100 ASA/21 DIN. Allerdings ist es fraglich, ob es wirklich der „gute alte“ E100D von einst sein wird. Denn Kodak schreibt: „…Kodak will be working to reformulate…EKTACHROME…“, also „… Kodak wird daran arbeiten, EKTACHROME nach einer neuen Rezeptur zusammenzusetzen…“. Was das bedeutet, ist unklar. Zum einen könnte es sein, dass sie einige der ursprünglichen Chemikalien aus Gründen des Preises, der Verfügbarkeit und/oder des Umweltschutzes durch andere ersetzen müssen. Zum anderen könnten sie auch den Film feinkörniger machen wollen – schließlich wollen sie ja auch eine Filmabtastung in 4K anbieten. Oder sie wollen dem Zeitgeist entsprechend dem Film einen stärkeren Retrolook verpassen (auffälligeres Korn, wärmere Farben, …). Ja, man kann hier viel ‚rumspinnen! 🕷️ 😉

Unklar ist hingegen der Stand bei FilmFerrania: Einerseits veröffentlichen sie immer noch neue Bilder davon, wie immer mehr Geräte wieder laufen und wie sie zu Testzwecken Schwarzweißmaterialien produzieren, andererseits gibt es von FilmFerrania selbst noch nicht mal einen Hauch eines Zeitplans. So wundere ich mich immer ein wenig über die Leute, die meinen, dass FilmFerrania definitiv noch dieses Jahr die ersten Farbumkehrfilme produzieren und liefern würde. … Zudem ist auch hier unklar, was das Ergebnis sein wird. Denn einerseits wird hier angeblich die Rezeptur des „Scotch Chrome 100“ benutzt, andererseits wird auch hier wieder „re-enginereed“, also der Film u.U. nicht oder nicht mehr ganz dem Original entsprechen.

Aber hoffen wir mal das Beste, und zwar, dass wir uns Ende 2017 zwischen zwei unterschiedlichen Farbumkehrfilmen entscheiden können, auch wenn beide für Tageslicht gedacht sind und eine Empfindlichkeit von 100 ASA/21 DIN haben werden.

Gefilterte Super8-Kameras

Fast alle Super8-Kameras haben einen integrierten Filter, während fast alle Doppel8-/Single8-/DS8-/9,5mm-/16mm-Kameras keinen haben. Aber warum ist das so?

Die kurze Antwort lautet: „Weil Kodak das so wollte.“ Denn Kodak ging davon aus, daß die meisten Käufer von Super8-Kameras mit Farbfilmen arbeiten wollen, aber zu … hhhmmm… „unerfahren“ seien, selbst einen Filter an die Kamera zu schrauben oder selbst für die richtige Wahl des Filmmaterials zu sorgen. Also lautete die Entscheidung, nur eine Materialart zu liefern und den passenden Filter gleich in die Kamera einzubauen.

Für die lange Antwort müssen wir einmal einen Blick auf die Aufgabe des Filters werfen: Der Filter ist bei Kodak ein „Wratten 85“, bei den anderen Kameraherstellern ein dazu äquivalenter. Die Aufgabe des „Wratten 85“ ist es, bei Tageslicht (Sonnenlicht) das Filmen mit einem Farbfilm zu ermöglichen, der auf Kunstlicht ausgelegt ist. Alles klar? Nein? Dann werfen wir einmal einen Blick auf die Farbfilme. Hier gibt es drei verschiedene Arten:

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„Plattengigant“ Kodak

Alles begann damit, daß ich auf iBäh eine Werbeschallplatte für Kodak-Instamatic-Super8-Kameras namens „Heidi Brühl singt Memory“ entdeckte. In diesem Fall handelt es sich um eine einseitig bespielte 7-Zoll-Schallfolie, die es ca. 1967/68 scheinbar kostenlos im deutschen Fotohandel gab – offensichtlich als separaten Soundtrack zu einem passenden Super8-Werbefilmchen. (Vermutlich da die meisten damaligen Super8-Projektoren keine Magnet- oder Lichttonwiedergabe hatten.) Nachdem ich diese Entdeckung im „Gesichtsbuch“ der Gruppe „Retro 8“ bekanntgab und danach noch ein wenig eine Internetsuchmaschine nutzte, stellte ich fest, daß Kodak jede Menge Werbeschallplatten und -CDs veröffentlichte. Besonders interessant ist dabei die Scheibe für die Filmvertonung.

Damit dieser Artikel nicht zu Kodak-lastig wird: Auch Fuji brachte solche Werbeschallplatten heraus – Frank Bruinsma (Inhaber von super8.nl) besitzt z.B. eine solche. Und auf Fujidirekt.de gab’s bis vor kurzem auch noch ein Werbelied als MP3 zum kostenlosen Download.
Natürlich brachte auch Agfa Schallplatten heraus, z.B. eine Geräuschesammlung.
Vermutlich gab’s auch von den anderen Film und Filmgeräteherstellern solche Platten/Kassetten/CDs.

Ordnung im Archiv – Eine alternative Variante

Ordnung im Archiv – Eine alternative Variante

Zwar ist Friedemanns Stäbchenvariante genial und dazu noch einfach und billig umzusetzen, aber leider funktioniert sie nicht mit allen Laborspulen. Denn z.B. Fuji und Retro8 (beide Japan) liefern die Spulen in Pappschachteln zurück, genauso wie einige Labore in den USA.

Laborspulen in Pappschachteln, wie sie z.B. von Retro8 und Fuji benutzt wurden und werden

Laborspulen in Pappschachteln, wie sie z.B. von Retro8 und Fuji benutzt wurden und werden

Diese Pappschachteln bereiten übrigens auch in den Spulenboxen von Stocko Probleme: Mit Pappschachtel ist die Spule zu breit, ohne Pappschachtel sind die weißen Spulen zu locker in der Box und fallen gerne mal heraus, wenn man die Box ohne ihren Deckel transportiert.

Eine Stocko-Filmspulenbox samt OVP

Eine Stocko-Filmspulenbox samt OVP

Was tun? Die “rettende” Idee fand ich zufällig auf einer Internetseite für Mini-Disc-Fans: Man nehme einfach eine Teebeutelbox, wie z.B. diese hier:

Laborspulen und Dias in einer geöffneten Teebeutelaufbewahrungskiste

Laborspulen und Dias in einer geöffneten Teebeutelaufbewahrungskiste

Leider muß man genau auf die Maße der Fächer achten. Denn z.B. bei dieser Holzbox läßt sich der Deckel nicht ganz schließen. Aber da die Box sonst auf dem Müll gelandet wäre…

Laborspulen und Dias in einer Teebeutelaufbewahrungskiste, die sich leider nicht ganz schließen läßt

Laborspulen und Dias in einer Teebeutelaufbewahrungskiste, die sich leider nicht ganz schließen läßt

Die Pappschachteln haben als Maße übrigens irgendwas zwischen 7,5cm x 7,5cm x 1,4cm und 7,7cm x 7,7cm x 1,6cm. Sie stammen in der weißen Variante samt den Spulen scheinbar von der US-Firma Tayloreel, während Fuji scheinbar eigene Schachteln und Spulen nutzt(e).
Die 15m-Spulen mit Plastikringen haben einen Durchmesser von ca. 7,7cm und sind ca. 1,3cm dick.