Der Charme der 200 feet-Rollen

Der Charme der 200 feet-Rollen

Der Charme der 200 feet-Rollen

Spielfilm-Schnittfassungen auf 120 Meter-Spulen (mit zumeist 110 Metern Filmlänge), als Ein- oder Mehrteiler auf den Markt gekommen, sind bei Sammlern allgemein bekannt.

20150403_224321


Es gab jedoch auch eine Unzahl von Veröffentlichungen auf 60m-Spulen (200feet), zumeist effektiv 50 bis 55 Meter Film.
Die Handlung der Filme ist bei einer Laufzeit von zumeist etwas mehr als 8 Minuten natürlich nur noch fragmentarisch vorhanden.

Gerade aber bei B-Movies aus dem Horror- und Science-Fiction-Genre der 1930er bis 60er Jahre können solche Reduktionen auf die filmischen Höhepunkte durchaus sehr vergnüglich sein.

2 schön-bunte Beispiele für Papp-Cover - Veröffentlichungen von Columbia. Ein zusätzlicher Aufkleber weißt das Super8-Format aus.
2 schön-bunte Beispiele für Papp-Cover – Veröffentlichungen von Columbia.
Ein zusätzlicher Aufkleber weißt das Super8-Format aus.

Große Sammler-Freude bereiten auch die zumeist sehr grell-bunt gestalteten Cover – wobei die Filme selbst doch alle in Schwarz-Weiß waren!

Die 60m-Schnittversion des zweiten Frankenstein-Films von 1935 mit modern-sachlichem Cover
Die 60m-Schnittversion des zweiten Frankenstein-Films von 1935 mit modern-sachlichem Cover

Von “Frankensteins Braut” sind mir 3 Versionen bekannt:
120m-Version (deutsche Fassung von Piccolo)
60m-US-Version mit hier abgebildetem Cover.
30m-US-Kurzversion, die nur aus der Sequenz mit der Erschaffung der Braut besteht(diese Fassung ist in der
60m-Version komplett enthalten)
Es ist faszinierend, in den amerikanischen Versionen Colin Clive im Original zu hören:
IT’S ALIVE ! IT’S ALIVE !

Im Gegensatz dazu die reisserische Aufmachung des dritten Frankenstein-Films von 1939 - der letzte Film mit Boris Karloff in der Rolle des Monsters
Im Gegensatz dazu die reisserische Aufmachung des dritten Frankenstein-Films von 1939 – der letzte Film mit Boris Karloff in der Rolle des Monsters

Dieser Film ist mir sowohl im Normal-8 und auch im Super-8-Format bekannt.
Die Filme wurden oft für die beiden Formate Normal- und Super-8 in ansonsten identischer Fassung angeboten; die Super-8-Versionen waren dabei durch einen zusätzlichen Aufkleber gekennzeichnet.

Ein Science-Fiction-Klassiker von Jack Arnold. Papp-Cover von Universal-8. (Der Original-Kinofilm ebenfalls eine Universa-Produktion)
Ein Science-Fiction-Klassiker von Jack Arnold.
Papp-Cover von Universal-8.
(Der Original-Kinofilm ist ebenfalls eine Universal-Produktion)
Diese Universal-8-Veröffentlichung dagegen hat einen Cover-Einleger in einer Klarsicht-Kunststoff-Box
Diese Universal-8-Veröffentlichung dagegen hat einen Cover-Einleger in einer Klarsicht-Kunststoff-Box

Desweiteren gab es die Filme als stumme Versionen mit eingeblendeten Dialogen (ähnl. Untertitel) – den sogenannten “superimposed titels”, aber auch als Tonfassung.
Ich besitze sogar Tonfassungen, bei denen auch die eingeblendeten Dialoge der Stummfassungen vorhanden sind !
(hier wurde wohl im Kopierwerk gespart)

Das Ding aus einer anderen Welt, 1951. Das Original ist meiner Meinung nach um Klassen besser als das Remake von John Carpenter von 1982
Das Ding aus einer anderen Welt, 1951.
Das Original ist meiner Meinung nach um Klassen besser als das Remake von John Carpenter von 1982

Für Freunde dieser klassichen B-Movies sind die 60m-Kurzfassungen als Appetitanreger bei einer langen Filmnacht sehr zu empfehlen.

Klaus Schreier
Klaus Schreier

hört Platten, fotografiert Kleinbild, filmt Schmal und dilettiert in der Dunkelkammer und am Schneidetisch

Leave a Reply

%d bloggers like this: